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Restaurant Lamartine

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Av. Soret 2, 1203 Genève, Schweiz
Restaurant
9 (804 Bewertungen)

Das Restaurant Lamartine an der Avenue Soret 2 in Genf ist seit Jahren eine feste Grösse in der lokalen Gastronomieszene. Es präsentiert sich als ein klassisches Quartier-Restaurant, das sich einen Namen gemacht hat, insbesondere bei Liebhabern von herzhaften Fleischgerichten. Mit einer soliden Gesamtbewertung, die sich aus Hunderten von Rückmeldungen über die Jahre zusammensetzt, scheint das Lokal vieles richtig zu machen. Doch wie bei vielen traditionsreichen Betrieben zeigt ein genauerer Blick auf die jüngsten Erfahrungen der Gäste ein differenziertes Bild, das potenzielle Besucher in Betracht ziehen sollten, bevor sie einen Restaurantbesuch planen.

Ein Paradies für Fleischliebhaber

Der unbestrittene Star der Speisekarte im Lamartine ist das Fleisch. Zahlreiche positive Bewertungen heben die Qualität und Zubereitung der Fleischgerichte hervor. Ein besonders häufig gelobtes Gericht ist die "Charbonnade". Hierbei handelt es sich um eine Art Tischgrill, bei dem die Gäste ihr Fleisch selbst nach eigenem Geschmack grillieren können – ein interaktives und geselliges kulinarisches Erlebnis. Ein Gast beschrieb die Charbonnade als "mega lecker" und schwärmte von den "genialen Saucen", die dazu gereicht werden. Diese Spezialität scheint ein sicherer Wert zu sein und zieht viele Stammgäste an.

Auch andere Fleischklassiker, wie das Steak mit Cognacsauce, finden grossen Anklang. Einem Bericht zufolge wird dieses Gericht spektakulär am Tisch flambiert, was dem Abendessen eine unterhaltsame Note verleiht. Die Qualität des Fleisches wird als sehr gut beschrieben, und die Zubereitung erfolgt präzise nach den Wünschen der Gäste. Ein weiterer Aspekt, der immer wieder positiv erwähnt wird, ist die ausserordentliche Grosszügigkeit der Portionen. Ein Gast berichtete sogar, dass er nach dem Hauptgang eine zweite Portion angeboten bekam, was heute eine Seltenheit ist und von einem grosszügigen und kundenfreundlichen Ansatz zeugt. Dies unterstreicht den Anspruch, ein Ort für "eine gute Bouffe" ohne unnötigen Schnickschnack zu sein, wie es ein französischer Gastronomieführer treffend beschrieb. Die Kombination aus guter Fleischqualität, schmackhaften Saucen und grossen Portionen macht das Lamartine zu einer erstklassigen Adresse für alle, die ein sättigendes und unkompliziertes Mittagessen oder Abendessen suchen.

Die iberische Prägung und weitere Spezialitäten

Die Küche des Lamartine ist mediterran und spanisch geprägt, was sich nicht nur in der Weinkarte mit einer grossen Auswahl an spanischen Weinen zeigt, sondern auch in Gerichten wie Paella. Diese wird an bestimmten Tagen als Tagesgericht angeboten und soll laut einem Gast die beste der Schweiz sein. Die Speisekarte ist umfangreich und bietet neben den berühmten Fleischgerichten auch Optionen wie Oktopus, Garnelen und verschiedene Salate. Der Haussalat wird von einigen als "einfach klasse" beschrieben, mit einer gut gewürzten Sauce, die den Appetit anregt. Diese Vielfalt deutet darauf hin, dass die Küche, trotz ihres klaren Fokus auf Fleisch, bestrebt ist, ein breiteres Publikum anzusprechen.

Kritikpunkte und aufkommende Inkonsistenzen

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es in jüngerer Zeit vermehrt kritische Stimmen, die auf erhebliche Mängel in Service und Qualität hinweisen. Diese Diskrepanz zwischen den langjährigen Lobeshymnen und den aktuellen Beschwerden ist auffällig und deutet auf mögliche interne Probleme oder eine nachlassende Konstanz hin. Ein besonders schwerwiegender Kritikpunkt betrifft den Service. Eine Besucherin berichtete von einer extrem langen Wartezeit von über einer Stunde und zehn Minuten auf das Essen. Erschwerend kam hinzu, dass Gäste, die später eintrafen, vor ihr bedient wurden, was auf eine mangelnde Organisation im Serviceablauf schliessen lässt. Als sie sich nach der Wartezeit erkundigte, erhielt sie lediglich eine knappe und wenig hilfreiche Antwort.

