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MAD ANGEL Liestal

MAD ANGEL Liestal

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Kasernenstrasse 10, 4410 Liestal, Schweiz
Restaurant
9.6 (600 Bewertungen)

Das MAD ANGEL in Liestal war über Jahre eine feste Grösse für Liebhaber gehobener Fleischgerichte und eines einzigartigen Ambientes. Mit einer beeindruckend hohen durchschnittlichen Bewertung von 4.8 Sternen bei Hunderten von Rezensionen hatte sich das Lokal einen exzellenten Ruf erarbeitet. Doch wer heute in der Kasernenstrasse 10 nach dem Restaurant mit dem teuflisch-guten Konzept sucht, steht vor verschlossenen Türen. Das MAD ANGEL ist permanent geschlossen – eine Nachricht, die für viele Stammgäste ein herber Verlust ist. Die Schliessung erfolgte nicht aufgrund mangelnden Erfolgs, im Gegenteil, das Lokal war oft ausgebucht. Vielmehr führten personelle Engpässe in der Küche zu dieser schweren Entscheidung, wie die Betreiber bekannt gaben. Dieser Artikel wirft einen Blick zurück auf das, was das MAD ANGEL so besonders machte, und beleuchtet sowohl die himmlischen als auch die höllischen Aspekte dieses einstigen gastronomischen Highlights.

Ein kulinarisches Erlebnis der Extraklasse

Im Zentrum des Angebots standen zweifellos die Dry Aged Steaks. Fleischliebhaber kamen hier voll auf ihre Kosten, mit einer Auswahl, die von Rindsfilet über Entrecôte bis hin zu Bisonfilet reichte. Die Gäste lobten wiederholt, dass die Steaks perfekt auf den Punkt gegrillt waren, was von einer hohen Kunst in der Küche zeugt. Doch nicht nur die Hauptattraktion überzeugte. Die Speisekarte bot auch Alternativen wie Trüffelravioli oder edle Burger, um verschiedene Geschmäcker anzusprechen. Ein Detail, das in vielen Bewertungen überraschend positiv hervorgehoben wurde, waren die Pommes Frites, die von einem Gast sogar als "exzellent und fast schon das Highlight" beschrieben wurden. Dies zeigt die durchgehende Qualität bis ins kleinste Detail. Die Präsentation der Speisen war durchweg ansprechend und kunstvoll, was den hohen Anspruch des Hauses unterstrich.

Die Kehrseite der Medaille: Preise und Portionen

Ein solch hoher Qualitätsanspruch hatte jedoch seinen Preis. Das MAD ANGEL war im oberen Preissegment angesiedelt, eine Tatsache, die von den Gästen unterschiedlich bewertet wurde. Während viele das Preis-Leistungs-Verhältnis angesichts der Qualität und des Erlebnisses als angemessen empfanden, bezeichneten andere es als "etwas teuer" oder, wie in einem Fall bei einer Rechnung von fast 500 Franken, als "überteuert". Es war definitiv ein Ort für besondere Anlässe, für den man "das nötige Kleingeld" mitbringen musste. Ein weiterer kleiner Kritikpunkt, der gelegentlich aufkam, betraf die Portionsgrössen. Obwohl als sättigend beschrieben, empfanden einige Gäste sie für den Preis als eher klein bemessen.

Service und Ambiente: Wo das MAD ANGEL wirklich glänzte

Wenn es einen Bereich gab, in dem das MAD ANGEL nahezu einstimmig Bestnoten erhielt, dann war es der Service. Das Personal wurde als aussergewöhnlich freundlich, kompetent und aufmerksam beschrieben. Ein Gast merkte an, er habe "noch nie so einen tollen Service erlebt". Diese überdurchschnittliche Aufmerksamkeit manifestierte sich in kleinen, aber wirkungsvollen Details: Das Team erinnerte sich an einen beiläufig am Telefon erwähnten Geburtstag, kannte am Ende des Abends noch den Namen des Gastes und brachte dem mitgebrachten Hund unaufgefordert Wasser. Solche Gesten schufen eine persönliche und wertschätzende Atmosphäre, die massgeblich zum positiven Restaurantbesuch beitrug.

Ein teuflisch gutes Ambiente

Das Interieur war ein weiteres unverkennbares Markenzeichen. Beschrieben als "dunkel", "böse" und gleichzeitig "gemütlich und sauber", bot das Lokal eine ganz eigene, thematische Welt. Die Gestaltung mit lodernden Lava-Wänden und -Decken sowie anderen raffinierten Details schuf eine einzigartige Kulisse, die das Motto "Welcome to hell's kitchen" perfekt umsetzte. Dieses spezielle Design war sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber es machte den Besuch im MAD ANGEL zu einem unvergesslichen kulinarischen Erlebnis, das sich von anderen Gourmet-Restaurants abhob.

Das Ende einer Ära und ein Blick in die Zukunft

Die Nachricht von der Schliessung Ende Juni 2025 traf viele unerwartet. Der Grund, Fachkräftemangel in der Küche, ist ein Problem, das die gesamte Gastronomiebranche betrifft und selbst erfolgreiche Konzepte wie das MAD ANGEL nicht verschont. Es ist ein Weckruf, der zeigt, wie fragil selbst etablierte Restaurants sein können. Für Gäste, die auf der Suche nach einem Tisch sind, ist die Information klar: Eine Tischreservierung ist nicht mehr möglich.

Allerdings gibt es einen Lichtblick für den Standort: Die Räumlichkeiten wurden von der Convalere AG übernommen und sollen ab Oktober unter dem Namen "Angel Steaks & More" mit einem ähnlichen kulinarischen Fokus weitergeführt werden. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Konzept an den herausragenden Service und die einzigartige Atmosphäre seines Vorgängers anknüpfen kann. Für das MAD ANGEL bleibt die Erinnerung an ein aussergewöhnliches Steakhouse, das in Liestal eine Lücke hinterlässt.

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