Startseite / Restaurants / OVIŌ – Ramenbar Arosa

OVIŌ – Ramenbar Arosa

Zurück
Poststrasse 269, 7050 Arosa, Schweiz
Ramen-Restaurant Restaurant
9.2 (173 Bewertungen)

In der Aroser Gastronomieszene hinterliess das OVIŌ - Ramenbar eine markante, wenn auch nur kurzlebige Spur. Das Lokal an der Poststrasse 269 positionierte sich als ein spezialisiertes japanisches Restaurant, das sich der Kunst des Ramens verschrieb – ein seltenes Angebot in der alpinen Umgebung. Obwohl es inzwischen als dauerhaft geschlossen gilt, lohnt sich ein Rückblick auf das, was dieses Restaurant auszeichnete und wo es an seine Grenzen stiess. Die Erfahrungen der Gäste zeichnen das Bild eines Ortes mit einem aussergewöhnlichen kulinarischen Anspruch, der jedoch nicht in allen Aspekten überzeugen konnte.

Ein tiefgründiges kulinarisches Erlebnis

Das Herzstück des OVIŌ war zweifellos das Essen. Die Mehrheit der Besucher lobte die hohe Qualität und die authentische Zubereitung der Speisen. Insbesondere die Ramen-Gerichte wurden als herausragend beschrieben. Ein Highlight der Speisekarte war der "Umami Miso Ramen", dessen Brühe als reichhaltig, cremig und komplex im Geschmack galt. Gäste beschrieben die Nudeln als perfekt gekocht mit der richtigen federnden Textur. Es war offensichtlich, dass hier mit grosser Sorgfalt und Leidenschaft gekocht wurde, was viele als echtes handwerkliches Können bezeichneten. Der Küchenchef, Matthias Maiwald, ist bekannt für seine Hingabe zur Perfektion und seine Studienreisen nach Japan, um die Ramen-Kunst zu meistern. Diese Expertise spiegelte sich in der Qualität der Gerichte wider.

Doch nicht nur die Hauptgerichte überzeugten. Auch die Vorspeisen fanden grossen Anklang. Die Gyoza wurden von einem Gast als "geschmackliche Bombe" beschrieben, und das "Tori No Karaage" (frittiertes Hähnchen) wurde für seine ausgewogene Schärfe gelobt. Selbst die Desserts, wie die Mochi-Eiscreme, erhielten Bestnoten – eine Besucherin nannte die Himbeer-Mochis die besten, die sie je gegessen habe. Ein weiteres Detail, das oft positiv erwähnt wurde, war der hausgemachte Eistee, der für einige Gäste eine nostalgische Verbindung zu Japan herstellte. Für Liebhaber der asiatische Küche bot das OVIŌ somit ein tiefgehendes kulinarisches Erlebnis.

Ambiente und die Kehrseite des Service

Das Ambiente des Lokals wurde durchweg positiv bewertet. Begriffe wie "gemütlich", "hübsch eingerichtet" und ein "cooler Vibe" fielen häufig. Die Einrichtung schien mit viel Liebe zum Detail gestaltet worden zu sein und schuf eine einladende Atmosphäre, die zum Verweilen einlud. Viele Gäste fühlten sich vom ersten Moment an willkommen, was oft auf die herzliche Begrüssung durch das Personal zurückgeführt wurde.

Allerdings war der Service ein Punkt, an dem die Meinungen auseinandergingen und der die grösste Schwachstelle des Betriebs darstellte. Während zahlreiche Besucher das Personal als äusserst freundlich, zuvorkommend und kompetent erlebten, gab es auch gravierende negative Erfahrungen. Eine detaillierte Bewertung berichtet von einer Wartezeit von 50 Minuten, nur um eine Bestellung aufgeben zu können. Während dieser Zeit wurden andere Tische, die später kamen, bereits bedient, assen ihre Gänge und bezahlten. Solche Vorkommnisse sind für ein Restaurant dieser Preisklasse inakzeptabel, selbst bei Personalmangel. Zwar entschuldigte sich der Chef in diesem Fall und offerierte einen Kaffee, doch der negative Eindruck blieb bestehen. Diese Inkonsistenz im Service war ein klares Manko, das das ansonsten positive Gesamtbild trübte.

Preisgestaltung und Wertversprechen

Das OVIŌ war kein günstiges Lokal. Die Preise wurden als gehoben beschrieben, was jedoch von vielen Gästen angesichts der hohen Qualität der Zutaten und der sorgfältigen Zubereitung als gerechtfertigt empfunden wurde. Das Wertversprechen basierte auf der Einzigartigkeit und der Authentizität des Angebots. Man bezahlte nicht nur für eine Mahlzeit, sondern für ein sorgfältig kuratiertes Erlebnis. Für alle, die auf der Suche nach authentischem, hochwertigem Ramen waren, schien der Preis angemessen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass die hohen Preise eine Erwartungshaltung schufen, die insbesondere beim Service nicht immer erfüllt werden konnte.

Ein Fazit und der Blick nach vorn

Das OVIŌ - Ramenbar Arosa war ein ambitioniertes Projekt, das Arosas Gastronomielandschaft um eine faszinierende Facette bereicherte. Es bot ein herausragendes kulinarisches Erlebnis mit authentischen und liebevoll zubereiteten japanischen Gerichten. Das gemütliche Ambiente trug ebenfalls zum positiven Eindruck bei. Die grösste Herausforderung war die Unbeständigkeit im Service, die bei einigen Gästen zu grosser Unzufriedenheit führte. Die permanente Schliessung des Standorts in der Poststrasse ist ein Verlust für die Region. Aktuelle Informationen deuten jedoch darauf hin, dass das Konzept nicht vollständig verschwunden ist. Es gibt Neuigkeiten, dass das OVIŌ für die Wintersaison 2025/2026 als Pop-Up im Grand Hotel Arosa zurückkehren wird. Dort soll ein "Best of" der vergangenen Jahre mit neuen Ideen kombiniert werden, inklusive vegetarische Optionen, erlesenen Fleischgerichten und sogar Sushi-Nächten. Für Fans der japanischen Küche in Arosa gibt es also weiterhin Hoffnung auf die kreativen Gerichte dieses besonderen Konzepts.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen