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La Muña Davos

La Muña Davos

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Baslerstrasse 9, 7260 Davos, Schweiz
Restaurant Restaurant mit Fusionsküche
8 (47 Bewertungen)

An der Baslerstrasse 9, im Dachgeschoss des Alpengold Hotels in Davos, befand sich ein gastronomisches Projekt, das hohe Ambitionen hegte: das Restaurant La Muña. Inzwischen ist es dauerhaft geschlossen, doch sein Konzept und die gemischten Erfahrungen der Gäste bieten einen aufschlussreichen Einblick in die Herausforderungen der gehobenen Gastronomie. La Muña widmete sich der sogenannten Nikkei-Küche, einer faszinierenden Fusion aus japanischer Finesse und peruanischer Geschmacksexplosion. Diese kulinarische Richtung, die Ende des 19. Jahrhunderts entstand, als japanische Einwanderer in Peru begannen, lokale Zutaten mit ihren traditionellen Kochtechniken zu kombinieren, versprach ein einzigartiges kulinarisches Erlebnis. Die Idee, dieses kosmopolitische Konzept in die Bündner Alpen zu bringen, war mutig und zielte darauf ab, Davos eine neue, aufregende Option für das Essen gehen zu bieten.

Das Konzept: Japan trifft auf Peru in den Alpen

Die Speisekarte des La Muña war das Herzstück seines Konzepts. Gerichte wie Ceviche mit rotem Thunfisch und Sesam oder Wolfsbarsch mit schwarzem Trüffel sowie der in Saikyo-Miso marinierte Black Cod zeugten von dem Anspruch, authentische und hochwertige Nikkei-Gerichte zu servieren. Die Küche wurde als extrem frisch beschrieben, bei der rohe oder marinierte Zutaten à la minute kombiniert wurden, oft im Rahmen von Live-Cooking-Präsentationen. Für dieses Konzept und die Qualität seiner Küche wurde das Restaurant sogar mit 14 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet, was seine kulinarische Kompetenz unterstreicht. Man zielte auf eine Klientel ab, die bereit war, für eine besondere Erfahrung tief in die Tasche zu greifen und etwas Neues zu entdecken. Auch für Gäste mit speziellen Ernährungsbedürfnissen gab es eine, wenn auch kleine, Auswahl an veganen und glutenfreien Optionen.

Ambiente: Zwischen Eleganz und kühler Distanz

Das Ambiente des La Muña wird in den Erinnerungen der Gäste zwiespältig beschrieben. Einerseits wird es als „edles Restaurant“ mit einem „schönen Ambiente“ gelobt. Die Lage im obersten Stockwerk des Hotels bot zweifellos eine spektakuläre Aussicht auf die Davoser Bergwelt und schuf eine exklusive Atmosphäre. Die Einrichtung mit Schiefergrau- und Schwarztönen, kombiniert mit Kunst und durchdachter Beleuchtung, sollte eine private und elegante Stimmung erzeugen. Andererseits empfanden einige Besucher die Atmosphäre als unpersönlich und verglichen sie mit der einer „Flughafenlounge“. Diese Diskrepanz in der Wahrnehmung deutet darauf hin, dass es dem Lokal möglicherweise nicht immer gelang, die beabsichtigte Wärme und Exklusivität auf jeden Gast zu übertragen, was für ein Restaurant in dieser Preisklasse ein entscheidender Faktor ist.

Die kulinarische Realität: Ein zweischneidiges Schwert

Die Qualität der Speisen selbst erhielt oft Lob. Gäste beschrieben das Essen als „sehr gut“ und als echtes „Gaumenerlebnis“. Die feinen Köstlichkeiten, die aus der peruanisch-japanischen Fusion hervorgingen, konnten geschmacklich überzeugen. Doch dieses positive Bild wurde durch erhebliche Kritikpunkte getrübt, die sich vor allem um das Preis-Leistungs-Verhältnis drehten. Ein wiederkehrender Kritikpunkt waren die Portionen, die als „für den Preis viel zu klein“ empfunden wurden. Dies führte bei vielen Gästen zu dem Gefühl, dass der hohe Preis nicht gerechtfertigt war. Ein weiterer Schwachpunkt der Speisekarte war ihre starke Fokussierung auf Ceviche. Besucher, die keine Liebhaber dieses Gerichts waren, sahen sich mit einer halbierten Auswahl konfrontiert, was die kulinarische Freiheit einschränkte. Die vielleicht schärfste Kritik war die Bemerkung eines Gastes, dass man die Gerichte mit einer gut ausgestatteten Küche auch selbst zubereiten könne. Eine solche Restaurantbewertung stellt die Exklusivität und den handwerklichen Mehrwert, den ein gehobenes Restaurant bieten sollte, fundamental in Frage.

