Startseite / Restaurants / Taverne de la Tour
Taverne de la Tour

Taverne de la Tour

Zurück
Rue Marc Morand 7, 1920 Martigny, Schweiz
Restaurant
9 (431 Bewertungen)

Die Taverne de la Tour in Martigny, gelegen an der Rue Marc Morand 7, war lange Zeit eine feste Grösse für Liebhaber der traditionellen und herzhaften Schweizer Küche. Es ist jedoch wichtig, gleich zu Beginn festzuhalten, dass dieses Restaurant seine Türen dauerhaft geschlossen hat. Der Betreiber, Maurice Coquoz, hat sich nach vielen Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet, wie auf der ehemaligen Webseite zu lesen war. Für Stammgäste und potenzielle neue Besucher bedeutet dies das Ende einer Ära, doch die Erinnerung an das, was die Taverne auszeichnete, bleibt bestehen und dient als Beispiel für eine authentische, bodenständige Gastronomie.

Ein Paradies für Liebhaber der gut bürgerlichen Küche

Das kulinarische Angebot der Taverne de la Tour war tief in der regionalen Tradition verwurzelt. Im Zentrum standen Walliser Spezialitäten, die für ihre Deftigkeit und ehrlichen Geschmack bekannt sind. Wer hierherkam, suchte keine filigrane Haute Cuisine, sondern ehrliche gut bürgerliche Küche, die sättigt und ein Gefühl von Heimat vermittelt. Die Speisekarte, die online noch teilweise einsehbar ist, listete Klassiker auf, die das Herz jedes Geniessers höherschlagen liessen. Dazu zählten verschiedene Variationen von Fondue – von «Nature» über Fondue mit Steinpilzen (aux bolets) bis hin zur Tomaten-Variante. Ebenso prominent vertreten war das Raclette, das hier, wie es sich für das Wallis gehört, «à volonté» (nach Belieben) für Gruppen ab zwei Personen angeboten wurde.

Ein weiteres Aushängeschild des Hauses war das Rösti, das in diversen Ausführungen serviert wurde. Ob als «Roesti Montagnard» mit Speck, Champignons, Zwiebeln und Ei oder in einfacheren Kombinationen mit Schinken und geschmolzenem Käse – das Rösti war eine beliebte Grundlage und ein Gericht für sich. Ehemalige Gäste schwärmten in ihren Bewertungen regelmässig von der Qualität dieser Gerichte, wobei besonders das Fondue und das Rösti immer wieder lobend erwähnt wurden.

Grosszügigkeit bei Portionen und Preis

Ein wiederkehrendes und äusserst positives Merkmal, das in zahlreichen Erfahrungsberichten hervorgehoben wird, war das ausserordentliche Preis-Leistungs-Verhältnis. Gäste berichteten von «ordentlichen Portionen zu vernünftigen Preisen» und betonten, dass man das Restaurant «richtig satt» verliess. Kommentare wie «sehr ehrlich, grosse und günstige Portionen» unterstreichen den Ruf der Taverne als einen Ort, an dem Gastfreundschaft grossgeschrieben wurde und niemand hungrig nach Hause gehen musste. In einer Zeit, in der das Essen gehen oft mit hohen Kosten verbunden ist, bot die Taverne de la Tour eine willkommene Alternative, die Qualität und Quantität fair ausbalancierte. Diese Grosszügigkeit trug massgeblich zur hohen Kundenzufriedenheit und der beeindruckenden Gesamtbewertung von 4.5 Sternen bei, die das Lokal über Jahre hinweg hielt.

Spezialitäten, die Mut erforderten und begeisterten

Neben den allseits bekannten Klassikern wagte sich die Küche der Taverne auch an speziellere traditionelle Gerichte, die heute nicht mehr oft auf Speisekarten zu finden sind. Dazu gehörten beispielsweise Schweinefüsse (Pieds de porc), die wahlweise an einer Madeira-Sauce oder gegrillt serviert wurden. Auch Kutteln (Tripes Maison) zählten zu den Hausspezialitäten. Solche Gerichte zeugen von einer tiefen Verbundenheit mit der traditionellen Kochkunst, bei der alle Teile eines Tieres Verwendung fanden. Selbst wenn sich nicht jeder Gast an diese Spezialitäten herantraute, trugen sie doch zum einzigartigen und authentischen Charakter des Restaurants bei. Für Kenner und Liebhaber solcher Gerichte war die Taverne eine der wenigen verbliebenen Adressen, um diese Delikatessen zu geniessen.

Das Ambiente: Rustikal und Unprätentiös

Die Einrichtung und Atmosphäre der Taverne de la Tour spiegelten das Konzept der Küche wider: einfach, traditionell und gemütlich. Fotografien des Innenraums zeigen eine rustikale Ausstattung mit viel Holz, die eine warme und einladende Stimmung erzeugte. Hier ging es nicht um modernes Design oder extravagante Dekoration, sondern um die Schaffung eines Ortes, an dem man sich sofort wohlfühlte. Es war das klassische Bild einer Schweizer Taverne, in der Einheimische und Touristen gleichermassen willkommen waren, um in geselliger Runde ein gutes Mahl zu geniessen. Dieses unprätentiöse Umfeld war der perfekte Rahmen für die bodenständigen Gerichte und trug wesentlich zum Gesamterlebnis bei.

Aspekte, die zu beachten waren

Trotz der überwältigend positiven Rückmeldungen gab es kleinere Punkte, die für manche Gäste eine Herausforderung darstellen konnten. Ein in einer Bewertung erwähnter Aspekt war die Sprachbarriere. Das Personal sprach anscheinend ausschliesslich Französisch. Obwohl die Bedienung als «sehr bemüht und zuvorkommend» beschrieben wurde, konnte die Kommunikation für Deutschschweizer oder internationale Touristen ohne Französischkenntnisse etwas erschwert sein. Dies ist jedoch ein kleiner Kritikpunkt, der den positiven Gesamteindruck kaum schmälerte, zumal die Gastfreundschaft offensichtlich stimmte.

Ein weiterer Punkt ist die Ausrichtung der Küche selbst. Die Konzentration auf sehr traditionelle, fleisch- und käsereiche Schweizer Küche bedeutete, dass das Angebot für Gäste mit alternativen Ernährungswünschen, wie Veganer oder Vegetarier (abgesehen von den reinen Käsegerichten), möglicherweise begrenzt war. Die Stärke der Taverne war ihre Spezialisierung, was gleichzeitig bedeutete, dass sie nicht jeden modernen kulinarischen Trend bediente.

Das Fazit einer Restaurantbewertung im Rückblick

Die Taverne de la Tour war mehr als nur ein Restaurant; sie war eine Institution in Martigny, die für eine ehrliche und grosszügige gut bürgerliche Küche stand. Ihr Erfolg basierte auf einem klaren Konzept: hochwertige, traditionelle Gerichte, grosse Portionen und faire Preise in einem gemütlichen, rustikalen Ambiente. Die hohe Zufriedenheit der Gäste und die vielen positiven Bewertungen sind ein klares Zeugnis für die Qualität, die über Jahre hinweg geboten wurde. Die permanente Schliessung ist zweifellos ein Verlust für die gastronomische Landschaft von Martigny. Sie hinterlässt eine Lücke für all jene, die auf der Suche nach authentischen Walliser Spezialitäten wie Fondue, Raclette und Rösti waren. Die Taverne de la Tour bleibt ein Beispiel dafür, wie ein Restaurant mit Beständigkeit, Qualität und Herzlichkeit zu einem beliebten und unvergesslichen Ort werden kann.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen