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Restorant Stüva Engiadina

Restorant Stüva Engiadina

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Via vers Mulin 5, 7513 Silvaplana, Schweiz
Restaurant
9 (22 Bewertungen)

Das Restorant Stüva Engiadina, eingebettet im Hotel Albana in Silvaplana, präsentiert sich als eine Adresse für Liebhaber der lokalen und europäischen Küche. Der Name „Stüva“ verspricht bereits ein traditionelles, holzgetäfeltes Ambiente, das von Gästen durchweg als eine der grössten Stärken des Hauses wahrgenommen wird. Die Atmosphäre wird oft als schön, gemütlich und angenehm beschrieben, was einen idealen Rahmen für ein authentisches Restaurant-Erlebnis in den Bündner Alpen schafft. Dieses positive Raumerlebnis wird in der Regel durch einen Service ergänzt, der mehrheitlich als freundlich, aufmerksam und professionell bewertet wird. Besonders hervorzuheben ist der professionelle Umgang mit Beschwerden, bei dem sich das Team kulant zeigte – ein Zeichen für einen hohen Anspruch an die Gastfreundschaft.

Allerdings gibt es vereinzelte Berichte, die auf eine gewisse Unbeständigkeit im Service hindeuten. So wurde in einem Fall ein eher gehetzter Empfang und eine mangelnde Reaktion auf direktes Feedback während des Essens bemängelt. Dies deutet darauf hin, dass die Servicequalität, obwohl meist hoch, an manchen Tagen schwanken könnte.

Das kulinarische Angebot: Zwischen regionalen Höhepunkten und handwerklichen Schwächen

Die Speisekarte des Stüva Engiadina ist umfangreich und bietet eine grosse Auswahl an Gerichten und Weinen. Der Fokus liegt klar auf der Schweizer Küche und regionalen Spezialitäten aus Graubünden. Die Küche beschreibt ihr Konzept selbst als „Genuss- und Naturküche“, bei der saisonale und frische Produkte aus der Region kreativ verarbeitet werden. Eine Besonderheit ist der Küchenchef Martin Tullus aus Estland, dessen Herkunft gelegentlich für interessante estnische Einflüsse auf der Karte sorgt.

Ein oft und ausdrücklich empfohlenes Gericht sind die Capuns, eine Bündner Spezialität aus in Mangoldblättern gewickeltem Spätzleteig. Dass gerade dieser Klassiker positiv hervorsticht, spricht für die Verankerung des Restaurants in der regionalen Küche. Gäste, die sich für solche traditionellen Gerichte entscheiden, scheinen eine durchweg positive Erfahrung zu machen.

Kritikpunkte bei der Zubereitung

Trotz der Stärken im Bereich der traditionellen Gerichte zeigen einige detaillierte Bewertungen eine deutliche Inkonsistenz bei der Qualität der Hauptspeisen. Diese Kritikpunkte scheinen kein Einzelfall zu sein und betreffen verschiedene Aspekte der Zubereitung. Ein wiederkehrendes Thema ist die Garstufe von Fleischgerichten. So wurde beispielsweise ein Rehrücken, der „medium“ bestellt wurde, als „rare“ (kaum gebraten) serviert, während in einem anderen Fall dasselbe Gericht „well done“ (durchgebraten) auf den Tisch kam, obwohl es ebenfalls „medium“ gewünscht war. Solche Abweichungen sind in einem Restaurant dieser Preisklasse ein klares Manko.

Auch die Beilagen und Saucen stehen im Fokus der Kritik. Ein Gast beschrieb das Rotkraut als aromalos und nur sauer, während die Spätzle als trocken und mit Muskat überwürzt empfunden wurden, was zu dem wenig schmeichelhaften Vergleich mit einem Fertigprodukt führte. Die zum Wild gereichte Sauce wurde als substanzlos, salzig und ohne das erwartete Wildaroma kritisiert. Ähnliche Kritik erntete ein Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti: Das Fleisch sei trocken gewesen, die Rösti nicht knusprig und die Sauce wiederum blass im Geschmack, mit einem unangenehmen Hauch von Geschmacksverstärkern.

Unerwartete Geschmackskompositionen

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Transparenz der Zutaten. Eine Kürbiscremesuppe, die mit Wasabinüssen serviert wurde, ohne dass dies auf der Speisekarte vermerkt war, sorgte für eine unliebsame Überraschung. Während kreative Akzente durchaus willkommen sind, sollten derart dominante und potenziell unerwünschte Aromen deklariert werden. Auch ein vegetarisches Gericht, Spaghetti Napoli, wurde kritisiert, da es mit einer als übermässig empfundenen Menge an Oliven mit Stiel und Kapernäpfeln serviert wurde – eine Zubereitung, die nicht jedermanns Geschmack trifft und vom klassischen Gericht stark abweicht.

Ein Fazit für potenzielle Gäste

Wer plant, im Restorant Stüva Engiadina essen zu gehen, findet eine Lokalität mit einem unbestreitbar schönen und traditionellen Ambiente. Für ein gemütliches Abendessen in einer authentischen Engadiner Stube ist der Rahmen perfekt. Der Service ist in den meisten Fällen zuvorkommend und professionell. Die grosse Auswahl an Speisen und Weinen sowie die Verfügbarkeit von vegetarischen Optionen, durchgehenden Öffnungszeiten von 11:00 bis 22:00 Uhr und die Möglichkeit zur Reservation machen das Restaurant zu einer praktischen und zugänglichen Wahl in Silvaplana.

Die grösste Herausforderung liegt jedoch in der schwankenden Leistung der Küche. Während traditionelle Gerichte wie Capuns zu überzeugen wissen, besteht bei komplexeren Hauptspeisen das Risiko, ein Gericht zu erhalten, das handwerkliche Mängel aufweist. Die Zubereitung von Fleisch, die Konsistenz von Beilagen und die geschmackliche Tiefe der Saucen scheinen die Hauptkritikpunkte zu sein. Für Gäste, die Wert auf eine verlässlich hohe kulinarische Qualität bei jedem Gericht legen, könnte der Besuch daher mit einem gewissen Risiko verbunden sein. Wer jedoch eine Vorliebe für traditionelles Flair hat und sich vielleicht an die bewährten Klassiker der Bündner Küche hält, kann hier durchaus einen gelungenen Abend verbringen.

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