Rhybar Eglisau
ZurückAn der Rheinstrasse 10 in Eglisau befindet sich die Rhybar, ein Betrieb, der sich durch seine aussergewöhnliche Lage direkt am Wasser definiert. Seit der Wiedereröffnung am 1. Mai 2025 unter der Leitung des erfahrenen Gastronomen Ulf Büttner, der auch das Restaurant "Blue" in Rafz führt, hat der Ort eine deutliche Neubelebung erfahren. Das Konzept zielt darauf ab, ganzjährig ein attraktives Ziel zu sein: Im Sommer versprüht die Rhybar mediterranes Flair, während sie sich im Winter in ein gemütliches "Alphüüsli" mit Schweizer Spezialitäten verwandelt. Diese Dualität macht den Betrieb zu einem facettenreichen Anlaufpunkt für verschiedene Anlässe und Jahreszeiten.
Ein Ambiente, das seinesgleichen sucht
Der wohl grösste Anziehungspunkt der Rhybar ist unbestreitbar die malerische Lage. Die grosse Terrasse bietet einen unverstellten Blick auf den Rhein und vermittelt bei sonnigem Wetter ein Gefühl von Urlaub und Leichtigkeit. Gäste beschreiben die Atmosphäre als entspannt und ideal für einen gemütlichen Abend. Ein besonderes Merkmal, das die Rhybar von anderen Lokalen abhebt, ist die bediente Anlegestelle für Boote, was sie zu einem attraktiven Ziel für Ausflüge auf dem Wasser macht. Die Kombination aus Wasser, Sonne und einem kühlen Getränk wird von vielen Besuchern als traumhaft beschrieben und macht die Rhybar zu einem beliebten Treffpunkt, um dem Alltag zu entfliehen. Die Einrichtung wird teilweise als rustikal und minimalistisch beschrieben, was zum entspannten Gesamtbild beiträgt.
Kulinarische Schwerpunkte: Zwischen Fisch und Tatar
Die Speisekarte der Rhybar ist auf das Ambiente abgestimmt und bietet eine Mischung aus regionalen Spezialitäten und mediterranen Köstlichkeiten. Ein Gericht, das in den Bewertungen besonders hervorsticht, sind die Fischknusperli. Ein Gast geht sogar so weit zu sagen, es seien die besten in Eglisau und Umgebung. Dies deutet auf eine hohe Qualität und Beliebtheit dieses Klassikers hin. Daneben werden auch Tapas, Bruschetta und Crostini als "fein" gelobt, was das Lokal als ideale Tapas Bar für einen Apéro oder ein leichtes Nachtessen positioniert. Unter der neuen Führung wurde zudem ein Fokus auf Tatar-Variationen gelegt, die von klassisch über Fisch bis hin zu vegetarischen und veganen Optionen reichen sollen. Das Angebot wird durch einen Sonntagsbrunch vom Buffet, eine Auswahl an Kaffee- und Weinspezialitäten sowie Cocktails und Zigarren abgerundet. Im Winter verschiebt sich der Fokus auf Schweizer Klassiker wie Fondue und Raclette.
Der Service: Eine Erfahrung mit zwei Gesichtern
Während die Lage und Teile des kulinarischen Angebots fast durchweg auf positive Resonanz stossen, zeichnen die Gästebewertungen beim Service ein deutlich gemischteres Bild. Es scheint, dass die Qualität des Gasterlebnisses stark vom Personal und der jeweiligen Situation abhängt.
Die positiven Aspekte
Viele Besucher heben die Freundlichkeit und Bemühungen des Inhabers, Ulf Büttner, und eines Teils seines Teams hervor. In einigen Rezensionen wird das Personal als "Spitze", "sehr freundlich" und "immer für guten Humor zu haben" beschrieben. Es wird berichtet, dass Wünsche der Kunden prompt umgesetzt werden und eine herzliche, aufmerksame Atmosphäre herrscht. Insbesondere bei der Wiedereröffnung wurde das Team für seinen Charme und seine Transparenz gelobt, selbst als es mit anfänglichen technischen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Diese positiven Schilderungen deuten darauf hin, dass die Rhybar das Potenzial hat, ein rundum gelungenes Erlebnis zu bieten, bei dem sich die Gäste wertgeschätzt und gut aufgehoben fühlen.
Die kritischen Stimmen
Andererseits gibt es eine signifikante Anzahl von Berichten, die von weniger erfreulichen Erfahrungen zeugen. Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist ein inkonsistenter und manchmal überforderter Service. Eine Besucherin bemängelte, dass die Kellnerin zwar freundlich, aber sichtlich überlastet war. Dies führte zu einer bizarren Situation, in der reservierte Tische über zweieinhalb Stunden leer blieben, während mindestens 30 potenzielle Gäste abgewiesen wurden – ein erheblicher Umsatzverlust für ein eher kleines Restaurant. Ein anderer Gast beschreibt eine äusserst enttäuschende Erfahrung mit einer bestimmten Kellnerin, die als unhöflich und wenig entgegenkommend empfunden wurde. Eine einfache Bitte nach Brot, für das selbstverständlich bezahlt worden wäre, wurde grundlos abgelehnt. Solche Erlebnisse stehen im starken Kontrast zum ansonsten angestrebten gastfreundlichen Image. Auch die Qualität der Getränke wird kritisiert; ein alkoholfreier Aperol Spritz für 11.50 CHF wurde als geschmacklos und wässrig beschrieben. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Reaktion der Geschäftsführung auf negatives Feedback. Ein Gast fühlte sich mit seiner ehrlichen Kritik abgewimmelt, was den Eindruck erweckte, dass die Zufriedenheit der Gäste nicht oberste Priorität habe.
Fazit: Ein Ort mit Potenzial und Herausforderungen
Die Rhybar Eglisau ist ein Ort der Kontraste. Auf der einen Seite steht eine absolut unschlagbare Lage, die eine idyllische Kulisse für entspannte Stunden bietet. Wer eine schöne Terrasse sucht, um bei einem Drink und Snacks wie den hochgelobten Fischknusperli den Rhein zu geniessen, wird hier kaum einen besseren Ort finden. Das Restaurant am Wasser ist ideal für alle, die dem Trubel entkommen und einfach nur die Aussicht geniessen wollen. Auf der anderen Seite steht die erhebliche Inkonsistenz im Service. Das Erlebnis kann von ausserordentlich freundlich bis hin zu frustrierend unprofessionell reichen. Für potenzielle Kunden bedeutet dies, dass ein Besuch mit einer gewissen Unsicherheit verbunden ist. Wenn man bereit ist, über mögliche Service-Schwächen hinwegzusehen und die Priorität auf das Ambiente legt, ist die Rhybar eine ausgezeichnete Wahl. Wer jedoch durchweg aufmerksamen und professionellen Service als Grundvoraussetzung für einen gelungenen Ausflug zum Essen gehen betrachtet, könnte hier eine Enttäuschung erleben. Es bleibt zu hoffen, dass die neue Führung die Servicequalität stabilisieren kann, um das volle Potenzial dieses Juwels am Rhein auszuschöpfen.