Die Sprachbarriere als Herausforderung

Ein weiterer, für die lokale Kundschaft möglicherweise entscheidender Kritikpunkt ist die angebliche Sprachbarriere. Es wurde berichtet, dass das Servicepersonal ausschliesslich Spanisch und nicht die Landessprache Französisch sprach. In einer internationalen Stadt wie Genf ist Mehrsprachigkeit zwar üblich, doch das Fehlen von Kenntnissen der lokalen Sprache kann die Kommunikation erheblich erschweren und wird von manchen Gästen als Mangel an Respekt empfunden. Dieser Punkt steht in starkem Kontrast zu anderen Bewertungen, in denen der Service als "tadellos", "super und herzlich" beschrieben wird. Diese widersprüchlichen Aussagen machen es für neue Kunden schwierig, eine klare Erwartungshaltung zu entwickeln. Es scheint, dass die Servicequalität stark von der Tagesform oder dem anwesenden Personal abhängt.

Qualitätsschwankungen in der Küche

Auch die Qualität der Speisen scheint nicht durchgehend auf dem gleichen hohen Niveau zu sein. Während die Fleischgerichte fast einstimmig gelobt werden, fallen die Urteile über andere Gerichte gemischt bis negativ aus. Ein Gast beschrieb den bestellten Oktopus als geschmacklos und die dazugehörigen Kartoffeln als aufgewärmt vom Vortag. Ein anderer Gast war von den Calamari enttäuscht: Die Panade sei matschig und fettig gewesen, was auf ein erneutes Aufwärmen hindeutet. Selbst bei den Beilagen wie den Pommes Frites wurde bemängelt, dass verbrannte Reste serviert wurden, als hätte man den Boden der Fritteuse erhalten. Diese Berichte deuten darauf hin, dass die Küche bei Gerichten ausserhalb ihrer Kernkompetenz – dem Fleisch – möglicherweise an ihre Grenzen stösst. Die begrenzte Auswahl an Fischgerichten wurde ebenfalls als Negativpunkt angemerkt.

Ambiente und praktische Informationen

Das Ambiente des Restaurant Lamartine wird als das eines typischen Nachbarschaftslokals beschrieben – gemütlich und unprätentiös. Einige Gäste merken jedoch an, dass das Interieur eine Auffrischung vertragen könnte. Es ist der Charme einer etablierten Brasserie, der vielleicht nicht jedermanns Geschmack trifft. Das Lokal befindet sich an der Avenue Soret 2, ist für Rollstuhlfahrer zugänglich und bietet die Möglichkeit zur Reservierung, was angesichts der potenziellen Beliebtheit, insbesondere an Wochenenden, ratsam ist. Die Preise werden als moderat (Preisniveau 2) eingestuft, was in Anbetracht der grosszügigen Portionen ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis suggeriert. Das Restaurant hat dienstags bis samstags für das Mittagessen und Abendessen geöffnet, während es sonntags und montags geschlossen bleibt.

Fazit: Ein Restaurant mit zwei Gesichtern

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Restaurant Lamartine eine Institution mit einer klaren Identität ist. Für Liebhaber von traditionelle Küche, insbesondere von gut zubereiteten und grosszügigen Fleischgerichte wie der Charbonnade, ist es nach wie vor eine sehr empfehlenswerte Adresse. Die langjährige positive Resonanz und die hohe Gesamtbewertung sprechen für eine solide Basis und viele zufriedene Stammkunden. Jedoch sollten potenzielle Gäste die jüngsten kritischen Berichte nicht ignorieren. Die gemeldeten Inkonsistenzen im Service, von langen Wartezeiten bis hin zu Sprachbarrieren, sowie die schwankende Qualität bei Nicht-Fleischgerichten stellen ein gewisses Risiko dar. Ein Besuch im Lamartine kann ein hervorragendes kulinarisches Erlebnis sein, wenn man sich auf die Stärken des Hauses konzentriert. Wer jedoch einen durchgehend perfekten Service, ein modernes Ambiente oder eine vielfältige, qualitativ hochstehende Auswahl an Meeresfrüchten erwartet, könnte enttäuscht werden.

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