Nonna Mary

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Aile Est, Entresol, Arcade 322, Pl. de Cornavin 7, 1201 Genève, Schweiz
Restaurant
7.8 (39 Bewertungen)

Im Bahnhof Genf Cornavin, genauer gesagt im Zwischengeschoss des Ostflügels (Aile Est, Entresol), befindet sich Nonna Mary, ein Restaurant, das sich auf eine argentinische Spezialität konzentriert: Empanadas. Die strategische Lage macht es zu einer naheliegenden Wahl für Reisende, Pendler und alle, die eine schnelle Mahlzeit suchen. Unter dem Motto „Schweizer Qualität, argentinische Leidenschaft“ versucht das Unternehmen, eine Brücke zwischen zwei Kulturen zu schlagen. Doch die Meinungen der Kunden über dieses kulinarische Angebot gehen stark auseinander und zeichnen ein komplexes Bild aus authentischem Geschmack, hohen Preisen und schwerwiegenden Bedenken.

Das Herzstück: Argentinische Empanadas

Das Hauptaugenmerk von Nonna Mary liegt unverkennbar auf den handgemachten Empanadas. Die Speisekarte bietet eine beachtliche Vielfalt, die sowohl traditionelle als auch kreative Füllungen umfasst. Zu den Klassikern gehören Rindfleisch (Salteña-Art), scharfes Rindfleisch, Huhn, Schinken und Käse. Für Vegetarier gibt es Optionen wie Spinat mit Ei und Mozzarella, Mozzarella mit Zwiebeln, Aubergine oder eine „Humita“-Variante mit Kürbis und Mais. Diese Vielfalt an Gerichten spricht ein breites Publikum an. Die Preise pro Stück bewegen sich zwischen 6 CHF und 7.50 CHF, was im Genfer Kontext für einen schnellen Imbiss nicht ungewöhnlich, aber dennoch ein zentraler Diskussionspunkt ist.

Für einige Kunden ist das Essen bei Nonna Mary eine Offenbarung. In Bewertungen wird der Geschmack als authentisch und hervorragend beschrieben. Ein Kunde fühlte sich durch den Genuss der Rindfleisch-Empanadas direkt nach Buenos Aires versetzt – ein grosses Lob für ein kulinarisches Erlebnis, das auf Authentizität abzielt. Diese positiven Stimmen heben hervor, dass die Qualität der Zutaten und die Zubereitung den Preis rechtfertigen und eine willkommene Abwechslung in der lokalen Gastronomie darstellen.

Ein gespaltenes Echo: Service, Preis und Qualität

Trotz des Lobs gibt es eine signifikante Anzahl von Kunden, deren Erfahrungen weit weniger positiv ausfielen. Die Kritikpunkte sind vielfältig und betreffen grundlegende Aspekte des Angebots.

Service: Zwischen Freundlichkeit und Aufdringlichkeit

Die Interaktion mit dem Personal wird unterschiedlich wahrgenommen. Während einige Besucher den Service als „sehr freundlich“, „einladend“ und „angenehm schnell“ beschreiben, was besonders in der Hektik eines Bahnhofs geschätzt wird, berichten andere von einer fast schon aufdringlichen Energie. Eine Kundin beschrieb, wie sie bei der Bestellung von einem Redeschwall überrollt wurde, was für jemanden, der schnell einen Zug erreichen muss, eher hinderlich als hilfreich ist. Diese Diskrepanz in den Bewertungen deutet darauf hin, dass der Servicestil nicht bei allen Kunden gleich gut ankommt und je nach Situation als positiv oder negativ empfunden werden kann.

Preis-Leistungs-Verhältnis: Eine teure Angelegenheit

Der Preis ist einer der am häufigsten genannten Kritikpunkte. Mehrere Kunden empfanden 7 CHF oder mehr für eine einzelne, eher kleine Empanada als deutlich überteuert. Ein Kunde, der für drei Rindfleisch-Empanadas 26 CHF bezahlte, bezeichnete den Preis als „völlig ungerechtfertigt“ für die gebotene Menge und Qualität. Eine andere Bewertung nannte es schlicht „viel zu teuer für das, was es ist“. Diese Wahrnehmung wird dadurch verstärkt, dass Werbeaktionen sich anscheinend nur auf eine begrenzte Auswahl an Sorten (Rind, Huhn, Schwein) beziehen, was zu weiterer Enttäuschung führen kann, wenn die gewünschte Sorte nicht im Angebot enthalten ist. Das Preisniveau scheint eine klare Grenze zwischen denjenigen zu ziehen, die bereit sind, für einen vermeintlich authentischen Snack tief in die Tasche zu greifen, und denen, die ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis erwarten.

Qualität und Hygiene: Ein alarmierendes Signal

Der wohl schwerwiegendste Vorwurf betrifft die Qualität und Sicherheit der Lebensmittel. Während die einen vom Geschmack schwärmen, berichten andere von einer enttäuschenden Erfahrung. Ein Kunde beschrieb die Füllung der scharfen Rindfleisch-Empanada als „sehr fettig“ und verglich sie eher mit einer simplen Fleischpastete. Weitaus alarmierender ist jedoch eine Bewertung, in der ein Kunde explizit angibt, nach dem Verzehr der Empanadas eine Lebensmittelvergiftung erlitten zu haben. Dieser Bericht ist kein Einzelfall, wie der Verfasser der Rezension anmerkt. Solche Vorwürfe werfen ernsthafte Fragen bezüglich der Hygienestandards und der Qualitätskontrolle des Betriebs auf. Für potenzielle Kunden stellt dies ein erhebliches Risiko dar, das bei der Entscheidung für oder gegen einen Besuch bei Nonna Mary nicht ignoriert werden kann.

Praktische Aspekte für den Kunden

Standort und Erreichbarkeit

Die Lage im Bahnhof Cornavin ist unbestreitbar ein grosser Vorteil. Das Restaurant ist leicht zugänglich und bietet eine bequeme Option für ein schnelles Takeaway vor oder nach einer Zugfahrt. Die langen Öffnungszeiten, die an Wochentagen bereits um 7:30 Uhr beginnen und bis 21:00 oder 22:00 Uhr andauern, decken den Bedarf von Frühpendlern bis zu späten Reisenden ab.

Dienstleistungen

Neben dem Verkauf vor Ort bietet Nonna Mary auch einen Lieferservice an, der es ermöglicht, die Empanadas auch zu Hause oder im Büro zu geniessen. Diese Flexibilität ist ein moderner Service, der den Bedürfnissen vieler Kunden entgegenkommt. Die Option zum Mitnehmen (Takeaway) ist angesichts der Lage im Bahnhof die primäre Nutzungsart.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Nonna Mary ein Ort der Kontraste ist. Auf der einen Seite steht das Versprechen authentischer, geschmackvoller argentinischer Empanadas, das von vielen Kunden bestätigt wird. Die grosse Auswahl und die praktische Lage sind klare Pluspunkte. Auf der anderen Seite stehen jedoch erhebliche Kritikpunkte: ein von vielen als zu hoch empfundener Preis, ein manchmal als überbordend wahrgenommener Service und – am gravierendsten – ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelqualität und -sicherheit. Potenzielle Kunden müssen daher abwägen, ob sie für ein potenziell erstklassiges Geschmackserlebnis das finanzielle und gesundheitliche Risiko in Kauf nehmen möchten.

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