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Restaurant Schifflände Quinten

Restaurant Schifflände Quinten

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Dörfli 800, 8878 Quinten, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
9 (1012 Bewertungen)

Das Restaurant Schifflände Quinten, ehemals an der Adresse Dörfli 800 im autofreien Weindorf Quinten gelegen, war über Jahre eine bekannte Anlaufstelle für Ausflügler und Geniesser. Direkt am Ufer des Walensees positioniert, zog es Besucher vor allem mit seiner einzigartigen Lage an. Für alle, die einen Besuch in Erwägung ziehen, ist die wichtigste Information jedoch vorwegzunehmen: Das Restaurant ist mittlerweile dauerhaft geschlossen. Dennoch lohnt sich ein Rückblick auf das, was diesen Ort ausmachte – seine Stärken und die Aspekte, die bei den Gästen für geteilte Meinungen sorgten.

Lage und Ambiente: Der unbestreitbare Hauptdarsteller

Der wohl am häufigsten genannte und einstimmig gelobte Aspekt des Schifflände war seine phänomenale Lage. Direkt an der Anlegestelle der Kursschiffe gelegen, bot das Restaurant mit Aussicht einen Panoramablick über den Walensee und auf die majestätische Churfirsten-Bergkette, der als atemberaubend beschrieben wurde. Gästen standen zwei Terrassen zur Verfügung: eine sonnige, direkt neben den Weinreben, die das mediterrane Flair von Quinten unterstrich, und eine weitere, die im wohltuenden Schatten grosser Platanen lag. Dieses Ambiente war der Hauptgrund für viele Besuche. Die Atmosphäre wurde als entspannt, ruhig und beinahe märchenhaft empfunden, was Quinten den Beinamen „Riviera der Ostschweiz“ eingebracht hat. Man bezahlte hier nicht nur für eine Mahlzeit, sondern für ein Gesamterlebnis, bei dem die Natur die Hauptrolle spielte. Die unmittelbare Nähe zum Wasser und die malerische Kulisse machten das Lokal zu einem Postkartenmotiv und einem beliebten Ziel für ein unvergessliches Mittagessen oder einen Kaffee am Nachmittag.

Ein kulinarisches Erlebnis mit zwei Gesichtern

Während die Lage durchweg auf Begeisterung stiess, war die kulinarische Leistung des Hauses ein Punkt, der die Geister schied. Die Speisekarte bot eine Auswahl, die auf den ersten Blick zur Umgebung passte, insbesondere mit einem Fokus auf Fischgerichte. Doch die Qualität und Zubereitung der Speisen führten zu sehr unterschiedlichen Bewertungen.

Was die Gäste überzeugte

Auf der positiven Seite wurden bestimmte Gerichte durchaus gelobt. Einige Besucher beschrieben ihre Erfahrungen als sehr zufriedenstellend und das Essen als schmackhaft.

  • Fischgerichte: Insbesondere die Egliknusperli, ein Klassiker in der Schweizer Gastronomie, wurden von manchen Gästen als sehr lecker und gut zubereitet empfunden. Auch andere Fischspeisen fanden Anklang und wurden in Kombination mit dem schnellen Service geschätzt.
  • Grosszügige Desserts: Ein wiederkehrendes Lob galt den Desserts. Die Coupés (Eisbecher) wurden als sehr gross und köstlich beschrieben, was sie zu einem beliebten Abschluss einer Mahlzeit machte.
  • Lokaler Wein: Der lokale Chardonnay wurde als hervorragend gelobt und rundete das Erlebnis für Weinliebhaber ab, indem er die regionale Küche zumindest im Glas repräsentierte.

Kritikpunkte an der Küche

Auf der anderen Seite stand eine detaillierte und fundierte Kritik, die ein gänzlich anderes Bild zeichnete. Für anspruchsvollere Gaumen offenbarte die Küche erhebliche Schwächen, die im starken Kontrast zur idyllischen Umgebung und den Preisen standen.

