Mendokoro
ZurückAuf dem Hönggerberg-Campus der ETH Zürich, an der Wolfgang-Pauli-Strasse 14, befindet sich das Mendokoro, ein Betrieb, der eine bemerkenswerte doppelte Identität pflegt. Für viele Studierende und Mitarbeitende ist es am Morgen ein gemütliches Café, das zu einer Pause bei Kaffee und Gebäck einlädt. Zur Mittagszeit verwandelt es sich jedoch und macht seinem Namen alle Ehre: «Mendokoro» bedeutet aus dem Japanischen übersetzt «Ort der Nudeln». Diese Spezialisierung auf die japanische Küche macht es zu einer besonderen Anlaufstelle innerhalb der Campus-Gastronomie.
Ein Morgen im Mendokoro: Zwischen Kaffeeduft und Gipfeli-Genuss
Der Tag im Mendokoro beginnt wie in einem klassischen europäischen Café. Es hat sich als beliebter Treffpunkt etabliert, um vor den Vorlesungen oder in einer Pause Energie zu tanken. Besonders hervorgehoben werden in den Erfahrungsberichten immer wieder die gefüllten Gipfeli (Croissants). Die Varianten mit Schokoladen- oder Pistazienfüllung sind bei den Gästen äusserst beliebt und gelten als eines der Highlights des morgendlichen Angebots. Die Atmosphäre wird generell als «super cool», angenehm und gemütlich beschrieben – ein Ort, an dem man gerne verweilt. Ein weiterer, entscheidender Pluspunkt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Preise werden als sehr gut empfunden, insbesondere mit dem angebotenen Studentenrabatt wird das Mendokoro zu einer sehr attraktiven und günstigen Option. Ein Espresso für CHF 2.50 oder ein gefülltes Gipfeli für CHF 3.50 sind für Zürcher Verhältnisse äusserst fair.
Allerdings gibt es einen wiederkehrenden Kritikpunkt, der vor allem Kaffeeliebhaber betrifft. Mehrere Besucher merken an, dass der Kaffee aus einem Vollautomaten stammt. Für Puristen, die einen Kaffee aus einer traditionellen Siebträgermaschine bevorzugen, stellt dies ein klares Manko dar. Während einige den Kaffee als «gut» bezeichnen und ein Gast ihn sogar als den «besten Kaffee der ETH» lobt (mit Ausnahme eines mobilen Kaffeestands), ist die Art der Zubereitung für andere nicht ausreichend, um die volle Punktzahl zu vergeben.
Die Verwandlung am Mittag: Authentisches japanisches Essen
Wenn die Mittagszeit naht, zeigt das Mendokoro sein zweites Gesicht. Das Restaurant fokussiert sich dann voll und ganz auf japanisches Essen und wird zu einem echten Nudel-Lokal. Die Speisekarte ist spezialisiert auf zwei Säulen der japanischen Alltagsküche: Ramen und Donburi. Dies stellt eine willkommene und geschmackliche Abwechslung zum typischen Mensa-Angebot dar.
Das Ramen-Angebot
Das Kernangebot sind die frisch zubereiteten japanischen Nudelsuppen. Die Auswahl umfasst verschiedene klassische Varianten, die eine breite Geschmackspalette abdecken. Dazu gehören unter anderem:
- Shio Ramen: Eine leichtere, auf Salz basierende Brühe.
- Shoyu Ramen: Eine kräftige Brühe auf Basis von Sojasauce.
- Miso Ramen: Eine reichhaltige, umami-lastige Suppe mit Miso-Paste.
- Tantanmen Ramen: Eine schärfere, würzige Variante mit Hackfleisch (oft auch pflanzlich) und Chiliöl.
Ergänzt wird das Angebot durch Donburi, japanische Reisschüsseln mit verschiedenen Toppings. Wichtig ist auch, dass das Mendokoro vegetarische Gerichte anbietet, was es zu einer inklusiven Option für das Mittagessen macht. Abgerundet wird das kulinarische Erlebnis durch eine Auswahl an asiatischen Bieren, die das authentische Gefühl verstärken.
Was man vor einem Besuch wissen sollte: Eine ausgewogene Betrachtung
Das Mendokoro ist ein Restaurant mit einem klaren Profil und einer spezifischen Zielgruppe. Potenzielle Gäste sollten sowohl die Stärken als auch die Schwächen kennen, um eine fundierte Entscheidung zu treffen.
Die überzeugenden Argumente
- Spezialisiertes und authentisches Angebot: Für Liebhaber der japanischen Küche bietet das Mendokoro eine seltene Gelegenheit, direkt auf dem Campus hochwertige Ramen zu geniessen. Es ist eine Nische, die es exzellent bedient.
- Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Preise sind, besonders für Studierende, sehr konkurrenzfähig. Ein warmes, frisch zubereitetes Mittagessen zu diesen Konditionen ist in Zürich eine Seltenheit.
- Angenehme Atmosphäre: Die positive und gemütliche Stimmung macht es zu einem idealen Ort für eine entspannte Pause vom Uni-Alltag.
- Barrierefreiheit: Der rollstuhlgerechte Eingang sorgt dafür, dass das Lokal für alle zugänglich ist.
Punkte zur Beachtung
- Stark eingeschränkte Öffnungszeiten: Dies ist der grösste Nachteil für die Allgemeinheit. Das Mendokoro ist nur von Montag bis Freitag geöffnet und schliesst bereits am Nachmittag (aktuell um 15:00 oder 16:30 Uhr, je nach Quelle). Die Küche für das warme Mittagessen ist sogar nur von 11:15 bis 13:45 Uhr in Betrieb. Ein spontanes Abendessen oder ein Besuch am Wochenende ist somit ausgeschlossen.
- Fokus auf eine Nische: Das Mittagsangebot ist bewusst spezifisch. Wer keine Lust auf Nudelsuppen oder Reisschalen hat, wird hier nicht fündig.
- Kaffeezubereitung: Wie bereits erwähnt, könnte der Kaffee aus dem Vollautomaten für anspruchsvolle Geniesser eine Enttäuschung sein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Mendokoro eine ausgezeichnete Wahl für die Gemeinschaft der ETH Hönggerberg ist. Es füllt eine Lücke in der Campus-Gastronomie mit einem einzigartigen Konzept, das ein morgendliches Café-Erlebnis mit einem spezialisierten japanischen Mittagessen kombiniert. Die Kombination aus gutem Essen, fairen Preisen und einer angenehmen Umgebung macht es zu einem hochgeschätzten Ort. Für externe Besucher ist es aufgrund der restriktiven Öffnungszeiten und der Lage weniger ein Ziel-Restaurant, sondern vielmehr ein Geheimtipp, wenn man sich zur richtigen Zeit in der Gegend aufhält.