Ustria Alpsu
ZurückAuf dem Gipfel des Oberalppasses, genau an der Kantonsgrenze zwischen Uri und Graubünden, befand sich die Ustria Alpsu, ein Bergrestaurant, das für viele Reisende, Wanderer und Wintersportler mehr als nur eine Einkehrmöglichkeit war. Es war ein fester Ankerpunkt in der alpinen Landschaft, bekannt für seine gemütliche Atmosphäre und eine Küche, die Bündner Spezialitäten zelebrierte. Heute steht der Name jedoch für eine abgeschlossene Geschichte, da das Restaurant dauerhaft geschlossen ist, wie die verfügbaren Informationen bestätigen. Dennoch lohnt sich ein genauerer Blick auf das, was diesen Ort so besonders machte und welche Kritikpunkte es gab.
Ein Hort der Gemütlichkeit und Gastfreundschaft
Das durchweg positive Echo vieler ehemaliger Gäste gründete sich vor allem auf drei Säulen: das Ambiente, den Service und die Qualität der Speisen. Besucher beschrieben die Atmosphäre wiederholt als „sehr gemütlich und heimelig“. In der rustikalen Stube fand man Zuflucht, wenn draussen der Wind pfiff, während die sonnige Terrasse einen hervorragenden Blick auf das Treiben am Pass bot. Es war ein Ort mit Charakter, der, wie ein Gast es formulierte, „mit spürbarem Herzblut geführt“ wurde. Diese Leidenschaft spiegelte sich im Service wider, der als „äusserst zuvorkommend“, „herzlich“ und „nett und rasch“ gelobt wurde. Kleine Aufmerksamkeiten, wie das Servieren von zwei Gabeln zu einem geteilten Dessert, unterstrichen den hohen Anspruch an die Gastfreundschaft.
Kulinarische Höhepunkte der Schweizer Küche
Die Speisekarte der Ustria Alpsu war eine Hommage an die Region. Besonders hervorgehoben wurde die Qualität der angebotenen Gerichte, die als „hervorragend“ und „liebevoll angerichtet“ galten. Zu den Stars der Küche zählten authentische regionale Küche und Spezialitäten. Ein „Bündner Plättli“, das grosszügig genug war, um von zwei Personen geteilt zu werden, eine hausgemachte Zwetschgen-Fruchtwähe mit Rahm und insbesondere die Capuns, eine Hausspezialität, zeigten die Verbundenheit mit Graubünden. Ein weiteres Highlight waren die Wildgerichte. Das Rehschnitzel aus lokaler Jagd wurde als „super zart“ beschrieben und war, ergänzt durch klassische Wildbeilagen, ein wahrer „Gaumenschmaus“. Für viele war das Essen gehen in der Ustria Alpsu ein fester Bestandteil ihres Ausflugs zum Oberalppass.
Kritikpunkt: Das Preisniveau
Trotz der überwältigend positiven Rückmeldungen gab es auch kritische Stimmen, die sich fast ausschliesslich auf die Preisgestaltung bezogen. Ein Gast empfand 72 Schweizer Franken für einen Salat, ein kaltes Plättli und drei Getränke als „sehr teuer“. Dieser Besucher zog einen Vergleich zu seinem Heimatort, wo eine grössere Portion für deutlich weniger Geld zu haben sei. Diese Kritik ist nicht ungewöhnlich für ein Ausflugsrestaurant in einer derart exponierten Lage. Die Logistik und der Aufwand, ein Restaurant auf über 2000 Metern Höhe zu betreiben, schlagen sich unweigerlich in den Preisen nieder. Dennoch zeigt diese Rückmeldung, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht von allen Gästen als stimmig empfunden wurde, was für potenzielle Betreiber ähnlicher Lokalitäten eine wichtige Lehre darstellt.
Ein Vermächtnis in den Alpen
Die Ustria Alpsu ist nicht mehr in Betrieb, doch die Erinnerungen und zahlreichen Bewertungen zeichnen das Bild eines sehr geschätzten Betriebs. Es war ein Ort, der die Essenz eines guten Bündner Bergrestaurants verkörperte: eine warme, einladende Atmosphäre, aufmerksamer Service und eine ehrliche, qualitativ hochwertige Küche mit starkem regionalem Bezug. Die strategische Lage machte es zu einem beliebten Treffpunkt für Motorradfahrer, Wanderer, Skifahrer und Reisende mit dem Glacier Express. Auch wenn man dort nicht mehr einkehren kann, bleibt die Ustria Alpsu ein Beispiel dafür, wie ein gastronomischer Betrieb zu einem festen und geliebten Teil einer ganzen Region werden kann. Ihr Fehlen hinterlässt eine Lücke am Oberalppass.