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Restaurant Aux Ailes

Restaurant Aux Ailes

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Chem. de la Plaine 11, 2013 Boudry, Schweiz
Restaurant
7.8 (199 Bewertungen)

Das Restaurant Aux Ailes am Chemin de la Plaine 11 in Boudry, das mittlerweile seine Türen für immer geschlossen hat, war ein Betrieb, der in der lokalen Gastronomieszene für reichlich Gesprächsstoff sorgte. Gelegen direkt am Flugplatz Neuchâtel, versprach sein Name – „Zu den Flügeln“ – nicht nur eine thematische Verbindung zur Luftfahrt, sondern auch ein potenziell abgehobenes kulinarisches Erlebnis. Die Realität, wie sie sich in den hinterlassenen Bewertungen und Erinnerungen der Gäste widerspiegelt, war jedoch weitaus komplexer. Es war ein Ort der Extreme, an dem ein unvergessliches Abendessen und eine bittere Enttäuschung oft nur einen Tisch voneinander entfernt schienen.

Ein polarisierendes kulinarisches Angebot

Die Speisekarte des Aux Ailes bot eine Auswahl an Gerichten, die bei den Gästen höchst unterschiedliche Reaktionen hervorriefen. Besonders die Eglifilets (Barschfilets) wurden zum Sinnbild dieser gespaltenen Wahrnehmung. Während einige Stammgäste, wie der Rezensent André Schwarz, sie als einen „Hochgenuss“ beschrieben und das Restaurant extra für dieses Gericht aufsuchten, erlebten andere Gäste wie Martine Roth eine herbe Enttäuschung. Ihre Erfahrung beschrieb die Filets als „gummiartig“ und „zu salzig“, ein Urteil, das in scharfem Kontrast zur Lobpreisung anderer steht. Diese Diskrepanz legt nahe, dass die Qualität in der Küche erheblichen Schwankungen unterworfen war, was für jeden Restaurantbesuch ein gewisses Risiko barg.

Die gefeierten Spezialitäten

Trotz der Kritik gab es Gerichte, die das Aux Ailes zu einem beliebten Ziel für ein gelungenes Essen gehen machten. Das Fondue Chinoise wurde von Gästen wie Andreia Romeira als „ein Genuss“ beschrieben, oft in Kombination mit einem guten Rotwein und einem schmackhaften Dessert. Es war diese Art von Erfahrung, die dem Restaurant eine treue Kundschaft sicherte. Ein weiteres, fast schon legendäres Merkmal waren die „Streichholzpommes“ (frites allumettes). Ein Stammgast merkte an, dass er „bis heute nirgendwo etwas Vergleichbares gefunden“ habe. Diese einzigartigen, hauchdünnen Pommes frites waren für viele ein entscheidender Grund, immer wiederzukommen, und ein Beispiel dafür, dass das Aux Ailes durchaus in der Lage war, kulinarische Akzente zu setzen, die in Erinnerung blieben.

Wenn das Essen zur Enttäuschung wurde

Auf der anderen Seite der Medaille stehen jedoch Berichte, die ein düsteres Bild von der Küchenleistung zeichnen. Cheryl Frei beschrieb eine katastrophale Erfahrung mit dem Steak Tartar, das als Spezialität des Hauses angepriesen wurde. Das Fleisch sei „matschig und braun“ gewesen, habe nach Essig geschmeckt und die Präsentation erinnerte sie an einen „Katzen-/Hundenapf“. Serviert wurde es zudem mit verbranntem Toast, was das negative Erlebnis abrundete. Ähnlich frustrierend war die Erfahrung von Jean-Claude Wider, der sein Fleisch für 31 Franken auf einem heissen Stein serviert bekam, ohne die Möglichkeit, die Garstufe zu wählen. Das Resultat war ein übergartes Stück Fleisch. Solche Erlebnisse zeugen von grundlegenden Mängeln in der Zubereitung und einem mangelnden Respekt vor dem Produkt und dem Gast. Die Bemerkung einer Kritikerin, das Restaurant würde „eine Dose öffnen und es Kochen nennen“, fasst die Enttäuschung über die mangelnde Frische und Sorgfalt prägnant zusammen.

Service und Ambiente: Zwischen Herzlichkeit und Frustration

Nicht nur das Essen, auch der gute Service war im Aux Ailes keine Selbstverständlichkeit. Positive Stimmen lobten das „herzliche und aufmerksame Personal“. Namentlich wurden der Besitzer als „sehr freundlich“ und ein Kellner namens Joao als „stets aufmerksam“ hervorgehoben. Diese Mitarbeiter trugen massgeblich dazu bei, dass sich viele Gäste wohl und willkommen fühlten und das Restaurant als einen Ort für ein entspanntes Mittagessen oder Abendessen schätzten.

Dem gegenüber stehen jedoch Berichte über „total miesen Service“ und extrem lange Wartezeiten. Ein Gast beklagte, dass die Gerichte in der falschen Reihenfolge serviert wurden, was auf eine mangelnde Organisation und Professionalität hindeutet. Ein anderer konnte trotz mehrfacher Nachfrage nicht mit dem Besitzer sprechen, um seine Beschwerde über das Essen vorzubringen. Diese Inkonsequenz im Service ist ein weiterer Beleg für die Unberechenbarkeit eines Besuchs im Aux Ailes. Während die einen eine familiäre Gastfreundschaft erlebten, fühlten sich andere ignoriert und schlecht behandelt.

Die einzigartige Lage als konstanter Pluspunkt

Ein Aspekt, der fast durchweg positiv bewertet wurde, war die Lage und das Ambiente. Direkt am Flugfeld gelegen, bot das Restaurant eine einzigartige Aussicht auf startende und landende Flugzeuge. Selbst einer der schärfsten Kritiker des Essens und Services räumte ein: „Geh nicht wegen des guten Essens dorthin, sondern wegen der Aussicht.“ Auch andere Gäste erwähnten das „schöne Ambiente“. Diese besondere Atmosphäre war ein unbestreitbarer Vorteil, der das Aux Ailes von anderen Restaurants in der Region abhob und möglicherweise über einige der kulinarischen und servicebezogenen Mängel hinwegtrösten konnte.

Ein geschlossenes Kapitel der Gastronomie in Boudry

Das Restaurant Aux Ailes ist nun Geschichte. Die endgültige Schliessung beendet ein Kapitel, das von bemerkenswerter Inkonsistenz geprägt war. Mit einem moderaten Preisniveau (Stufe 2) zog es ein breites Publikum an, doch die Erfahrungen, die die Gäste mit nach Hause nahmen, hätten unterschiedlicher nicht sein können. Es war ein Ort, der das Potenzial für exzellente Momente hatte – getragen von freundlichem Personal, einzigartigen Beilagen und einem besonderen Ambiente. Gleichzeitig war es aber auch ein Ort, an dem grundlegende gastronomische Standards wie die Qualität der Zutaten, die korrekte Zubereitung und ein organisierter Service nicht immer erfüllt wurden. Das Vermächtnis des Aux Ailes ist somit eine Mahnung daran, wie entscheidend Beständigkeit für den Erfolg und den Ruf eines Restaurants ist. Es bleibt die Erinnerung an ein Lokal mit zwei Gesichtern, das sowohl unvergessliche Genussmomente als auch tiefe kulinarische Enttäuschungen servierte.

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