ewz-Arena La Nars
ZurückDas Restaurant in der ewz-Arena La Nars in Savognin präsentiert sich nach einer umfassenden Renovierung in einem modernen und einladenden Ambiente. Doch hinter der frischen Fassade verbirgt sich eine Geschichte voller Gegensätze, die für zukünftige Gäste von grosser Bedeutung ist. Nach einer Phase mit sehr unterschiedlichen Bewertungen steht das Lokal vor einem Neustart zur Wintersaison 2024/25 unter neuer Leitung, was sowohl Hoffnung als auch Fragen aufwirft.
Ein Ort mit zwei Gesichtern
Auf der einen Seite lobten Gäste die gelungene Neugestaltung. Grosse, helle Innenräume und eine grosszügige Terrasse mit Blick auf das Kinderskiparadies schufen eine angenehme Atmosphäre. Besonders positiv wurden die sauberen und modernen sanitären Anlagen erwähnt. Die Speisekarte bot eine Auswahl an frischen Gerichten wie Salaten, Hotdogs und Waffeln zu angemessenen Preisen. Für die lokale Gemeinschaft, insbesondere für die Eishockeymannschaft "Ela Eagles", entwickelte sich das Restaurant zu einem wichtigen sozialen Treffpunkt. Einheimische schätzten die Gastfreundschaft des damaligen Betreibers, der als unkomplizierter und engagierter Vereinsmensch beschrieben wurde, der auch spät abends noch für das leibliche Wohl der Sportler sorgte. Diese tiefe Verankerung im lokalen Vereinsleben ist ein unbestreitbar positiver Aspekt.
Auf der anderen Seite stand die Erfahrung vieler Besucher, insbesondere von Familien, in krassem Gegensatz dazu. Die wohl umstrittenste Entscheidung der früheren Führung war die Umstellung auf reine Bedienung am Tisch und die ersatzlose Streichung des Kiosks. In einem Skigebiet, das stark von Familien mit Kindern frequentiert wird, erwies sich dieses Konzept als problematisch. Berichte über extrem lange Wartezeiten von bis zu einer Stunde auf das Essen gehen häuften sich. Für Eltern mit hungrigen Kindern nach einem Tag auf der Piste wurde dies zur Geduldsprobe. Ein Gast schilderte, wie er nach langem Warten erfuhr, dass ein bestelltes Gericht nicht mehr verfügbar sei und der Tisch bei Ankunft noch schmutzig war. Solche Erlebnisse deuten auf eine unzureichende Personalausstattung, besonders an besucherstarken Wochenenden, hin.
Kritik an Service und Gastfreundschaft
Noch schwerer wog die wiederholt geäusserte Kritik an der mangelnden Freundlichkeit des Personals. Ein Gast, der seit 17 Jahren nach Savognin kommt, beschrieb eine Begegnung als inakzeptabel, bei der der Kauf einer einfachen PET-Flasche zum Mitnehmen mit Unmut und unnötigen Fragen quittiert wurde. Die Weigerung, moderne Zahlungsmittel wie Twint ohne Weiteres zu akzeptieren, und die rigide Haltung, dass keine Speisen oder Getränke mehr mit nach draussen genommen werden dürfen, stiessen auf grosses Unverständnis. Diese Berichte zeichneten das Bild eines Betriebs, der die Bedürfnisse seiner touristischen Hauptzielgruppe aus den Augen verloren hatte und dem es an grundlegender Gastfreundschaft mangelte. Ein solches familienfreundliches Restaurant zu sein, scheiterte an der Umsetzung.
Neuanfang zur Wintersaison 2024/25
Die entscheidende Nachricht, die die Zukunft des Lokals in ein neues Licht rückt, ist die Ankündigung, dass Karin Hersche und Florian Unterkalmsteiner den Betrieb ab der Wintersaison 2024/25 übernehmen werden. Florian Unterkalmsteiner ist in der Region kein Unbekannter; er ist genau jener "Flo", der von den lokalen Vereinen für seine Gastfreundschaft so gelobt wurde. Beide neuen Pächter sind in der Gastronomieszene des Val Surses fest etabliert und haben sich über Jahre einen guten Ruf erarbeitet. Sie haben angekündigt, die Zusammenarbeit mit den Vereinen weiter zu intensivieren und das Vereinsleben aktiv zu unterstützen.
Was dürfen Gäste erwarten?
Dieser Neustart bietet eine grosse Chance. Die Rückkehr eines bekannten und geschätzten Gastgebers ist ein starkes positives Signal. Es lässt hoffen, dass die Stärken des Lokals – die gute Atmosphäre und die Verbindung zur Gemeinschaft – erhalten bleiben. Die grosse Frage bleibt jedoch, ob die neuen Betreiber aus den Fehlern der Vergangenheit lernen werden. Wird es ein flexibleres Servicekonzept geben, das auch den Bedürfnissen von Familien gerecht wird? Wird die Bedienung freundlich und effizient sein, auch wenn der Andrang gross ist? Der Erfolg des Restaurants wird davon abhängen, ob es gelingt, eine Willkommenskultur für alle Gäste zu etablieren – für die Einheimischen wie für die Touristen. Die Voraussetzungen sind mit der modernen Infrastruktur der Sportarena und der erfahrenen neuen Leitung gut, doch die Umsetzung wird entscheidend sein. Potenzielle Besucher sollten die Entwicklung und neue Bewertungen zu Beginn der Wintersaison aufmerksam verfolgen.