Startseite / Restaurants / Little Portofino
Little Portofino

Little Portofino

Zurück
Bahnhofstrasse 29, 8810 Horgen, Schweiz
Italienisches Restaurant Restaurant
8 (111 Bewertungen)

An der Bahnhofstrasse 29 in Horgen, direkt am Ufer des Zürichsees, befindet sich das Little Portofino. Es präsentiert sich als ein Ableger des bekannten Ristorante Portofino in Thalwil und gehört zur Gastro-Gruppe von Michel Péclard. Als Pop-Up-Konzept gestartet, hat es sich zum Ziel gesetzt, italienisches Riviera-Feeling nach Horgen zu bringen, was sich vor allem in seiner sorgfältig gestalteten Atmosphäre und der exklusiven Lage widerspiegelt. Das Restaurant ist jedoch nicht immer zugänglich; es öffnet seine Türen vornehmlich bei schönem Wetter, eine wesentliche Information für jeden, der einen Besuch plant. Diese Wetterabhängigkeit unterstreicht den saisonalen und exklusiven Charakter des Lokals, kann aber für Gäste, die langfristig planen, eine Herausforderung darstellen.

Ein Ambiente, das begeistert – und seine Tücken hat

Die grösste Stärke des Little Portofino ist unbestreitbar seine Lage. Besucher beschreiben es als eine „kleine Oase“, ein „schön lauschiges und ein bisschen verstecktes Bistro“. Die unmittelbare Nähe zum Wasser, kombiniert mit einer liebevollen und detailreichen Einrichtung, schafft ein Ambiente, das viele Gäste als „wie im Urlaub“ empfinden. Besonders am Abend, wenn zahlreiche Lampen und Kerzen für eine stimmungsvolle Beleuchtung sorgen, entfaltet das Lokal seinen vollen Charme. Die verschiedenen Sitzgelegenheiten, einige davon direkt am Wasser, ermöglichen ein intimes und besonderes kulinarisches Erlebnis. Es ist offensichtlich, dass hier viel Wert darauf gelegt wurde, aus einer relativ schmalen Ecke am Seeufer das Maximum an Atmosphäre herauszuholen. Diese idyllische Kulisse ist der Hauptgrund, warum viele Gäste immer wiederkehren und das Restaurant am See weiterempfehlen.

Allerdings gibt es auch praktische Aspekte, die das Erlebnis trüben können. Ein wiederholt genannter Kritikpunkt ist das Fehlen einer Telefonnummer auf der offiziellen Webseite. In einer Zeit, in der schnelle und direkte Kommunikation geschätzt wird, erschwert dies spontane Anfragen oder unkomplizierte Reservierungen. Gäste sind auf Online-Formulare angewiesen, was nicht immer ideal ist.

Die kulinarische Erfahrung: Zwischen Genuss und Enttäuschung

Die Speisekarte des Little Portofino konzentriert sich auf authentische italienische Küche, mit einem klaren Fokus auf Pizza, Pasta und Antipasti. Ein besonderes Highlight soll die Pizza sein, die in einem extra aus Neapel importierten Ofen gebacken wird – ein klares Bekenntnis zu Authentizität und Qualität. Viele Besucher loben die Gerichte und heben die hohe Qualität der Zutaten sowie die liebevolle Zubereitung hervor. Insbesondere die Pizzen werden oft als „sehr lecker“ beschrieben, wobei der Pizzateig wiederholt positiv erwähnt wird. Gerichte wie die Pizza Diavola finden Anklang, auch wenn die Schärfe erst durch das zusätzlich gereichte Chili-Öl erreicht wird. Dies deutet darauf hin, dass die Küche in der Lage ist, qualitativ hochwertige und geschmackvolle Speisen zu servieren, die dem Anspruch eines italienischen Restaurants gerecht werden.

