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Hotel Post Glarnerhof

Hotel Post Glarnerhof

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Bahnhofstrasse 2, 8750 Glarus, Schweiz
Restaurant Unterkunft
8.8 (689 Bewertungen)

Das Hotel Post Glarnerhof, direkt an der Bahnhofstrasse 2 gelegen, ist eine Institution mit einer langen Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Es dient nicht nur als Beherbergungsbetrieb, sondern hat sich auch als zentraler kulinarischer Treffpunkt etabliert. Seine Lage unmittelbar am Bahnhof von Glarus macht es zu einer äusserst praktischen Anlaufstelle für Reisende und Einheimische gleichermassen. Doch hinter der historischen Fassade verbirgt sich ein Betrieb, der bei seinen Gästen sehr unterschiedliche Eindrücke hinterlässt, insbesondere was das kulinarische Erlebnis betrifft.

Zwei Restaurants, zwei Konzepte

Eine der grössten Stärken des Hauses ist sein duales Gastronomiekonzept. Es beherbergt zwei unterschiedliche Restaurants, die verschiedene Bedürfnisse abdecken. Das "Glarner Stübli" präsentiert sich in einem klassischen, gehobenen Ambiente und zielt auf Gäste ab, die ein feineres Abendessen in ruhiger Atmosphäre suchen. Dem gegenüber steht die "Gaststube", die eine eher bodenständige und traditionelle Umgebung für ein ungezwungenes Mittagessen oder ein geselliges Beisammensein bietet. Ergänzt wird das Angebot durch eine Grillterrasse, die bei schönem Wetter zum Verweilen einlädt. Diese Vielfalt ermöglicht es dem Betrieb, eine breite Zielgruppe anzusprechen.

Die Qualität auf dem Teller: Von exzellent bis enttäuschend

Wenn es um das gute Essen geht, gehen die Meinungen der Gäste stark auseinander. Es gibt zahlreiche Berichte über herausragende Gerichte. Speziell gelobt wurde beispielsweise ein Hirschfilet, das als "einmalig" beschrieben wurde. Auch das Frühstücksbuffet wird häufig als reichhaltig und von hoher Qualität hervorgehoben. Die Speisekarte legt einen klaren Fokus auf Schweizer Küche mit regionalen Produkten, was bei vielen Besuchern gut ankommt. Klassiker wie Rahmschnitzel mit Nudeln stehen ebenso auf der Karte wie saisonale Spezialitäten. Viele Gäste, darunter auch grössere Gruppen wie Vereine, zeigten sich mit der Halbpension sehr zufrieden und lobten das Preis-Leistungs-Verhältnis als absolut angemessen.

Andererseits stehen diesen positiven Erfahrungen Berichte gegenüber, die ein gänzlich anderes Bild zeichnen. So wurde bei einem Kommunionsessen die Qualität der Speisen als mittelmässig ("naja") empfunden. Kritisiert wurde insbesondere die mangelnde Kreativität bei vegetarischen Gerichten, die teilweise nur aus Nudeln mit Erbsen bestanden. Auch die Qualität von einfacheren Speisen wie Chicken Nuggets wurde bemängelt, da sie geschmacklich an Fast-Food-Ketten erinnerten. Solche Erfahrungen deuten darauf hin, dass die Küchenleistung nicht immer konstant ist und je nach Anlass oder Tag stark variieren kann.

Der Service: Zwischen Herzlichkeit und Chaos

Ähnlich gespalten wie bei der Küche sind die Rückmeldungen zum Servicepersonal. Ein Grossteil der Gäste beschreibt die Mitarbeitenden als ausserordentlich freundlich, zuvorkommend und hilfsbereit. Selbst bei einer späten Ankunft kurz vor Küchenschluss wurde alles unternommen, um den Gästen noch ein warmes Abendessen zu ermöglichen. Diese positive Grundhaltung trägt massgeblich zu einer angenehmen Atmosphäre bei.

Dem stehen jedoch schwerwiegende Vorwürfe gegenüber. Einige Besucher bezeichneten den Service schlicht als "Katastrophe". Berichtet wurde von langen Wartezeiten von bis zu 30 Minuten allein auf die Getränke. Die Koordination schien mangelhaft, wenn etwa Beilagen wie Pommes frites oder Saucen erst serviert wurden, als das Fleisch bereits kalt war. Solche organisatorischen Mängel führen verständlicherweise zu Frustration. Besonders alarmierend ist eine Schilderung, bei der ein Servicemitarbeiter Essen mit den Händen von einem Teller auf einen anderen geschaufelt und sich beim Abräumen die Finger abgeleckt haben soll. Ein solches Verhalten ist in der Gastronomie inakzeptabel und wirft ernsthafte Fragen bezüglich der Hygienestandards und der Professionalität auf.

Weitere Aspekte des Betriebs

Als Hotelbetrieb bietet der Glarnerhof saubere und grosszügige Zimmer, die teilweise bereits modernisiert wurden. Die Lage ist unbestreitbar ein grosser Vorteil, bringt aber auch Nachteile mit sich: Zimmer zur Parkseite können als laut empfunden werden. Ein kleiner, aber für manche Gäste wichtiger Kritikpunkt ist das Fehlen von Tagesvorhängen, was die Privatsphäre beeinträchtigen kann.

Ein Fazit für zukünftige Gäste

Wer plant, im Hotel Post Glarnerhof Essen zu gehen, steht vor einer schwer vorhersehbaren Erfahrung. Die Stärken des Hauses sind unbestreitbar: die erstklassige Lage, der historische Charme und das Potenzial für eine ausgezeichnete, traditionelle Schweizer Küche. Viele Gäste erleben einen herzlichen Service und geniessen qualitativ hochwertiges Essen zu fairen Preisen.

Die Schwäche liegt jedoch in der mangelnden Konstanz. Die Servicequalität kann von vorbildlich bis chaotisch reichen, und auch die Küche liefert nicht immer auf dem gleichen Niveau. Die schwerwiegenden Berichte über Servicefehler und unhygienisches Verhalten sind Warnsignale, die nicht ignoriert werden können. Ein Besuch kann sich als rundum gelungenes kulinarisches Erlebnis erweisen, birgt aber auch das Risiko einer Enttäuschung. Potenzielle Kunden sollten sich dieser Bandbreite an möglichen Erfahrungen bewusst sein, bevor sie einen Tisch reservieren.

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