Startseite / Restaurants / La Croix d’Or
La Croix d’Or

La Croix d’Or

Zurück
Rue de Porrentruy 120, 2916 Fahy, Schweiz
Restaurant Unterkunft
9.2 (15 Bewertungen)

An der Rue de Porrentruy 120 in Fahy befindet sich ein Gebäude, das einst ein lokaler Treffpunkt für Reisende und Einheimische war: das La Croix d'Or. Heute sind seine Türen dauerhaft geschlossen, doch die Erinnerungen und Bewertungen, die es hinterlassen hat, zeichnen das Bild eines Unternehmens mit einem ganz eigenen Charakter, das sowohl als Hotel als auch als Restaurant fungierte. Eine Analyse seiner Geschichte, basierend auf den Erfahrungen ehemaliger Gäste, offenbart ein Geschäft voller Kontraste, das von herzlicher Gastfreundschaft und unbestreitbaren Schwächen geprägt war.

Ein Ort der persönlichen Gastfreundschaft

Das vielleicht hervorstechendste Merkmal des La Croix d'Or war die menschliche Komponente. In einer Zeit, in der der Service oft unpersönlich und standardisiert ist, schien dieses Haus eine Oase der persönlichen Betreuung zu sein. Gäste lobten wiederholt den "freundlichen Service" und den "sehr herzlichen Empfang". Ein Kommentator ging sogar so weit, den Chef als "sehr nett" zu bezeichnen, was auf ein inhabergeführtes Etablissement hindeutet, bei dem der persönliche Kontakt zum Gast im Mittelpunkt stand. Diese Art von Atmosphäre ist oft der entscheidende Faktor, der ein einfaches Essen gehen zu einem unvergesslichen Erlebnis macht. Es war diese Wärme, die wahrscheinlich viele Besucher dazu bewog, über die baulichen Mängel des Hauses hinwegzusehen.

Auch als Unterkunft erhielt das La Croix d'Or viel Zuspruch. Es wurde als "hübsches Hotel" beschrieben, das besonders durch seine Sauberkeit auffiel – ein entscheidendes Kriterium, das zeigt, dass trotz des Alters des Gebäudes grosser Wert auf Pflege und Instandhaltung gelegt wurde. Ein besonderes Merkmal, das von einem Gast hervorgehoben wurde, waren die "schönen Zimmer mit Balkon". Solche Details verleihen einem Aufenthalt eine besondere Note und ermöglichen es den Gästen, die "sehr angenehme Lage" in Fahy in vollen Zügen zu geniessen. Es war offensichtlich kein Luxushotel, sondern eine einfache, aber gepflegte und einladende Unterkunft, die einen authentischen Charme ausstrahlte.

Die kulinarische Seite: Zwischen Tradition und Überraschung

Ein Restaurant lebt und stirbt mit seiner Küche, und im La Croix d'Or scheint die gastronomische Erfahrung ebenso von Kontrasten geprägt gewesen zu sein wie das Hotel selbst. Auf der einen Seite gab es Lob für "gutes Essen" und ein "gutes Frühstück". Insbesondere die saisonalen Angebote schienen ein Höhepunkt zu sein; ein Gast merkte an, dass die "Chasse" (Wildgerichte) "exzellent" war. Dies deutet auf eine Verbindung zur traditionellen Schweizer Küche hin, die tief in der Region verwurzelt ist und bei Kennern hoch im Kurs steht. Die Erwähnung eines "Steak d'angus" lässt zudem vermuten, dass die Speisekarte auch klassische, qualitativ hochwertige Fleischgerichte umfasste, die ein breites Publikum ansprechen.

Unerwartete internationale Einflüsse

Überraschenderweise beschränkte sich das kulinarische Angebot nicht nur auf lokale oder traditionelle Gerichte. Einige Quellen erwähnen eine "fabelhafte spanische Küche", was für ein Gasthaus im Schweizer Jura eine unerwartete und faszinierende Wendung ist. Diese Ausrichtung könnte das La Croix d'Or von anderen Wettbewerbern abgehoben und ihm eine einzigartige Identität in der lokalen Restaurant-Szene verliehen haben. Es wirft die Frage auf, welche Geschichten und Einflüsse in der Küche zusammenkamen, um solche kulinarische Erlebnisse zu schaffen. Für Gäste, die auf der Suche nach einem Restaurant in der Nähe waren, das mehr als nur Fondue und Rösti bot, könnte dies ein entscheidender Anziehungspunkt gewesen sein.

Nicht ohne Kritikpunkte

Doch das kulinarische Erlebnis war nicht für alle Gäste makellos. Eine Bewertung enthält eine ernste Anschuldigung: Es sei Pute als Hähnchen serviert worden. Obwohl der damalige Besitzer diese Behauptung in einer Antwort anzweifelte, wirft ein solcher Kommentar einen Schatten auf die Konsistenz und Transparenz der Küche. Er zeigt, dass die Wahrnehmung der Qualität stark variieren konnte. Während ein Gast ein exzellentes Wildgericht genoss, fühlte sich ein anderer getäuscht. Diese Diskrepanz unterstreicht die Herausforderung für jedes Restaurant, über die Zeit hinweg ein gleichbleibend hohes Niveau zu halten und das Vertrauen jedes einzelnen Gastes zu gewinnen. Die gute Küche, die von einigen gelobt wurde, war für andere offenbar nicht durchgängig spürbar.

Die Realität eines alternden Gebäudes

Der wohl am häufigsten genannte negative Aspekt des La Croix d'Or war der Zustand des Gebäudes selbst. Ein Gast fasste es treffend zusammen, als er es als "einfaches, in die Jahre gekommenes Hotel" beschrieb. Diese Einschätzung steht im direkten Kontrast zum Lob für die Sauberkeit und den Charme, malt aber ein realistisches Bild. Es scheint, dass die Infrastruktur nicht mehr dem modernsten Standard entsprach. Für Reisende, die Wert auf moderne Annehmlichkeiten, neuestes Design und makellose Bausubstanz legen, war dies möglicherweise nicht die richtige Wahl. Die Stärke des Hauses lag eindeutig im Service und in der persönlichen Atmosphäre, die als eine Art Kompensation für die alternden Einrichtungen diente. Dies ist ein klassisches Dilemma vieler traditioneller Familienbetriebe: Die finanziellen Mittel für eine umfassende Modernisierung sind oft begrenzt, während die Leidenschaft für die Gastfreundschaft ungebrochen ist.

Ein Vermächtnis der Gegensätze

Das La Croix d'Or in Fahy ist heute Geschichte. Sein Vermächtnis ist das eines Ortes der Gegensätze. Es war ein Haus, das mit der Wärme seines Personals überzeugte, aber mit den Zeichen der Zeit an seinen Wänden zu kämpfen hatte. Es bot traditionelle Schweizer Wildgerichte an, überraschte aber gleichzeitig mit spanischen Aromen. Es erntete Fünf-Sterne-Bewertungen für seinen Service und seine schönen Balkone, sah sich aber auch mit Kritik an der Qualität seiner Zutaten konfrontiert. Mit seiner Schliessung hat die Gemeinde Fahy nicht nur ein Hotel und ein Restaurant verloren, sondern einen Ort mit einer komplexen und sehr menschlichen Persönlichkeit. Es war ein Zeugnis einer Gastronomie, die mehr von Charakter als von Perfektion lebte, und hinterlässt eine Lücke für diejenigen, die genau das zu schätzen wussten.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen