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Legami italian food experience

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Brandstrasse 37, 8952 Schlieren, Schweiz
Italienisches Restaurant Restaurant
9.8 (57 Bewertungen)

Inmitten eines Industriegebiets in Schlieren, genauer im Building Technology Park Zurich, findet sich das Restaurant Legami. Es präsentiert sich als „Italian Food Experience“ und verspricht, ein Stück Italien nach Zürich zu bringen. Die Bewertungen zeichnen jedoch ein komplexes Bild: Einerseits wird das Lokal als „kleine italienische Perle“ gefeiert, andererseits gibt es detaillierte Kritik, die auf erhebliche Schwankungen in der Küchenleistung hindeutet. Für potenzielle Gäste ergibt sich daraus die Frage, was sie bei einem Besuch wirklich erwartet – ein authentisches kulinarisches Erlebnis oder eine Enttäuschung mit hohem Preis?

Ambiente und Service: Einhelliges Lob

Ein Punkt, in dem sich fast alle Besucher einig sind, ist die herausragende Servicequalität. Das Personal wird durchweg als „sehr freundlich“, „zuvorkommend“ und „familiär“ beschrieben. Gäste fühlen sich gut beraten und umsorgt, was eine warme und einladende Atmosphäre schafft. Diese positive Erfahrung wird durch ein als „schön“ empfundenes Ambiente ergänzt. Ein weiterer Pluspunkt für Tierhalter: Das Restaurant ist hundefreundlich, was den familiären Charakter unterstreicht. Dieser Aspekt des Betriebs scheint eine solide Grundlage zu sein, auf der das kulinarische Angebot aufbaut.

Die kulinarische Vision: Zwischen Tradition und Gourmet-Anspruch

Die Speisekarte des Legami zeugt von Ambition. Laut eigener Aussage möchte man traditionelle Gerichte mit einem kreativen und modernen Touch verbinden, um eine Geschichte zu erzählen. Dieser Ansatz wird von einigen Gästen, wie einer Besucherin aus Neapel, hochgelobt, die in den Gerichten eine gelungene Innovation zwischen Gourmet-Küche und Tradition sieht und keinerlei Mängel feststellen konnte. Die Präsentation der Speisen wird als „mega cool hergerichtet“ und „optisch toll“ beschrieben. Gerichte wie ein Salat, serviert in einer Schüssel aus Pizzateig, oder das „Carbonara-Nest“ zeugen von diesem kreativen Willen. Doch gerade diese kreativen Interpretationen sind es, die auch Anlass zu Kritik geben.

Ein zweischneidiges Schwert: Die Küchenleistung

Die Meinungen über das Essen selbst gehen stark auseinander und offenbaren eine signifikante Inkonsistenz. Während einige Gäste von exzellenten Fischgerichten schwärmen, die „super delikat“ geschmeckt haben, berichten andere von fundamentalen Mängeln, die in dieser Preisklasse nicht vorkommen dürften.

Die Höhepunkte auf der Speisekarte

Neben den positiv erwähnten Fischgerichten scheint die Pasta eine Stärke des Hauses zu sein. Die Carbonara wurde geschmacklich als „top, wirklich sehr gut“ bewertet, auch wenn die Darreichungsform als „Nest“ das Essen erschwerte. Besondere Erwähnung finden auch die „doppelt gekochten Pizzas“, eine Spezialität, die neugierig macht und von einem Gast als gut bewertet wurde. Die Zustimmung einer neapolitanischen Besucherin verleiht dem Angebot eine gewisse Authentizität und deutet darauf hin, dass die Küche durchaus in der Lage ist, auf hohem Niveau zu agieren.

Die Tiefpunkte: Wenn Anspruch und Realität kollidieren

Die detaillierteste Kritik stammt von einem Gast, der trotz des freundlichen Services eine Bewertung im unteren Bereich abgab. Hier wird das zentrale Problem des Legami deutlich: das Preis-Leistungs-Verhältnis. Für hohe Preise, wie beispielsweise 45 CHF für ein Lammgericht, wird eine entsprechende Qualität und Portionsgrösse erwartet. In diesem Fall wurde das Lamm jedoch nicht nur kalt serviert, sondern die Portion – bestehend aus vier kleinen Stücken – als „Frechheit“ und „No-Go“ empfunden.

Diese Kritik setzt sich bei anderen Gerichten fort:

  • Verfügbarkeit: Ein für ein italienisches Restaurant essentielles Gericht wie Büffelmozzarella als Vorspeise war nicht verfügbar, was als „inakzeptabel“ gewertet wurde.
  • Praktikabilität: Kreative Ideen wie der Salat im Pizzateig erwiesen sich als unpraktisch, da der Teig durchweichte und das Essen störte. Tintenfisch-Buns fielen beim Schneiden auseinander und waren geschmacklich eher fad.
  • Qualitätsmängel: Einer gefüllten Hühnerbrust fehlte die versprochene knusprige Haut, und das als Beilage gereichte Brot wirkte nicht frisch.
  • Irreführende Darstellung: Das auf der Speisekarte abgebildete klassische Tiramisu wurde durch ein völlig anderes Dessert ersetzt. Obwohl es geschmacklich in Ordnung war, entsprach es nicht der Erwartung.
  • Küchenfehler: Im Zitronendessert wurde ein drei Zentimeter langes Plastikstück gefunden, vermutlich vom Spritzbeutel. Fairerweise muss erwähnt werden, dass das Restaurant professionell reagierte und das Dessert von der Rechnung nahm.

Diese Punkte deuten darauf hin, dass die Küche mit ihrem Gourmet-Anspruch an manchen Stellen überfordert zu sein scheint oder die Qualitätskontrolle nicht durchgängig funktioniert. Ein Gast verliess das Lokal hungrig und merkte an, dass man mit einer Pizza vermutlich zufriedener gewesen wäre.

Fazit: Eine Empfehlung mit Vorbehalten

Das Legami Italian Food Experience in Schlieren ist ein Ort der Kontraste. Auf der einen Seite stehen ein wunderbar herzlicher Service, ein schönes Ambiente und eine Küche, die das Potenzial für herausragende, authentisch-italienische Momente hat. Viele Gäste sind begeistert und sprechen von einer echten „Perle“. Auf der anderen Seite steht das erhebliche Risiko einer inkonsistenten Leistung, insbesondere bei den teureren, kreativen Gerichten. Das Preisniveau ist hoch, was die Enttäuschung über kalte Speisen, kleine Portionen oder handwerkliche Fehler umso grösser macht.

Für wen ist ein Besuch also geeignet? Wer auf der Suche nach einem freundlichen Ort für ein Essen gehen ist und sich auf die anscheinend sicheren Werte wie Pizza oder klassische Pasta konzentriert, kann hier eine sehr positive Erfahrung machen. Wer jedoch die ambitionierten Gerichte von der Speisekarte wählt, sollte sich des Risikos bewusst sein, dass die „Experience“ möglicherweise nicht dem Preis entspricht. Das Legami hat das Zeug zu einem Top-Restaurant, muss aber dringend an der Konstanz seiner Küchenleistung arbeiten, um dem selbst gesetzten hohen Anspruch durchgehend gerecht zu werden.

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