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Gasthaus zum Kreuz, Dallenwil

Gasthaus zum Kreuz, Dallenwil

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Stettlistrasse 3, 6383 Dallenwil, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
9.6 (200 Bewertungen)

Das Gasthaus zum Kreuz in Dallenwil präsentiert sich als ein Ort der Kontraste. Es ist in einem historischen Gebäude aus dem 16. Jahrhundert beheimatet und verbindet den Charme eines traditionellen Landgasthofs mit einer kulinarischen Ambition, die weit über das Übliche hinausgeht. Geführt von Dietmar und Nicole Sawyere, die internationale Erfahrung aus mehrfach ausgezeichneten Restaurants in sieben Ländern mitbringen, hat sich das Haus zu einem Ziel für anspruchsvolle Geniesser entwickelt. Doch das Streben nach gastronomischer Exzellenz bringt eine Komplexität mit sich, die sich in den sehr unterschiedlichen Erfahrungen der Gäste widerspiegelt. Das Gasthaus beherbergt zwei unterschiedliche Konzepte: das "Gourmet Stübli", das sich der alpinen Kultur und regionalen Produkten widmet, und das exklusivere "Bijou", das eine eurasische Fusionsküche in einem intimen Rahmen anbietet. Beide Konzepte wurden bereits im ersten Jahr mit jeweils einem Michelin-Stern ausgezeichnet, was das hohe Niveau unterstreicht.

Ein aussergewöhnliches kulinarisches Erlebnis

Die positiven Rückmeldungen zeichnen das Bild eines herausragenden Gourmet-Erlebnisses. Gäste beschreiben ihren Besuch als eine Reise für die Sinne, bei der Kreativität und Produktqualität im Mittelpunkt stehen. Besonders hervorgehoben wird das mehrgängige Menü, das bis zu sieben oder acht Gänge umfassen kann und als ein wahres "Feuerwerk im Mund" wahrgenommen wird. Chef Dietmar Sawyere, der zuvor im renommierten "The Chedi Andermatt" tätig war, legt grossen Wert auf regionale Produkte. Die Speisekarte ist ein Bekenntnis zur Schweiz: Angus-Rind aus Ennetbürgen, Saibling von Brüggli, Sbrinz vom Wiesenberg und weitere Zutaten stammen direkt aus der Umgebung. Diese lokalen Schätze werden mit grosser Finesse und handwerklichem Können zu Gerichten wie butterzartem Spanferkel, Wachtel mit Trüffel oder einer raffinierten Kombination aus Alpstein-Poulet und Garnelen verarbeitet. Sogar das Brot wird als "Chefsache" deklariert und für seine Qualität gelobt.

Ein weiterer entscheidender Faktor für ein gelungenes Essen gehen auf diesem Niveau ist die Begleitung der Speisen. Die angebotene Weinbegleitung wird als perfekt abgestimmt und die Beratung durch Sommelière Nicole Sawyere als unglaublich gut beschrieben. Der Fokus liegt hierbei auf Schweizer Weinen und kleineren Boutique-Produzenten, was die regionale Philosophie konsequent fortsetzt. Bemerkenswert ist auch das Angebot an alkoholfreien Begleitgetränken in Form von kreativen Mocktails, was zeigt, dass allen Gästen ein vollumfängliches Erlebnis geboten werden soll. Das Ambiente, insbesondere im gemütlichen "Gourmet Stübli" oder im als "Bijou" bezeichneten intimeren Bereich, wird als sehr angenehm und einladend beschrieben, was den Rahmen für einen besonderen Abend schafft.

Kritikpunkte: Service und Preisgestaltung

Trotz der überschwänglichen Lobeshymnen auf die Küche gibt es wiederkehrende und deutliche Kritik am Service. Mehrere Besucher berichten von äusserst unfreundlichem und unzuvorkommendem Personal. Diese negativen Erfahrungen stehen in starkem Kontrast zum ansonsten als "Top Service" gelobten Personal und deuten auf eine erhebliche Inkonsistenz hin. Ein besonders prägnantes Beispiel ist der Vorfall mit einer Schulklasse, die sich nach einer Wanderung auf der Treppe des zu diesem Zeitpunkt geschlossenen Restaurants ausruhte und nach eigenen Angaben vom Personal schroff angesprochen und beleidigt wurde. Auch andere Gäste beklagen eine unfreundliche Behandlung während ihres Abendessens. Diese Berichte trüben das Gesamtbild erheblich, denn ein kulinarisches Erlebnis hängt nicht nur von der Qualität der Speisen, sondern massgeblich von der Gastfreundschaft ab.

Ein zweiter Kritikpunkt betrifft die Preisgestaltung und deren Transparenz. Während Kenner der gehobenen Gastronomie den Preis als absolut gerechtfertigt für die gebotene Qualität ansehen, fühlen sich andere Gäste davon überrumpelt. Ein Gast bemängelte, dass ihm am Nachmittag nur eine "mündliche" Dessertkarte angeboten wurde und der anschliessend auf der Rechnung aufgeführte Preis als "deftig" empfunden wurde, was ein schales Gefühl hinterliess. Die Preise sind in der Tat im oberen Segment angesiedelt – ein Fünf-Gänge-Menü im "Stübli" kostet beispielsweise 160 Franken, im "Bijou" kann ein Acht-Gänge-Menü 300 Franken erreichen. Diese Preise sind für ein Restaurant dieser Klasse nicht ungewöhnlich, erfordern aber eine klare und offene Kommunikation, um bei den Gästen keine falschen Erwartungen zu wecken.

Was potenzielle Gäste wissen sollten

Wer einen Besuch im Gasthaus zum Kreuz in Erwägung zieht, sollte sich bewusst sein, dass dies kein gewöhnlicher Landgasthof ist. Es ist eine Destination für besondere Anlässe, die eine Küche auf Sterne-Niveau bietet. Die Fokussierung auf Schweizer Küche mit modernen und internationalen Einflüssen ist beeindruckend und verspricht ein unvergessliches Mahl. Die Möglichkeit, auf der Terrasse zu speisen, erweitert das Angebot zusätzlich.

Allerdings sind die Rahmenbedingungen speziell. Die Öffnungszeiten sind stark eingeschränkt: Das Restaurant ist an den meisten Wochentagen geschlossen und konzentriert seinen Betrieb auf Donnerstagabend sowie das Wochenende (Samstag und Sonntag für Mittag- und Abendessen). Dies unterstreicht den exklusiven Charakter und macht eine frühzeitige Reservierung unerlässlich. Spontane Besuche sind kaum möglich. Potenzielle Gäste sollten sich zudem auf ein höheres Preisniveau einstellen und sich im Klaren darüber sein, dass die Servicequalität schwanken kann. Die Chance auf ein erstklassiges Gourmet-Erlebnis ist hoch, doch das Risiko einer weniger positiven zwischenmenschlichen Erfahrung scheint ebenfalls gegeben. Letztendlich ist das Gasthaus zum Kreuz ein Ort für Liebhaber der Haute Cuisine, die bereit sind, für eine aussergewöhnliche kulinarische Leistung sowohl den entsprechenden Preis zu zahlen als auch über potenzielle Schwächen in der Gastfreundschaft hinwegzusehen.

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