Mesob

Mesob

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Rotachstrasse 33, 8003 Zürich, Schweiz
Bar Eritreisches Restaurant Essen zum Mitnehmen Restaurant
9.4 (1378 Bewertungen)

An der Rotachstrasse 33 im Zürcher Kreis 3 befindet sich das Mesob, ein Restaurant, das sich den kulinarischen Traditionen Eritreas und Äthiopiens verschrieben hat. Es bietet eine Erfahrung, die weit über das reine Essen hinausgeht und die Gäste in eine Welt des gemeinschaftlichen Genusses entführt. Mit einer bemerkenswert hohen Bewertung von 4.7 Sternen aus über 900 Rezensionen hat sich das Lokal einen festen Platz in der Gastronomieszene der Stadt erarbeitet. Doch was macht das Mesob aus, und für wen ist ein Besuch besonders lohnenswert?

Das Herzstück: Die Küche und das gemeinschaftliche Erlebnis

Die ostafrikanische Küche, wie sie im Mesob zelebriert wird, ist fundamental anders als das, was viele europäische Gaumen gewohnt sind. Das zentrale Element ist das Injera, ein weiches, schwammartiges und leicht säuerlich schmeckendes Fladenbrot, das aus Teffmehl hergestellt wird. Es dient gleichzeitig als Teller, Besteck und Sättigungsbeilage. Die verschiedenen Gerichte, meist Eintöpfe, die als "Wot" oder "Tibs" bekannt sind, werden direkt auf einem grossen Injera-Fladen angerichtet, der auf einer Platte serviert wird. Von diesem gemeinsamen Teller bedienen sich alle am Tisch mit den Händen, indem sie mit kleinen Stücken Injera die verschiedenen Speisen aufnehmen. Dieses Ritual des Teilens ist ein wesentlicher Bestandteil der authentischen Küche und fördert eine gesellige und intime Atmosphäre.

Speisenangebot: Vielfalt für jeden Geschmack

Ein Blick auf die Speisekarte zeigt eine ausgewogene Mischung aus Fleischgerichten und einer beeindruckenden Auswahl an vegetarischen und veganen Optionen. Besonders hervorzuheben sind die gemischten Platten, wie die oft gelobte "Special Platte", die es den Gästen ermöglicht, eine breite Palette von Aromen zu probieren. Darauf finden sich typischerweise Gerichte wie:

  • Zigni (Key Wot): Ein scharf gewürzter Rindfleischeintopf in einer reichhaltigen Sauce auf Basis der Berbere-Gewürzmischung.
  • Tibs/Qulwa: In Würfel geschnittenes und gebratenes Lamm- oder Rindfleisch, verfeinert mit Zwiebeln, Rosmarin, Tomaten und Gewürzbutter.
  • Kitfo: Eine Art Tatar aus rohem, mariniertem Rinderhackfleisch, gewürzt mit Mitmita und gewürzter Butter – ein Gericht für Kenner.
  • Shiro Tegabino: Ein sämiger Eintopf aus Kichererbsenmehl, der oft als eines der Nationalgerichte gilt und eine beliebte vegane Option darstellt.
  • Linsengerichte: Verschiedene Zubereitungen aus roten oder gelben Linsen (Misir Wot oder Alicha Misir Wot), die mal scharf, mal mild gewürzt sind.

Die Portionen werden von Gästen durchweg als grosszügig und die Preise als fair beschrieben, was das Mesob zu einer attraktiven Option für ein sättigendes Abendessen in Zürich macht. Die Qualität der Zutaten und die liebevolle Zubereitung, die in den Rezensionen immer wieder betont wird, tragen massgeblich zum positiven Gesamteindruck bei.

Ambiente, Service und die berühmte Kaffeezeremonie

Das Ambiente im Mesob wird als zwanglos, aber sehr schön und traditionell eingerichtet beschrieben. Der Name "Mesob" selbst bezeichnet den traditionellen, aus Stroh geflochtenen Korbtisch, auf dem die Speisen serviert werden, was die Authentizität des Erlebnisses unterstreicht. Ergänzt wird die einladende Atmosphäre durch einen Service, der in den höchsten Tönen gelobt wird. Das Personal gilt als ausserordentlich freundlich, höflich und aufmerksam. Insbesondere für Gäste, die zum ersten Mal die eritreisch-äthiopische Küche probieren, ist die geduldige Erklärung der Speisen und der Esskultur ein grosser Pluspunkt.

