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Restaurant Hühnerei

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Via S. Gian 7, 7505 Celerina/Schlarigna, Schweiz
Restaurant
8.4 (69 Bewertungen)

Das Restaurant Hühnerei in Celerina, einst Teil des gastronomischen Angebots des Hotels Chesa Rosatsch an der Via S. Gian 7, ist heute dauerhaft geschlossen. Es hinterlässt die Erinnerung an ein mutiges Konzept, das versuchte, urbane Lässigkeit mit der ehrwürdigen Atmosphäre einer Engadiner Stube zu verbinden. Dieser gastronomische Betrieb spezialisierte sich, wie der Name schon andeutet, auf Gerichte rund um Huhn und Ei und zielte darauf ab, ein modernes Publikum anzusprechen. Die Reaktionen der Gäste waren jedoch so vielfältig wie die Speisekarte selbst und zeichnen das Bild eines Ortes, der sowohl Begeisterung als auch Kritik hervorrief.

Ein Konzept zwischen Tradition und Moderne

Der Ansatz des Hühnerei war unbestreitbar einzigartig. In einem altehrwürdigen Gebäude, das traditionelle Engadiner Gemütlichkeit ausstrahlt, wurde ein hippes, fast schon alternatives Ambiente geschaffen. Fotos zeigen eine Einrichtung, die bewusst mit Kontrasten spielte: alte Holztäfelungen trafen auf moderne Kunst und Graffiti-Elemente, die lebendig werden sollten. Dieses Restaurant sollte mehr sein als nur ein Ort zum Essen gehen; es sollte ein Erlebnisraum sein, eine „geschmeidige Alternative zum eigenen Wohnzimmer“, wie es in der Eigenwerbung hieß. Zu diesem Erlebnis sollten auch digitale Spielereien an den Tischen beitragen, die besonders bei Familien mit Kindern gut ankamen – sofern sie funktionierten. Dieser innovative Geist überzeugte viele Gäste, die das „außerordentlich coole Konzept“ lobten und die gelungene Fusion von Alt und Neu als erfrischend empfanden.

Die kulinarische Seite: Lob und Tadel für die Speisekarte

Im Mittelpunkt stand natürlich das Essen. Die Speisekarte konzentrierte sich auf hochwertige Hühnchen- und Eiergerichte, die international inspiriert waren. Von knusprigem „Southern Fried Chicken“ über Burger-Variationen wie den „Caesar Burger“ bis hin zu Tacos und Butter Chicken Curry wurde eine breite Palette angeboten. Viele Gäste zeigten sich von der Qualität der Speisen begeistert. Das Fleisch wurde als „unglaublich saftig und zart“ beschrieben, und die Gerichte als ein Genuss für Gaumen und Auge. Die Verwendung von regionalen Produkten, wie Hähnchen aus Malans, unterstrich den Qualitätsanspruch. Auch vegetarische und vegane Optionen fanden ihren Platz, was das moderne und inklusive Konzept des Restaurants unterstrich. Das positive Feedback gipfelte in Bewertungen, die das Hühnerei als absoluten Tipp für jeden „Pouletliebhaber“ bezeichneten und die Gastfreundschaft des jungen „Rosatsch-Teams“ hervorhoben.

Die Kehrseite der Medaille: Kritikpunkte der Gäste

Trotz des vielen Lobs gab es auch deutliche Kritik, die ein differenzierteres Bild zeichnet. Ein wiederkehrender Kritikpunkt war das Preis-Leistungs-Verhältnis. Während einige Gäste die Preise für die gebotene Qualität als „mehr als fair“ empfanden, sahen andere dies kritischer. Ein Gast bemängelte, dass die Portionen im Vergleich zu früheren Besuchen bei gleichem Preis merklich kleiner geworden seien. Insbesondere die Getränkepreise wurden als überzogen wahrgenommen, wie das Beispiel einer Kinder-Schorle für fast 7 CHF oder eines Cocktails für 18 CHF zeigt, bei dem die namensgebende Zutat kaum herauszuschmecken war. Solche Erfahrungen trübten das sonst positive Bild der Speisenqualität.

Ein weiterer Störfaktor für manche Besucher war die Atmosphäre. Das Konzept des angebauten Saals führte dazu, dass Lärm aus der Partnerküche unüberhörbar in den Gästebereich drang. Das ständige Geräusch von „Schnitzel plätten“ wurde als erhebliche Beeinträchtigung des Ambientes empfunden. Hinzu kam der technische Ausfall der digitalen Tischspiele, was besonders für Familien, die sich darauf gefreut hatten, eine Enttäuschung darstellte. Diese Mängel führten dazu, dass das an sich spannende Konzept in der praktischen Umsetzung nicht immer überzeugen konnte.

Zusammenfassung der Gasterfahrungen

Die gesammelten Bewertungen mit einem Durchschnitt von 4.2 Sternen spiegeln die gespaltenen Meinungen wider. Das Hühnerei war ein Ort, der polarisierte. Auf der einen Seite standen Gäste, die einen perfekten Abend erlebten und das innovative Konzept, die moderne Küche und den freundlichen Service in höchsten Tönen lobten. Sie sahen in der Kombination aus traditionelle Küche und urbanem Flair ein gelungenes kulinarisches Erlebnis.

Auf der anderen Seite gab es Besucher, die zwar die Qualität des Essens anerkannten, sich aber an den hohen Preisen, den kleineren Portionen und den atmosphärischen Störungen rieben. Für sie stimmte das Gesamtpaket nicht, was zu deutlich negativeren Bewertungen führte. Es scheint, dass das Hühnerei ein ambitioniertes Projekt war, dessen Erfolg stark von der individuellen Erwartungshaltung und der Toleranz gegenüber den genannten Schwachpunkten abhing.

Ein Kapitel schliesst sich

Mit der dauerhaften Schliessung des Restaurant Hühnerei geht in Celerina eine gastronomische Ära zu Ende, die für ihren Mut zur Innovation in Erinnerung bleiben wird. Es war der Versuch, eine Nische zu besetzen und ein jüngeres, trendbewusstes Publikum anzusprechen, ohne die Wurzeln der Engadiner Gastlichkeit komplett zu kappen. Während das Konzept in der Theorie viele überzeugte, zeigten die praktischen Erfahrungen ein Bild mit Licht und Schatten. Für ein Verzeichnis von Restaurants bleibt das Hühnerei ein interessantes Fallbeispiel dafür, wie schmal der Grat zwischen einem gefeierten Hotspot und einem Ort mit spürbaren Mängeln sein kann. Besucher von Celerina müssen sich nun den anderen kulinarischen Angeboten des Hotels Chesa Rosatsch zuwenden, das weiterhin für seine Gastronomie bekannt ist.

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