Jedoch scheint die Küchenleistung nicht konstant zu sein, wie aus einigen sehr kritischen Bewertungen hervorgeht. Ein Gast beschrieb sein Essen gehen als eine „Katastrophe“. Konkret wurde eine Büffelmozzarella-Pizza als „sehr geschmacklos“ kritisiert. Noch härter fiel das Urteil über das Tiramisu aus, das als „Albtraum jedes Gastes“ bezeichnet wurde: Die Creme sei lauwarm gewesen, der Biskuit hart und das gesamte Dessert geschmacklos. Zusätzlich wurde die Sauberkeit bemängelt, als von Fingerabdrücken auf dem Teller berichtet wurde. Der Versuch, den verantwortlichen Koch zu sprechen, blieb erfolglos. Solche extremen Gegensätze in den Bewertungen deuten auf eine erhebliche Inkonsistenz in der Küchenleistung hin. Für einen potenziellen Gast bedeutet dies ein gewisses Risiko: Man kann einen ausgezeichneten Abend erleben, aber ebenso gut einen kulinarisch enttäuschenden.

Der Service: Freundlichkeit trifft auf Professionalitätslücken

Auch beim Service zeigt sich ein gespaltenes Bild. Einerseits wird das Personal von vielen Gästen als ausserordentlich herzlich, freundlich, aufmerksam und schnell beschrieben. Begriffe wie „sehr herzlich empfangen“ und „freundliches Personal“ fallen häufig. Ein Kellner namens Filou wurde namentlich für seine aufgestellte Art gelobt, die massgeblich zur positiven Stimmung beigetragen habe. Diese Berichte zeichnen das Bild eines engagierten Teams, das sich bemüht, den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bereiten.

Andererseits gibt es fundierte Kritikpunkte, die auf Mängel in der Professionalität hindeuten. Ein zentrales Problem scheint die Sprachbarriere zu sein. Mehrere Gäste merkten an, dass Teile des Servicepersonals kein Schweizerdeutsch verstehen und die Kommunikation auf Italienisch oder Englisch stattfinden muss. Dies führte in mindestens einem Fall zu einer unvollständigen Bestellung und zu Missverständnissen. Während Internationalität in der Gastronomie nicht unüblich ist, wird es im Raum Zürich von manchen Gästen als schade empfunden, wenn die lokale Sprache nicht beherrscht wird.

Ein weiterer, schwerwiegenderer Vorwurf betrifft die Art des Services. Ein Gast empfand den Service als „extrem drängend“ und unprofessionell. Teller wurden unmittelbar nach dem letzten Bissen abgeräumt und sofort nach weiteren Wünschen wie Kaffee gefragt. Dieses Gefühl, gehetzt zu werden, steht im krassen Gegensatz zur eigentlich entspannten und urlaubsähnlichen Atmosphäre, die das Lokal ausstrahlen möchte. Besonders bei einer getätigten Reservierung erwarten Gäste, ihre Zeit in Ruhe geniessen zu können, ohne den Eindruck zu haben, den Tisch schnell wieder freimachen zu müssen.

Fazit: Ein Ort mit zwei Gesichtern

Das Little Portofino in Horgen ist ein Ort, der stark polarisiert. Sein grösstes Kapital ist die wunderschöne Lage direkt am See, die in Kombination mit der ansprechenden Einrichtung ein fast unschlagbares Ambiente für ein sommerliches Abendessen bietet. Wer primär Wert auf eine tolle Atmosphäre legt und sich ein Gefühl von „Dolce Vita“ wünscht, wird hier mit grosser Wahrscheinlichkeit fündig.

Gleichzeitig müssen Besucher sich der potenziellen Schwächen bewusst sein. Die Qualität des Essens kann stark schwanken, von exzellenter bester Pizza bis hin zu geschmacklosen Gerichten. Ähnliches gilt für den Service, der von herzlich und zuvorkommend bis hin zu gehetzt und unprofessionell reichen kann. Die Wetterabhängigkeit und die fehlende telefonische Erreichbarkeit sind weitere praktische Hürden. Letztendlich ist ein Besuch im Little Portofino eine Abwägungssache: Man wählt es für das unvergleichliche Ferienfeeling, muss aber bereit sein, über mögliche Mängel bei Speisen und Service hinwegzusehen.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen