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Restaurant am Parkplatz, Rosswald

Restaurant am Parkplatz, Rosswald

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Rosswald 147, 3913 Rosswald, Schweiz
Restaurant
9 (63 Bewertungen)

Auf der Sonnenterrasse Rosswald, hoch über Brig, befindet sich das Restaurant am Parkplatz, ein Betrieb, der auf den ersten Blick wie ein typisches Schweizer Berggasthaus anmutet. Doch hinter der traditionellen Fassade verbirgt sich eine gastronomische Erfahrung, die von bemerkenswerten Kontrasten geprägt ist. Es ist ein Ort, der sowohl für seine atemberaubende Aussicht als auch für seine inneren Widersprüche bekannt ist, was eine Bewertung zu einer differenzierten Angelegenheit macht. Wer hier einkehrt, sollte sich auf eine Reise zwischen Walliser Bodenständigkeit und überraschender Exotik einstellen, die jedoch nicht immer ohne Turbulenzen verläuft.

Zunächst zur Lage: Rosswald ist als autofreie Alpe bekannt. Der Name „am Parkplatz“ ist daher etwas irreführend, denn er bezieht sich nicht auf einen Parkplatz direkt vor der Tür. Die Anreise erfolgt typischerweise mit der Gondelbahn von der Talstation in Ried-Brig, wo im Sommer kostenlose Parkplätze zur Verfügung stehen. Zwar ist im Sommer auch eine direkte Fahrt über eine schmale Bergstrasse möglich, doch wird davon eher abgeraten, da die Strasse anspruchsvoll und die Parkmöglichkeiten oben kostenpflichtig sind. Diese Information ist entscheidend, denn die Anfahrt erfordert Planung und macht das Restaurant weniger zu einem spontanen Zwischenstopp als zu einem gezielten Ausflugsziel. Einmal angekommen, wird man jedoch mit einem Panorama belohnt, das von vielen Gästen als schlicht traumhaft beschrieben wird – ein unbestreitbares Highlight.

Ein kulinarischer Spagat zwischen den Alpen und den Philippinen

Die Speisekarte des Restaurants ist das Herzstück seiner gespaltenen Identität. Geführt von der Gastgeberfamilie Alfredo und Lumenaria Honegger, spiegelt das Angebot die Herkunft beider wider: Hier trifft traditionelle Küche aus dem Wallis auf authentische philippinische Spezialitäten. Diese Dualität ist mutig und hebt das Lokal von vielen anderen in der Region ab. Auf der einen Seite finden sich Klassiker wie Cordon Bleu und andere währschafte Gerichte, die man in einem Berggasthaus erwartet. Das Cordon Bleu wird von Gästen als an sich schmackhaft beschrieben, jedoch mit dem kritischen Beisatz, es sei überteuert und die Preisgestaltung wirke wie eine simple Verkaufsstrategie. Dies deutet auf ein Preis-Leistungs-Verhältnis hin, das nicht jeden überzeugt.

Auf der anderen Seite der Speisekarte steht die grosse Überraschung: die philippinische Küche. Ein Gast, der zum ersten Mal philippinisch ass, war begeistert von einem herzhaften Rindfleischgericht mit einer schmackhaften Sauce. Diese authentischen Gerichte, zubereitet mit Leidenschaft, bieten eine seltene Gelegenheit, mitten in den Schweizer Bergen eine ferne Esskultur kennenzulernen. Ergänzt wird das Angebot durch Pizza und Pasta, was eine breite Zielgruppe ansprechen soll. Doch auch hier zeigt sich die Inkonsistenz des Betriebs: Ein Gast berichtete von einer verbrannten und ungeniessbaren Pizza, ein gravierender Qualitätsmangel, der das positive Bild trübt. Es scheint, als ob die kulinarische Erfahrung stark vom gewählten Gericht und möglicherweise auch von der Tagesform der Küche abhängt.

Ambiente und Atmosphäre: Zwischen Gemütlichkeit und Ablenkung

Das Ambiente wird von einigen Besuchern als einladend, gemütlich und urig beschrieben – genau das, was man sich nach einer Wanderung in den Bergen wünscht. Die Terrasse mit ihrer spektakulären Aussicht auf die majestätische Bergwelt ist zweifellos der beste Ort, um die Seele baumeln zu lassen. Ein Gast lobte explizit das hausgemachte Eis und die Auswahl an regionalen Bieren, die in dieser Kulisse perfekt zur Geltung kommen. Diese Schilderungen zeichnen das Bild eines idyllischen Rückzugsortes.

Allerdings gibt es auch hier Irritationen. Ein Gast bemerkte, dass die ansonsten als sehr freundlich beschriebene philippinische Köchin während des Betriebs in der Küche TikTok-Videos konsumierte. Auch wenn dies die Qualität des Essens nicht direkt beeinflussen muss, wirft es doch Fragen bezüglich der Professionalität und des Fokus während der Arbeitszeit auf und kann den Gesamteindruck schmälern. Es ist ein kleines Detail, das jedoch zum Puzzle der Widersprüche beiträgt.

Der Service: Eine Frage der Person

Der wohl grösste und am häufigsten diskutierte Kontrapunkt im Restaurant am Parkplatz ist der Service. Die Bewertungen gehen hier diametral auseinander und scheinen stark davon abzuhängen, mit wem die Gäste interagieren. Viele loben die herzliche und freundliche Art der Gastgeberin und des philippinischen Personals. Worte wie „herzliche Gastgeber“ und „sehr freundliche Begrüssung“ fallen in positiven Rezensionen und deuten auf eine gelebte Gastfreundschaft hin.

Im krassen Gegensatz dazu stehen Berichte über einen sehr unfreundlichen Service. Ein Gast schilderte eine besonders negative Erfahrung, bei der die Vorspeise vergessen, aber dennoch verrechnet wurde – ohne eine Entschuldigung. Noch pointierter ist die Beschreibung des Chefs als „spezieller Mensch mit merkwürdigem und existenzfraglichem Umgang seiner Kundschaft“. Solch eine harte Kritik legt nahe, dass es im zwischenmenschlichen Bereich erhebliche Probleme geben kann. Diese Diskrepanz macht einen Besuch zu einem gewissen Wagnis. Man kann auf eine warmherzige Betreuung treffen oder auf eine Interaktion, die den gesamten Aufenthalt negativ prägt.

Fazit: Ein Ort der Extreme

Das Restaurant am Parkplatz in Rosswald ist kein gewöhnliches Restaurant. Es ist ein Ort der Extreme. Die Lage ist eine 10 von 10, die Idee, Walliser und philippinische Küche zu vereinen, ist brillant und einzigartig. Gelingt die Umsetzung, wie bei dem gelobten Rindfleischgericht, erwartet die Gäste ein besonderes Erlebnis. Scheitert sie jedoch, wie im Fall der verbrannten Pizza, ist die Enttäuschung gross. Ähnlich verhält es sich mit dem Service, der von herzlich bis hin zu als unzumutbar empfunden beschrieben wird.

Lohnt sich also ein Besuch? Für Gäste, die bereits auf der Rosswald sind und die Kombination aus grandioser Aussicht und einem unkonventionellen Essen schätzen, ist es sicherlich eine Überlegung wert. Besonders jene, die neugierig auf die philippinische Küche sind, könnten hier positiv überrascht werden. Man sollte jedoch mit einer gewissen Flexibilität und ohne die Erwartung eines perfekten, reibungslosen Gourmet-Erlebnisses anreisen. Für jene, die eine anspruchsvolle Anfahrt nur für ein Restaurant in Kauf nehmen, gibt es im Wallis ehrlicherweise Betriebe, die eine konstantere Qualität und einen durchweg freundlicheren Service bieten. Ein Besuch ist und bleibt eine Lotterie – mit der Chance auf einen Hauptgewinn in Form einer unvergesslichen Aussicht und eines exotischen Gaumenschmauses, aber auch mit dem Risiko einer Enttäuschung.

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