Der Service: Die Achillesferse des La Muña

Der Service scheint der Bereich gewesen zu sein, in dem die Erfahrungen der Gäste am weitesten auseinandergingen und der letztlich wohl am meisten zum Scheitern des Konzepts beitrug. Es gibt Berichte über „sehr freundliches, zuvorkommendes und aufmerksames“ Personal. Einige Gäste fühlten sich sogar zu aufmerksam behandelt, fast schon gestört, wenn beispielsweise ständig Wasser nachgeschenkt wurde, was Gespräche unterbrach.

Gravierende Mängel im Serviceablauf

Demgegenüber steht eine überwältigende Anzahl an Berichten über massive Servicemängel. Die Kritik reichte von „miserabel“ bis „unaufmerksam“. Gäste beklagten, dass sie grundlegende Dinge wie das Nachschenken von Wasser selbst übernehmen mussten. Viel schwerwiegender war jedoch die mangelnde Kompetenz des Personals. Es wurde berichtet, dass das Service-Team das Speisenkonzept nicht erklären konnte und auf Fragen, die auf Deutsch gestellt wurden, kaum Antworten geben konnte. Dies ist in einem Schweizer Restaurant, das auf lokale und internationale Gäste abzielt, ein erhebliches Defizit. Des Weiteren schien das Timing zwischen Küche und Service oft nicht zu stimmen, was zu langen Wartezeiten auf Getränke und einer unkoordinierten Abfolge der Gänge führte. Ein besonders negatives Beispiel ist die Schilderung eines Gastes, dessen per E-Mail bestätigte Reservierung im System nicht auffindbar war und der eine Stunde auf einen Tisch warten musste. Solche organisatorischen Pannen sind in der gehobenen Gastronomie inakzeptabel und zerstören das Vertrauen der Kundschaft.

Getränke: Hohe Preise und mangelnde Verfügbarkeit

Auch das Getränkeangebot bot Anlass zur Kritik. Die Cocktails, die mit 22 bis 24 Franken zu Buche schlugen, wurden als geschmacklich „nicht spannend“ und klein beschrieben. Ein entscheidender Fauxpas, der von Gästen berichtet wurde, war die Nichtverfügbarkeit von Weinen auf der Karte. Dass es nicht möglich war, zum Hauptgang einen Rotwein zu bestellen, weil die beworbenen Weine nicht vorrätig waren, ist für ein Restaurant dieses Anspruchs ein schwerwiegender Fehler und zeugt von schlechter Lagerhaltung oder mangelnder Organisation.

Fazit: Eine ambitionierte Idee mit mangelhafter Umsetzung

Das La Muña in Davos war ein Restaurant mit einer spannenden und für die Region einzigartigen Vision. Die Nikkei-Küche bot das Potenzial für ein herausragendes kulinarisches Erlebnis, und die Speisen selbst zeigten oft auch die nötige Qualität. Jedoch wurde dieses Potenzial durch eine Reihe von fundamentalen Schwächen untergraben. Die Kombination aus überhöhten Preisen für kleine Portionen, einer teilweise als kühl empfundenen Atmosphäre und vor allem einem durchweg inkonsistenten und oft unprofessionellen Service führte dazu, dass das Gesamterlebnis den Erwartungen vieler Gäste nicht gerecht wurde. Die dauerhafte Schliessung des La Muña ist somit ein Lehrstück darüber, dass ein innovatives Konzept und eine gute Küche allein nicht ausreichen. Ohne einen exzellenten, zuverlässigen Service und ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis kann sich selbst das ambitionierteste Restaurant nicht langfristig am Markt halten.

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