Restaurant Giodavin
ZurückDas Restaurant Giodavin an der Oberen Strasse in Davos Platz war einst ein fester Bestandteil der lokalen Gastronomieszene, eng verbunden mit dem Hotel Strela, aber dennoch als eigenständiger Betrieb geführt. Heute jedoch ist die Tür dieses Lokals dauerhaft geschlossen, was durch den Status "permanent geschlossen" bestätigt wird. Für potenzielle Gäste und frühere Besucher bleibt nur die Erinnerung an ein Restaurant, das in seiner aktiven Zeit äusserst unterschiedliche Eindrücke hinterliess. Die Analyse der Gästebewertungen zeichnet ein Bild voller Widersprüche, das von höchstem Lob bis zu vernichtender Kritik reicht.
Ein Ambiente zwischen modern und gemütlich
Viele Gäste beschrieben das Giodavin als einen Ort mit einer besonders angenehmen Atmosphäre. Die Einrichtung wurde als modern, stilvoll und vor allem als ausserordentlich sauber wahrgenommen. Scheinbar wurde grosser Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild gelegt, von makellosen Tischen über glänzendes Besteck bis hin zu einwandfreien sanitären Anlagen. Dieses gepflegte Umfeld trug zu einer ruhigen und entspannten Stimmung bei, die von Besuchern geschätzt wurde, die ein ruhiges Abendessen in Davos suchten. Warme Lampen sorgten für ein stimmungsvolles Lichtspiel, das dem Lokal eine gemütliche Note verlieh und es zu einem einladenden Ort machte.
Herzlicher Service als Markenzeichen
Ein wiederkehrendes Thema in den positiven Rückmeldungen war die Qualität des Servicepersonals. Die Kellner wurden als herzlich, aufmerksam und als hervorragende Gastgeber beschrieben. Besucher fühlten sich von der Begrüssung bis zur Verabschiedung gut aufgehoben. Die Bestellungen wurden zügig aufgenommen, und die Speisen kamen schnell an den Tisch, was auf eine gut organisierte Küche und einen effizienten Service hindeutet. Dieser freundliche und professionelle Umgang war für viele ein entscheidender Faktor für ein gelungenes kulinarisches Erlebnis und ein Grund, eine Wiederkehr in Betracht zu ziehen.
Die Höhepunkte der Speisekarte
Im Mittelpunkt des Lobes stand oft die Schweizer Küche, die im Giodavin mit Leidenschaft zubereitet wurde. Die Küche setzte auf regionale und saisonale Zutaten, um Gerichte von hoher Qualität zu kreieren. Die Speisekarte war zwar als klein, aber fein beschrieben, was oft ein Zeichen für Frische und Sorgfalt ist.
Gepriesene Spezialitäten des Hauses
Zwei Gerichte wurden in den Bewertungen besonders hervorgehoben und scheinen die Aushängeschilder des Hauses gewesen zu sein:
- Das Käsefondue: Für viele Besucher war das Käsefondue, insbesondere für zwei Personen, ein absolutes Highlight. Es wurde als äusserst schmackhaft beschrieben und oft weiterempfohlen. Als klassisches Schweizer Gericht zog es sowohl Touristen als auch Einheimische an, die ein authentisches Essen gehen-Erlebnis suchten.
- Das Cordon Bleu: Ebenfalls hohe Anerkennung fand das hausgemachte Cordon Bleu. In einer Variante, "Der Bündner", wurde es mit Bündner Rohschinken und Davoser Bergkäse zubereitet und mit Risotto serviert, was die regionale Verankerung der Küche unterstrich.
Neben diesen Spezialitäten wurden auch die Dessert-Auswahl und das reichhaltige Angebot an Weinen und Bränden gelobt. Die Weinkarte umfasste eine grosse Auswahl an Weinen aus der Schweiz und anderen europäischen Regionen. Die Preise wurden von vielen als angemessen für die gebotene Qualität empfunden, was das positive Gesamtbild abrundete. Praktische Aspekte wie vorhandene Parkplätze und die Möglichkeit zur Reservierung – besonders an Wochenenden empfohlen – machten den Besuch unkompliziert.
Eine andere Realität: Die scharfe Kritik
So positiv viele Erfahrungen waren, so negativ waren andere. Besonders eine detaillierte Kritik einer Besucherin, die im Rahmen einer Halbpension im zugehörigen Hotel vier Abende im Giodavin ass, zeichnet ein dramatisch anderes Bild. Diese Erfahrung wirft die Frage auf, ob es möglicherweise eine unterschiedliche Behandlung oder Qualität für Hotelgäste mit Verpflegungspauschale im Vergleich zu À-la-carte-Gästen gab.
Schwerwiegende Mängel in der Küche
Die Kritik war fundamental und stellte die Professionalität der Küche in Frage. Es wurde der Verdacht geäussert, dass kein ausgebildeter Koch am Werk sei. Die Mängelliste war lang und spezifisch:
- Grundlagenfehler: Pasta sei in Wasser ohne Salz gekocht worden – ein Basisfehler, der auf mangelnde Sorgfalt hindeutet.
- Qualität der Zutaten: Es wurde von gefrorenem Gemüse und lang überbratenem Fleisch berichtet. Selbst eine einfache Rösti, eine Ikone der Schweizer Küche, sei ungeniessbar gewesen.
- Zweifelhafte Praktiken: Besonders alarmierend war die Behauptung, dass die Tomatensauce der Spaghetti vom Vortag am nächsten Tag als Tomatensuppe serviert wurde. Eine solche Wiederverwertung würde jeglichen Qualitätsstandards widersprechen.
- Gesundheitliche Folgen: Nach dem Verzehr eines "Boef Stroganov" klagte die ganze Tischgesellschaft über Bauchschmerzen, was ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelhygiene aufwirft.
Interessanterweise wurde selbst in dieser vernichtenden Kritik ein Punkt positiv erwähnt: Die Desserts seien gut gewesen. Dieser kleine Lichtblick ändert jedoch nichts am desaströsen Gesamteindruck dieser Erfahrung, die im krassen Gegensatz zu den vielen Lobeshymnen steht.
Fazit eines geschlossenen Kapitels
Das Restaurant Giodavin in Davos ist ein Lehrstück darüber, wie unterschiedlich die Wahrnehmung eines gastronomischen Angebots sein kann. Auf der einen Seite steht ein Lokal, das für sein gemütliches Ambiente, seinen herzlichen Service und seine köstlichen Schweizer Spezialitäten wie Fondue und Cordon Bleu geliebt wurde. Auf der anderen Seite stehen Berichte über gravierende Mängel, die auf eine völlig andere Küchenleistung schliessen lassen. Die Diskrepanz zwischen den Erfahrungen der À-la-carte-Gäste und der Halbpensions-Gäste könnte eine mögliche Erklärung für diese polarisierenden Bewertungen sein, bleibt aber Spekulation. Da das Restaurant Giodavin nun endgültig geschlossen ist, wird es keine neuen Erfahrungen mehr geben. Was bleibt, ist die Erinnerung an ein Restaurant mit zwei Gesichtern, das in seiner Zeit in Davos sowohl für grosse Freude als auch für herbe Enttäuschung sorgen konnte.