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Restaurant Elements

Restaurant Elements

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Terrassenweg 104, 3818 Grindelwald, Schweiz
Restaurant
6.8 (12 Bewertungen)

Das Restaurant Elements am Terrassenweg 104 in Grindelwald, das einst Teil des Hotelerlebnisses im Hotel Das Bodmi war, ist heute eine dauerhaft geschlossene Einrichtung. Die Geschichte dieses Restaurants ist von tiefgreifenden Widersprüchen geprägt, die sich in den stark voneinander abweichenden Erfahrungen seiner ehemaligen Gäste widerspiegeln. Es war ein Ort, der zwei völlig unterschiedliche Gesichter zeigte: das eines anspruchsvollen Hotelrestaurants und das eines pragmatischen Selbstbedienungs-Angebots für Tagestouristen und Skifahrer. Diese gespaltene Identität führte zu einem ebenso gespaltenen Echo bei den Besuchern und prägte seinen Ruf bis zur endgültigen Schliessung.

Ein zweigeteiltes gastronomisches Konzept

Die grundlegende Herausforderung des Restaurant Elements lag in seinem dualen Betriebsmodell, das je nach Saison und Tageszeit offenbar stark variierte. Diese zwei Welten hätten kaum unterschiedlicher sein können und führten zu fundamental verschiedenen Bewertungen des kulinarischen Erlebnisses.

Exklusivität und Genuss für Hotelgäste

Für die im Hotel Das Bodmi residierenden Gäste schien das Elements ein Ort des Genusses zu sein. Positive Rückmeldungen beschreiben ein gehobenes Restaurant, in dem frische und sorgfältig zubereitete Gerichte serviert wurden. Ein Beispiel, das oft genannt wurde, war ein Gericht mit frischer Pasta, verfeinert mit Zitronengras und Spinat, begleitet von zart gewürztem Lachs. Solche Beschreibungen deuten auf eine ambitionierte Schweizer Küche mit modernen, internationalen Einflüssen hin, wie sie auch auf der Hotel-Website beworben wurde, die eine Speisekarte mit klassischen, mediterranen und asiatisch angehauchten Optionen versprach. Auch ein saftiger, auf den Punkt gebratener Hamburger wird in den positiven Berichten erwähnt, was auf eine gleichbleibend hohe Qualität bei unterschiedlichen Gerichten schliessen lässt. Das Ambiente, wie es auf Fotos festgehalten wurde, zeigte eine moderne, aber dennoch gemütliche Einrichtung mit rustikalen Holzelementen, die perfekt in die Alpenlandschaft passte. Für diese Zielgruppe war das Elements ein Ort, an dem man sich verwöhnen lassen konnte und das Preis-Leistungs-Verhältnis als angemessen für die Schweizer Verhältnisse empfand.

Der Food-Truck für das Tagesgeschäft

Im scharfen Kontrast dazu stand das Erlebnis, das viele Tagesbesucher, insbesondere während der Wintersaison, machten. Anstelle eines bedienten Restaurants trafen sie auf einen Food-Truck und ein Selbstbedienungskonzept. Dieses Modell, das vermutlich auf die hohe Frequenz von Skifahrern im Bodmi-Areal ausgerichtet war, erntete harsche Kritik. Gäste bemängelten lange Warteschlangen, erst an der Bar zum Bezahlen und anschliessend nochmals am Food-Truck zur Essensausgabe. Das Angebot auf der Speisekarte beschränkte sich auf wenige, einfache Fast-Food-Optionen. Die Präsentation der Speisen in Einweggeschirr aus Pappe und Plastik wurde nicht nur als unschön, sondern auch als wenig nachhaltig kritisiert. Konkrete Beschwerden betrafen stark überwürzte Pommes Frites oder einen lieblos zubereiteten Hotdog für Kinder, bei dem lediglich ein Würstchen in ein aufgeschnittenes Brötchen gelegt wurde und die Saucen selbst aus Beuteln hinzugefügt werden mussten. Dieses Erlebnis stand in krassem Widerspruch zu den Preisen, die als deutlich überhöht für ein Selbstbedienungs-Restaurant empfunden wurden.

Preisgestaltung und Exklusivität als Streitpunkt

Die Preispolitik und die gefühlte Exklusivität des Etablissements waren zentrale Punkte der Auseinandersetzung. Einige Besucher berichteten, dass das Restaurant ausschliesslich für Hotelgäste zugänglich sei, was bei externen Besuchern für Frustration sorgte. Diese Wahrnehmung der Exklusivität wurde von Hotelgästen möglicherweise als Vorteil gesehen, führte aber bei anderen zu Ein-Stern-Bewertungen und dem Gefühl, unerwünscht zu sein. Die Kritik am Preis war allgegenwärtig, jedoch aus unterschiedlichen Gründen. Während Hotelgäste die Kosten für ein hochwertiges Abendessen als gerechtfertigt ansahen, empfanden die Nutzer des Food-Trucks die Preise für Fast Food und Selbstbedienung als unangemessen hoch. Ein Gast merkte an, dass selbst einfache Kioskartikel wie Fruchtgummis zu einem überdurchschnittlich hohen Preis verkauft wurden. Dieser finanzielle Aspekt, kombiniert mit dem mangelhaften Service des Selbstbedienungskonzepts, führte zu der Einschätzung, dass hier ohne entsprechende Investition in Qualität oder Kundenerlebnis maximaler Profit aus der Lage im Skigebiet geschlagen werden sollte.

Ein Spiegelbild in den Bewertungen

Die Online-Bewertungen mit einem Durchschnitt von etwa 3,4 Sternen bei nur wenigen abgegebenen Stimmen zeichnen ein klares Bild dieser Zerrissenheit. Es gab keine Mitte, sondern fast ausschliesslich Extreme. Auf der einen Seite standen Gäste, die von einem "einfach köstlichen" Erlebnis sprachen und die Qualität der traditionellen Gerichte lobten. Auf der anderen Seite stand eine Mehrheit von stark enttäuschten Besuchern, die das Gefühl hatten, eine Erfahrung gemacht zu haben, "die man nicht wiederholen will". Sie verglichen das Elements negativ mit anderen Restaurants im Skigebiet Grindelwald, die trotz ähnlicher Herausforderungen wie hohem Gästeaufkommen eine bessere Qualität, einen freundlicheren Service und ein faireres Preis-Leistungs-Verhältnis böten. Die Kritik ging so weit, dem Betreiber vorzuwerfen, sich weder um seine Kunden noch um die Umwelt zu scheren.

Das Ende einer widersprüchlichen Ära

Die permanente Schliessung des Restaurant Elements beendet ein Kapitel der Gastronomie in Grindelwald, das von Ambivalenz geprägt war. Es bleibt die Erinnerung an ein Restaurant, das versuchte, zwei sehr unterschiedliche Zielgruppen gleichzeitig zu bedienen, und an diesem Spagat letztendlich scheiterte. Während es für eine kleine Gruppe von Hotelgästen ein Ort für genussvolle Abende war, an dem man gut essen gehen konnte, hinterliess es bei vielen anderen einen bitteren Nachgeschmack von Massenabfertigung und überhöhten Preisen. Das Vermächtnis des Elements ist somit eine Lehre darüber, wie wichtig ein klares und konsistentes Konzept für den Erfolg in der anspruchsvollen Welt der Gastronomie ist.

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