Restaurant zum Tannenbaum
ZurückDas Restaurant zum Tannenbaum an der Oberdorfstrasse 1 in Herisau ist ein Betrieb, der bei Einheimischen und Besuchern gemischte Gefühle hervorruft. Es präsentiert sich als eine traditionelle italienische Pizzeria, die von einem italienischen Wirt geführt wird, was bei vielen Gästen die Erwartung an authentische Gerichte und südländische Gastfreundschaft weckt. Die Meinungen darüber, ob diese Erwartungen erfüllt werden, gehen jedoch stark auseinander, insbesondere wenn man die Erfahrungen der letzten Jahre vergleicht.
Ein Blick auf die Stärken und das traditionelle Angebot
Über Jahre hinweg hat sich das Tannenbaum einen Namen für bestimmte Spezialitäten gemacht. Insbesondere das Entrecôte auf dem heissen Stein wird von langjährigen Gästen immer wieder positiv hervorgehoben. Ein entscheidendes Qualitätsmerkmal ist dabei die Herkunft des Fleisches, das direkt von einem lokalen Metzger aus dem Dorf bezogen wird. Dies spricht für Frische und eine Unterstützung der regionalen Wirtschaft, was von vielen Kunden geschätzt wird. Ebenso fanden sich in der Vergangenheit immer wieder lobende Worte für die Pizza, die von einigen sogar als die beste im ganzen Dorf bezeichnet wurde. Die Grundlage für diesen Ruf war eine authentische Zubereitung, wie man sie von einer echten Pizzeria erwartet.
Ein weiteres attraktives Angebot, das vor allem für das Mittagessen relevant ist, sind die drei täglich wechselnden Menüs. Diese Auswahl bietet eine praktische und abwechslungsreiche Option für Berufstätige oder Besucher, die eine schnelle, aber dennoch vollwertige Mahlzeit suchen. Die zentrale Lage des Restaurants trägt zusätzlich zur Attraktivität bei, da es leicht erreichbar ist.
Die Kehrseite: Aktuelle Kritikpunkte und Herausforderungen
Trotz dieser soliden Basis deuten zahlreiche neuere Bewertungen auf eine besorgniserregende Entwicklung hin. Die Kritik betrifft mehrere Kernbereiche eines Gastronomiebetriebs: die Qualität des Essens, den Service und die allgemeinen betrieblichen Abläufe. Diese Diskrepanz zwischen der einstigen Reputation und der aktuellen Wahrnehmung ist auffällig und für potenzielle Gäste ein wichtiger Faktor bei ihrer Entscheidung.
Qualität der Speisen im Wandel
Die einst gelobte Pizza steht heute im Zentrum der Kritik. Gäste berichten von gravierenden Mängeln, die von einem authentischen italienischen Erlebnis weit entfernt sind. Beschreibungen reichen von einem verkohlten, schwarzen Boden bis hin zu einem äusserst spärlichen Belag. Ein Gast merkte an, dass selbst die Kerne der Peperoni auf der Pizza belassen wurden, was auf mangelnde Sorgfalt in der Küche schliessen lässt. Auch die Pizza Prosciutto wurde als kaum wiedererkennbar beschrieben, ertränkt unter einer übermässigen Menge an qualitativ minderwertigem Käse, während der Schinken selbst kaum zu finden war.
Doch nicht nur die Pizza, auch andere Klassiker der italienische Küche scheinen unter Qualitätsschwankungen zu leiden. So wurde eine wässrige und geschmacklose Sauce bei den Spaghetti bemängelt. Ein für viele Liebhaber der italienischen Küche unverzeihlicher Fauxpas war das Servieren von geschnittenen Spaghetti – ein Vorgehen, das in einem authentischen italienischen Restaurant als absolutes No-Go gilt. Kalte Teller, auf denen das Essen serviert wird, runden das negative Bild ab, da sie die Speisen schneller auskühlen lassen und den Genuss schmälern.
Service und Gastfreundschaft auf dem Prüfstand
Ein weiterer, häufig genannter Kritikpunkt ist der Service. Berichte über lange Wartezeiten sind keine Seltenheit. Einige Gäste mussten bis zu 15 Minuten warten, nur um eine Getränkebestellung aufgeben zu können, und die Wartezeit auf das Essen, wie zum Beispiel die Pizza, betrug in manchen Fällen eine ganze Stunde. Ein solcher Zeitaufwand ist für ein Mittagessen kaum tragbar und auch beim Abendessen ein erheblicher Dämpfer für die Stimmung. Die Art des Services wird als "lausig" und unaufmerksam beschrieben. Kleine Gesten der Gastfreundschaft, wie das Anbieten von Wasser für einen Hund, scheinen ebenfalls zu fehlen.
Besonders kritisch wird die Haltung des Wirtes selbst gesehen. Anstatt auf die Bedürfnisse der Gäste einzugehen, wird ihm vorgeworfen, sich wiederholt bei den Kunden zu beklagen ("jammert nur noch herum"). Dieses Verhalten schafft eine unangenehme Atmosphäre und trägt nicht zu einem positiven Restauranterlebnis bei. Ein professioneller Gastgeber sollte Probleme intern lösen und den Gästen einen unbeschwerten Aufenthalt ermöglichen.
Praktische Hindernisse: Das Zahlungsproblem
Ein wiederkehrendes und für viele Gäste äusserst frustrierendes Thema ist die Bezahlung. Obwohl an der Eingangstür Aufkleber auf die Akzeptanz von Kredit- und Debitkarten hinweisen, wird im Restaurant seit Jahren fast ausschliesslich Barzahlung verlangt. Berichten zufolge wird Kartenzahlung nur widerwillig und in einem rauen, unfreundlichen Ton akzeptiert, wobei aktiv nach Bargeld gefragt wird. Im heutigen digitalen Zeitalter ist dies für viele Kunden nicht nur unverständlich, sondern auch ein grosses praktisches Ärgernis. Es zwingt Besucher dazu, vorab Bargeld abzuheben, und hinterlässt den Eindruck eines nicht mehr zeitgemässen und wenig kundenorientierten Geschäftsmodells.
Preis-Leistungs-Verhältnis und Fazit
Angesichts der geschilderten Mängel bei Qualität und Service empfinden viele Gäste die aufgerufenen Preise als nicht gerechtfertigt. Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird als "lächerlich" bezeichnet, da der Gegenwert für das Geld nicht mehr zu stimmen scheint. Auch die Speisekarte selbst entging der Kritik nicht; sie wurde als unansprechend und mit Rechtschreibfehlern behaftet beschrieben.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Restaurant zum Tannenbaum ein Ort mit zwei Gesichtern ist. Auf der einen Seite steht eine lange Tradition mit beliebten Klassikern wie dem Entrecôte vom heissen Stein und dem Potenzial für authentische italienische Küche. Auf der anderen Seite steht eine wachsende Zahl von Erfahrungsberichten, die von einem deutlichen Abfall der Qualität, einem unzureichenden Service und veralteten Geschäftspraktiken zeugen. Potenzielle Besucher sollten sich dieser Diskrepanz bewusst sein. Es empfiehlt sich, Bargeld mitzuführen und die Erwartungen an Service und Speisenqualität den jüngsten Bewertungen anzupassen. Das Restaurant bietet keine rollstuhlgerechten Zugänge und ist montags geschlossen.