Die Kaffeezeremonie: Ein kulturelles Highlight

Ein absolutes Muss und ein unvergessliches Erlebnis ist die traditionelle Kaffeezeremonie. Hierbei handelt es sich nicht um einen schnell servierten Espresso. Der Prozess beginnt mit dem Rösten der grünen Kaffeebohnen direkt am Tisch der Gäste. Der Duft der frischen Röstung erfüllt den Raum, begleitet vom Geruch brennenden Weihrauchs, was eine fast meditative Stimmung erzeugt. Der Kaffee wird anschliessend frisch gemahlen, aufgebrüht und in kleinen Tassen, sogenannten "Finjal", serviert. Diese Zeremonie ist ein tief in der Kultur verwurzelter Akt der Gastfreundschaft und ein perfekter Abschluss für ein reichhaltiges Essen.

Was spricht für einen Besuch im Mesob? (Die positiven Aspekte)

Das Mesob ist mehr als nur eines von vielen Restaurants in Zürich. Seine Stärken liegen klar auf der Hand:

  • Hervorragendes und authentisches Essen: Die Gerichte sind geschmacksintensiv, vielfältig und werden nach traditionellen Rezepten zubereitet. Die grosse Auswahl an vegetarischen Restaurants in der Stadt wird hier um eine exzellente vegan-freundliche Option bereichert.
  • Aussergewöhnlicher Service: Das Personal trägt massgeblich zum Wohlfühlerlebnis bei. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft machen den Besuch besonders angenehm.
  • Einzigartiges Gemeinschaftserlebnis: Das gemeinsame Essen von einer Platte fördert die Kommunikation und macht das Dinner zu einem sozialen Ereignis. Ideal für Gruppen, Paare oder Familien, die etwas Neues ausprobieren möchten.
  • Faires Preis-Leistungs-Verhältnis: Grosse Portionen und moderate Preise (Preisniveau 2 von 4) machen das Mesob zu einer erschwinglichen Wahl, insbesondere für Zürcher Verhältnisse.
  • Kulturelle Immersion: Die Kaffeezeremonie und das traditionelle Ambiente bieten einen authentischen Einblick in die Kultur Ostafrikas.

Mögliche Nachteile und was man beachten sollte

Trotz der überwältigend positiven Rückmeldungen gibt es einige Punkte, die potenzielle Gäste bedenken sollten, um Enttäuschungen zu vermeiden. Diese sind weniger als Kritikpunkte zu verstehen, sondern vielmehr als Eigenheiten des Konzepts:

  • Das Essenskonzept ist nicht für jeden: Das Essen mit den Händen von einer gemeinsamen Platte ist eine intime und für manche ungewohnte Erfahrung. Wer grossen Wert auf individuelles Besteck und eigene Teller legt, könnte sich hier weniger wohlfühlen. Hygiene ist zwar gegeben (Händewaschen ist Pflicht), doch die Hemmschwelle bleibt für einige bestehen.
  • Hohe Beliebtheit führt zu Platzmangel: Ein so gut bewertetes Restaurant ist oft ausgebucht. Spontane Besuche, besonders an Wochenenden, sind riskant. Eine Reservation wird dringend empfohlen, um Wartezeiten oder Abweisungen zu vermeiden. Die Beliebtheit kann auch zu einem höheren Geräuschpegel führen.
  • Intensität der Gewürze: Die äthiopische und eritreische Küche ist bekannt für ihre komplexen und oft scharfen Gewürzmischungen wie Berbere. Obwohl die Schärfe meist an den europäischen Gaumen angepasst ist, könnten empfindliche Personen einige Gerichte als zu intensiv empfinden. Es ist ratsam, sich vom Personal beraten zu lassen, wenn man mildere Optionen für das Mittagessen in Zürich bevorzugt.
  • Lage ausserhalb des Zentrums: Das Lokal liegt in Wiedikon (Kreis 3) und nicht in der unmittelbaren touristischen Altstadt. Für Besucher der Stadt bedeutet dies eine kurze Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, was jedoch in Zürich unkompliziert ist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Mesob eine herausragende Adresse für alle ist, die auf der Suche nach einem authentischen, geschmackvollen und geselligen kulinarischen Erlebnis sind. Wer offen für neue Esskulturen ist und die Gemeinschaft beim Essen schätzt, wird hier einen unvergesslichen Abend verbringen. Die wenigen bedenkenswerten Punkte werden durch die Qualität des Essens und die Herzlichkeit des Services bei weitem aufgewogen. Ein Besuch ist somit eine klare Empfehlung für alle, die wissen wollen, wo man in Zürich gut essen kann.

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