  • Fehlende Frische und Herkunft: Der grösste Kritikpunkt war die Herkunft der Produkte. In einem Fischrestaurant direkt am See erwarteten viele Gäste frischen Fisch aus dem Walensee. Stattdessen wurde berichtet, dass der Fisch aus Litauen und Deutschland importiert wurde. Auch bei den Salaten wurde auf Konservenware zurückgegriffen; eingelegte Rote Bete, Karotten und Mais aus der Dose entsprachen nicht den Erwartungen an frische Zutaten.
  • Zubereitung und Geschwindigkeit: Ein weiterer alarmierender Punkt war die extrem schnelle Servierzeit. Wenn Gerichte innerhalb von nur fünf Minuten nach der Bestellung am Tisch stehen, lässt dies stark vermuten, dass die Komponenten vorgefertigt sind und nicht à la minute frisch zubereitet werden. Dies mag für einen schnellen Imbiss ausreichen, enttäuscht aber Gäste, die ein kulinarisches Erlebnis suchen.
  • Inkonsistente Qualität: Neben den genannten Hauptkritikpunkten gab es auch bei anderen Gerichten Mängel. So wurde beispielsweise ein Cordon Bleu als eher zäh beschrieben, auch wenn der Geschmack als „in Ordnung“ galt. Die Fischchips wurden als „essbar“ bewertet, was kaum als Kompliment zu verstehen ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das kulinarische Angebot des Restaurant Schifflände stark polarisierte. Während einige Gäste mit ihrem Essen zufrieden waren, kritisierten andere eine mangelnde Frische und Qualität, die nicht zum Preisniveau und dem erstklassigen Standort passte.

Service: Zwischen Effizienz und langem Warten

Ähnlich widersprüchlich wie die Küche wurde auch die Bedienung bewertet. Viele Besucher erlebten den Service als ausserordentlich positiv. Das Personal wurde als sehr freundlich, aufmerksam, kompetent und schnell beschrieben. Insbesondere bei Teamausflügen oder weniger hektischen Tagen schien die Mannschaft gut eingespielt zu sein und trug massgeblich zu einem gelungenen Aufenthalt bei. Diese Gäste fühlten sich gut betreut und lobten die Effizienz. Jedoch gab es auch die gegenteilige Erfahrung. Andere Gäste berichteten von übermässig langen Wartezeiten. Sie mussten „ewig“ warten, bis sie bedient wurden und ihr Essen erhielten. Diese Diskrepanz lässt vermuten, dass der Service stark von der Auslastung des Restaurants abhing und an Spitzentagen an seine Grenzen stiess.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Zahlt man für die Aussicht?

Mit einem mittleren Preisniveau (Preisstufe 2) waren die Kosten im Schifflände nicht exorbitant, wurden aber von vielen Gästen im Verhältnis zur gebotenen Essensqualität als eher teuer empfunden. Der Konsens war klar: Man zahlte einen erheblichen Aufpreis für die exklusive Lage und den unbezahlbaren Ausblick. Einige fanden diesen Kompromiss angesichts der aufwändigen Logistik, alle Waren per Schiff nach Quinten zu transportieren, verständlich und akzeptabel. Für andere, die den Fokus auf das kulinarische Erlebnis legten, stimmte das Preis-Leistungs-Verhältnis jedoch nicht. Der hervorragende lokale Wein konnte die Enttäuschung über importierten Fisch und Dosen-Gemüse nicht immer kompensieren.

Ein geschlossenes Kapitel: Das Fazit zum Restaurant Schifflände

Die permanente Schliessung des Restaurant Schifflände Quinten markiert das Ende einer Ära für ein Restaurant, das von seinen Kontrasten lebte. Es wird als ein Ort in Erinnerung bleiben, der mit einer der schönsten Lagen der Schweiz punkten konnte, dessen kulinarische Identität und Servicequalität jedoch nie eine konstante Linie fanden. Für viele war es der perfekte Ort, um bei einem Glas Wein die Seele baumeln zu lassen und die spektakuläre Natur zu geniessen. Für andere war es ein Beispiel dafür, wie eine erstklassige Lage nicht zwangsläufig mit einer erstklassigen Küche einhergeht. Was bleibt, ist die Erinnerung an eine unvergessliche Seeterrasse am Walensee.

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