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Provisorium13

Provisorium13

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Poststrasse 34, 7050 Arosa, Schweiz
Restaurant Unterkunft
9 (626 Bewertungen)

Das Provisorium13 in der Poststrasse 34 in Arosa war über Jahre eine feste Grösse in der lokalen Gastronomie- und Hotellerieszene. Heute ist der Betrieb dauerhaft geschlossen, doch die Erinnerungen und Bewertungen ehemaliger Gäste zeichnen ein komplexes und widersprüchliches Bild dieses einst so lebhaften Ortes. Mit einer beeindruckenden Durchschnittsbewertung von 4,5 von 5 Sternen bei über 400 Rezensionen war das „P13“, wie es oft genannt wurde, für viele ein beliebter Anlaufpunkt. Gleichzeitig deuten gravierende negative Erfahrungen darauf hin, dass das kulinarische Erlebnis und der Aufenthalt stark von der Tagesform des Betriebs abhingen.

Das Konzept: Mehr als nur ein Restaurant

Das Provisorium13 war kein gewöhnliches Hotel oder Restaurant. Es war eine vielseitige Einrichtung, die als Berghotel, Grillrestaurant, Après-Ski-Terrasse und Nachtclub fungierte. Diese Kombination machte es zu einem attraktiven Ziel für ein breites Publikum. Der Name selbst, „Provisorium“, deutete auf seine Ursprünge als temporäres Pop-up-Konzept hin, das sich aufgrund seiner Beliebtheit zu einer festen Institution entwickelte. Die Lage direkt am Obersee, nur wenige Meter vom Bahnhof und der Seilbahnstation entfernt, war zweifellos einer der grössten Pluspunkte. Gäste genossen von einigen Zimmern und der grosszügigen Sonnenterrasse einen atemberaubenden Blick auf den See und die umliegende Bergwelt.

Die Sonnenseiten: Exzellentes Essen und Top-Lage

Ein wiederkehrendes Lob in unzähligen Bewertungen galt der Qualität der Speisen. Das Essen wurde von vielen Gästen als „sensationell“ und „ausgezeichnet“ beschrieben. Insbesondere die Spezialitäten vom Grill und das als „Best in Town“ beworbene Tatar scheinen viele überzeugt zu haben. Das Restaurant positionierte sich erfolgreich als Ort für ein hochwertiges, aber dennoch entspanntes Abendessen. Die positiven Kommentare zum Essen wurden oft von Lob für das Personal begleitet. Begriffe wie „top freundlicher Service“ deuten darauf hin, dass ein Teil des Teams seine Aufgabe mit Leidenschaft und Professionalität erfüllte und so massgeblich zu einem gelungenen Aufenthalt beitrug.

Auch das Hotelangebot fand viel Anklang. Die Zimmer wurden als gemütlich beschrieben, ausgestattet mit komfortablen Boxspringbetten. Ein besonderer Mehrwert für Hotelgäste war die „Arosa Card“, die kostenlose Fahrten mit der Bergbahn und die Nutzung von Pedalos auf dem See ermöglichte. Das Frühstücksbuffet wird ebenfalls als vielfältig und schmackhaft gelobt, was den Start in den Tag für Urlauber perfekt machte. Die Kombination aus guter Unterkunft, hervorragender Lage und einem lebhaften Ambiente mit Bar und DJ-Musik machte das P13 zu einem Hotspot.

Die Schattenseiten: Gravierende Mängel im Service

Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es eine dunkle Kehrseite, die sich fast ausschliesslich auf den Service und die Professionalität im Umgang mit Gästen konzentriert. Die negativen Erfahrungen, die geschildert werden, sind nicht nur kleine Unannehmlichkeiten, sondern zeugen von grundlegenden Problemen in der Organisation und Kundenorientierung.

Der Fall der stornierten Reservierung

Ein besonders schwerwiegender Vorfall, der von einem Gast geschildert wird, betrifft eine Reservierung für das Restaurant. Bei der Ankunft wurde der Gruppe mitgeteilt, ihre Buchung sei am Vortag telefonisch storniert worden – eine Behauptung, die laut den Gästen absolut nicht der Wahrheit entsprach. Anstatt sich für das offensichtliche Missverständnis oder den Fehler zu entschuldigen, reagierte das Personal unprofessionell und diskutierte mit den Gästen. Ein solches Verhalten ist in der Gastronomie inakzeptabel und zerstört jegliches Vertrauen. Es hinterlässt den Eindruck, dass das Lokal entweder überbucht war und nach einer faulen Ausrede suchte oder die internen Abläufe komplett chaotisch waren.

Mangelnde Flexibilität und Kundenorientierung

Ein weiteres Beispiel für mangelhaften Service ist die Weigerung, an einem heissen Tag einen Eiskaffee zuzubereiten. Dies wurde vom Personal als „Extrawunsch“ abgetan, der bei einer Auslastung von rund 70 % nicht erfüllbar sei. Diese starre Haltung bei einer derart simplen Anfrage zeugt von geringer Flexibilität und einem fehlenden Verständnis für die Bedürfnisse der Gäste. Es sind oft solche kleinen, aber enttäuschenden Momente, die das Gesamtbild eines Betriebs nachhaltig trüben und Gäste davon abhalten, wiederzukommen.

Auch im Hotelbetrieb gab es kleinere Mängel. So wurden die Badezimmer von manchen als eher klein empfunden, und der tägliche Reinigungsservice war bei bestimmten Zimmerkategorien nicht inkludiert, was für ein Hotel dieser Preisklasse ungewöhnlich ist.

Ein Fazit zum Provisorium13

Das Provisorium13 war ein Ort der Extreme. Auf der einen Seite stand ein erfolgreiches Konzept mit einer unschlagbaren Lage, einem lebendigen Ambiente und einem kulinarischen Erlebnis, das viele Gäste begeisterte. Die Stärken lagen klar im Produkt selbst – dem Essen, der Aussicht und der Atmosphäre. Auf der anderen Seite stand ein inkonsistenter und teilweise katastrophaler Service, der das Potenzial hatte, einen Abend oder sogar einen ganzen Aufenthalt zu ruinieren. Die hohe Gesamtwertung legt nahe, dass die positiven Erlebnisse überwogen. Dennoch zeigen die detaillierten negativen Bewertungen, dass es sich um mehr als nur Einzelfälle handelte. Die Schliessung des Provisorium13 beendet die Geschichte eines Betriebs, der vieles richtig, aber in einem entscheidenden Bereich – dem professionellen und wertschätzenden Umgang mit dem Gast – grundlegende Schwächen hatte. Es bleibt die Erinnerung an ein Lokal, das hätte brillant sein können, aber dessen Erfolg letztlich an seiner Unberechenbarkeit scheiterte.

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