Gumen
ZurückAuf 1.901 Metern über Meer gelegen, ist das Berggasthaus Gumen in Braunwald weit mehr als nur ein Ort zum Einkehren; es ist ein alpiner Stützpunkt, der direkt neben der Bergstation der Gumenbahn thront. Diese Lage macht es zu einem sofort erreichbaren Ziel für alle, die mit der Seilbahn ankommen, und zu einem strategischen Ausgangspunkt für zahlreiche Bergaktivitäten. Von hier aus starten Wanderer zu anspruchsvollen Touren auf den Ortstock oder den Bös Fulen, Kletterer begeben sich in die bekannten Klettersteige, und Familien entdecken den Zwerg-Bartli-Erlebnisweg. Die Erreichbarkeit ist somit ein grosser Vorteil, sei es über eine kurze Bahnfahrt oder für die Sportlicheren über eine etwa 1,5-stündige Wanderung ab Grotzenbüel.
Das kulinarische Angebot: Zwischen Lob und Kritik
Die Gastronomie im Gumen wird von Besuchern differenziert wahrgenommen. Einerseits gibt es viel Lob für die Qualität der Speisen, die für ein Restaurant in dieser Höhenlage als überdurchschnittlich gut beschrieben wird. Ein Gast hob beispielsweise das Falafel-Curry als hervorragend hervor, was auf eine kreative und ansprechende Speisekarte schliessen lässt, die über die typische Hüttenkost hinausgeht. Auch das Frühstück, oder wie es hier liebevoll genannt wird, der „Zmorge“, wird als reichhaltig und liebevoll zubereitet gelobt. Es scheint, dass das Team bemüht ist, ein qualitativ hochwertiges Essen und Trinken anzubieten, was bei vielen Gästen Anklang findet.
Andererseits gibt es auch deutliche Kritikpunkte, die nicht unerwähnt bleiben dürfen. Ein besonders negatives Erlebnis schildert ein Gast, der an einem anscheinend sehr geschäftigen Tag mehr als eine Stunde und 15 Minuten auf das Tagesmenü wartete und das Lokal schliesslich mit leerem Magen verlassen musste. Diese Erfahrung deutet darauf hin, dass die Küche bei hohem Andrang an ihre Kapazitätsgrenzen stossen kann. Potenzielle Besucher sollten sich dessen bewusst sein, insbesondere wenn sie einen engen Zeitplan für ihre Wanderung oder die letzte Talfahrt der Bahn haben. Es ist ein Spagat zwischen dem Anspruch, gutes Essen zu servieren, und der logistischen Herausforderung eines Bergbetriebs.
Service und Atmosphäre: Das Herzstück des Hauses
Ein Punkt, in dem sich fast alle positiven Bewertungen einig sind, ist die aussergewöhnliche Freundlichkeit und Herzlichkeit des Personals. Insbesondere der Name Katja wird wiederholt als Synonym für einen warmen Empfang, exzellente Beratung und einen rundum gelungenen Aufenthalt genannt. Ein Gast berichtete sogar, dass ihm vergessene Kopfhörer umgehend nachgeschickt wurden – ein Zeichen für einen Service, der weit über das Übliche hinausgeht. Diese persönliche und aufmerksame Betreuung trägt massgeblich zur positiven Gesamterfahrung bei und scheint für viele Besucher der entscheidende Grund zu sein, warum sie das Gumen weiterempfehlen.
Die Atmosphäre im Inneren wird als gemütlich und authentisch beschrieben, mit einem Restaurant, das Platz für bis zu 80 Personen bietet, einem separaten „Stübli“ und einer grossen Sonnenterrasse. Letztere ist zweifellos der Höhepunkt, von der aus Gäste eine atemberaubende Aussicht auf die Glarner Alpenwelt, einschliesslich des Tödi und des Ortstocks, geniessen können. Dieses Panorama allein ist für viele schon die Reise wert.
Übernachten mit Weitblick: Die Unterkunft
Für diejenigen, die das Bergerlebnis verlängern möchten, bietet das Berggasthaus Gumen einfache, aber saubere und bequeme Übernachtungsmöglichkeiten. Das Angebot reicht von kleineren 3- und 4-Bett-Zimmern mit eigener Dusche und WC bis hin zu 8-Bett-Zimmern mit Etagenduschen, die oft als „Matratzenlager“ bezeichnet werden. Diese zweckmässige Einrichtung im typischen Alpenstil ist ideal für Wanderer und Bergsteiger. Die Betten werden als bequem gelobt, und die Sauberkeit der Zimmer wird positiv hervorgehoben. Es ist wichtig zu beachten, dass Gäste in den Mehrbettzimmern oft eigene Handtücher und Hausschuhe mitbringen müssen. Das Gumen bietet auch attraktive Pauschalen an, wie zum Beispiel „Vom Bett direkt auf die Piste“, die Übernachtung, Verpflegung und Skipass kombinieren.
Was man wissen sollte: Praktische Hinweise
Ein Besuch im Gumen erfordert etwas Planung. Das Restaurant ist hauptsächlich tagsüber geöffnet, in der Regel von etwa 08:45 bis 16:00 Uhr, was sich an den Betriebszeiten der Gumenbahn orientiert. Diese enden je nach Saison bereits um 16:30 oder 17:00 Uhr, was für Tagesgäste den letzten möglichen Zeitpunkt für die Talfahrt markiert. Wer zu Fuss absteigen muss, sollte dafür rund 90 Minuten einplanen. Die Bezahlung ist in Schweizer Franken möglich, wobei neben Bargeld auch die gängigen Debit- und Kreditkarten akzeptiert werden. Aufgrund der wechselhaften Bedingungen in den Bergen ist es immer ratsam, sich vorab über die aktuellen Betriebszeiten der Bahnen auf der offiziellen Webseite zu informieren, da diese bei schlechtem Wetter eingeschränkt sein können.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Berggasthaus Gumen ein Ort mit zwei Gesichtern ist. Auf der einen Seite steht ein unvergessliches Bergerlebnis mit einer der spektakulärsten Aussichten der Region, einem bemerkenswert herzlichen Service und einer soliden Küche. Auf der anderen Seite steht das Risiko, an Stosstagen auf eine überforderte Organisation zu treffen, die zu langen Wartezeiten führen kann. Für Besucher, die Zeit und Geduld mitbringen, um die Atmosphäre und die Landschaft in vollen Zügen zu geniessen, ist das Gumen zweifellos eine der besten Adressen in Braunwald. Wer jedoch auf ein schnelles Mittagessen angewiesen ist, um die nächste Etappe seiner Tour zu erreichen, könnte enttäuscht werden.