Tham Restaurant
ZurückDas Tham Restaurant in Mürren, das seit 1997 von Küchenchef Tham Kok Keong geführt wurde, war lange Zeit eine feste Grösse für Liebhaber der asiatische Küche in der Jungfrau-Region. Hinter einer Fassade, die eher an einen einfachen Takeaway erinnerte, verbarg sich ein kulinarisches Angebot, das von vielen Gästen hochgelobt wurde. Inzwischen ist das Restaurant jedoch dauerhaft geschlossen, was eine Lücke in der lokalen Gastronomieszene hinterlässt und Anlass für eine differenzierte Betrachtung dessen gibt, was diesen Ort ausmachte.
Ein überraschendes kulinarisches Erlebnis
Für viele Besucher war der Hauptanziehungspunkt unbestreitbar die Qualität der Speisen. Das Restaurant bot eine umfangreiche Speisekarte mit authentischen, frisch zubereiteten Gerichten, die es zu einem wahren Geheimtipp Restaurant machten. Besonders hervorgehoben wurden von Gästen immer wieder die Zitronenente (Lemon Duck) und der geschmacklich überzeugende gebratene Reis (Fried Rice). Auch die hausgemachte Chilisauce mit ihrer ausgeprägten Knoblauchnote fand viel Anklang. Die Gerichte wurden als durchweg köstlich, frisch und mit Liebe zubereitet beschrieben, was dem kleinen Lokal den Ruf eines "Tempels für Asiatisch-Feinschmecker" einbrachte. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wurde, insbesondere für einen touristischen Ort wie Mürren, als sehr fair empfunden.
Die Rahmenbedingungen: Klein, aber speziell
Der Gastraum selbst war sehr klein und wurde oft als "zusammengepfercht" beschrieben. Diese Enge bedeutete, dass eine Reservierung dringend empfohlen wurde, um einen der wenigen Plätze zu ergattern. Die Atmosphäre war unkompliziert und einfach, was den Fokus vollständig auf das Essen gehen lenkte. Viele schätzten die freundliche und herzliche Art der Gastgeber, die den Service persönlich und angenehm gestalteten. Das Angebot umfasste neben dem Restaurantbetrieb auch einen beliebten Take-away-Service.
Wichtige Nachteile und schwerwiegende Vorwürfe
Trotz der vielen positiven Aspekte gab es auch erhebliche Nachteile, die das Gesamterlebnis trüben konnten. Ein wesentlicher Punkt war die strikte Regelung, dass ausschliesslich Barzahlung akzeptiert wurde. Dies stellte für viele Gäste eine Unannehmlichkeit dar, auch wenn auf den nahegelegenen Geldautomaten an der Schilthornbahn-Talstation hingewiesen wurde.
Wesentlich schwerer wiegt jedoch ein detailliert dokumentierter Vorfall, der ein sehr negatives Licht auf den Umgang mit den Gästen wirft. Eine Besucherin berichtete von einer äusserst schlechten Erfahrung, bei der ihr Kopf in der automatischen Eingangstür eingeklemmt wurde, was zur Zerstörung ihrer Brille führte. Anstatt die Verantwortung zu übernehmen oder die Situation zu deeskalieren, soll der Besitzer aggressiv und respektlos reagiert haben. Er habe jegliche Schuld von sich gewiesen, laut geschrien und der Kundin unterstellt, sie hätte ihre Brille selbst auf den Boden geworfen. Die Situation eskalierte so weit, dass die Polizei gerufen werden musste. Dieser Vorfall steht in krassem Gegensatz zu den sonstigen positiven Berichten über den Service und wirft ernste Fragen bezüglich der Professionalität und des Krisenmanagements des Betreibers auf.
Ein ambivalentes Fazit
Das Tham Restaurant war ein Ort der Gegensätze. Auf der einen Seite bot es herausragende chinesische Spezialitäten und authentische Gerichte, die es zu einem kulinarischen Highlight in Mürren machten. Auf der anderen Seite mussten Gäste praktische Einschränkungen wie die Barzahlungspflicht und die räumliche Enge in Kauf nehmen. Der schwerwiegendste Kritikpunkt bleibt jedoch der Umgang mit Kunden in Problemsituationen, wie der geschilderte Vorfall zeigt. Mit seiner endgültigen Schliessung endet die Geschichte eines Restaurants, das für sein exzellentes Essen geliebt, aber wegen seiner betrieblichen Mängel und des Verhaltens seines Inhabers auch stark kritisiert wurde.