Erbalp

Erbalp

Zurück
7270 Davos, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
9.6 (71 Bewertungen)

Inmitten der Davoser Bergwelt, direkt am Wanderweg zwischen Schatzalp und Stafelalp, befand sich ein gastronomisches Kleinod, das bei Einheimischen und Wanderern gleichermassen einen fast schon legendären Ruf genoss: die Erbalp. Mit einer beeindruckenden Durchschnittsbewertung von 4.8 Sternen bei über 47 Rezensionen war dieses kleine Bergrestaurant mehr als nur eine Einkehrmöglichkeit; es war ein Ziel, ein Erlebnis und für viele ein fester Bestandteil einer jeden Wanderung in dieser Region. Doch wer heute den Aufstieg wagt in der Hoffnung auf eine Belohnung, wird vor verschlossenen Türen stehen. Die Informationen über den Status sind widersprüchlich – mal als "vorübergehend geschlossen", mal als "dauerhaft geschlossen" gekennzeichnet. Recherchen und Kommentare deuten jedoch stark darauf hin, dass die Erbalp ihren Betrieb seit Längerem eingestellt hat, was eine spürbare Lücke in der lokalen Gastronomieszene hinterlässt.

Ein Rückblick auf das, was die Erbalp so besonders machte

Um zu verstehen, warum die Schliessung der Erbalp so bedauert wird, muss man sich die vielen positiven Aspekte vor Augen führen, die in unzähligen Erzählungen und Bewertungen immer wiederkehren. Es war die Kombination aus authentischer Kulinarik, herzlicher Gastfreundschaft und einer Lage, die ihresgleichen sucht. Wer hier einkehrte, suchte nicht nach gehobener Sterneküche, sondern nach ehrlicher, traditioneller Küche, die Leib und Seele wärmt.

Der unangefochtene Star: Der Kaiserschmarren

Wenn man die Essenz der Erbalp in einem einzigen Gericht zusammenfassen müsste, wäre es zweifellos der Kaiserschmarren. In den Bewertungen wird er als "der beste überhaupt" ("Bester Kaiserschmarren ever") und als "sehr lecker" beschrieben. Einer der Stammgäste empfiehlt ihn wärmstens, und für viele war er der alleinige Grund für den Aufstieg. Berichten zufolge wurde dieser Kaiserschmarren von der Wirtin Zita noch traditionell am Holzofen zubereitet, was ihm einen unvergleichlichen Geschmack verliehen haben dürfte. Diese süsse, fluffige Mehlspeise, serviert in einer rustikalen Pfanne, oft mit hausgemachtem Holundersirup ("Holler"), war die perfekte Belohnung nach einer anstrengenden Wanderung. Es ist genau diese Art von Spezialisierung auf ein perfektioniertes Gericht, die einen Ort zu einem wahren Geheimtipp Restaurant macht.

Mehr als nur Süssspeisen: Herzhafte Alpenküche

Obwohl der Kaiserschmarren im Rampenlicht stand, hatte die Speisekarte noch mehr zu bieten. Ein Stammgast schwärmte vom Gulasch und den sonntäglichen Knödeln, beides Gerichte, die für die deftige und nahrhafte Küche der Alpenregion stehen. Besonders die Knödel, ob als Speckknödel in der Suppe oder mit Pilzen serviert, zeugen vom südtiroler Einfluss der Wirtsleute. Diese Fokussierung auf wenige, aber gut gemachte Gerichte, ist oft ein Qualitätsmerkmal kleinerer, inhabergeführter Betriebe. Es verspricht Frische und Authentizität, weit entfernt von der Anonymität grosser Restaurants.

Ambiente und Gastfreundschaft: Das Herz der Erbalp

Ein weiterer entscheidender Faktor für die Beliebtheit der Erbalp war die Atmosphäre. Beschrieben als "kleine, gemütliche Alm", bot sie einen Zufluchtsort mit Charakter. Die Gäste sassen auf einer einfachen Terrasse und genossen eine schöne Aussicht, die in den Bewertungen immer wieder als "toll" und "hervorragend" bezeichnet wird. Der Blick über Davos und die umliegende Berglandschaft war ein integraler Bestandteil des Erlebnisses. Es war der perfekte Ort für eine Pause, um die Natur auf sich wirken zu lassen und neue Energie zu tanken.

Die südtiroler Seele

Die Wirtsleute aus Südtirol werden als ausserordentlich freundlich beschrieben. Ihre Gastfreundschaft ging über das blosse Servieren von Speisen und Getränken hinaus. Die Tatsache, dass sie nebenbei auch als Hirten tätig waren, verlieh dem Ort eine tiefe Authentizität. Man fühlte sich nicht nur als Kunde, sondern als Gast auf ihrer Alp. Diese persönliche Note wurde durch kleine Gesten unterstrichen, wie den nach dem Essen servierten "leckeren Schnaps", der oft als "Kurvenwasser" für die Biker bezeichnet wurde – ein Detail, das den herzlichen und unkomplizierten Umgang mit den Gästen perfekt illustriert.

Die Kehrseite der Medaille: Potenzielle Nachteile

Trotz der überwältigend positiven Rückmeldungen muss ein objektiver Blick auch die potenziellen Nachteile beleuchten, die die Erbalp hatte und die für manche Besucher eine Rolle gespielt haben könnten.

Die offensichtlichste Hürde: Die Schliessung

Der grösste und aktuellste Nachteil ist natürlich, dass das Restaurant nicht mehr in Betrieb ist. Für Wanderer, die ihre Tour planen und sich auf eine Einkehr auf der Erbalp freuen, ist dies eine herbe Enttäuschung. Die fehlende klare Kommunikation über die Zukunft des Betriebs macht die Situation für potenzielle Besucher unklar und frustrierend. Wer das Erlebnis wandern und essen in dieser spezifischen Form sucht, muss sich nach Alternativen wie der nahegelegenen Stafelalp umsehen.

Erreichbarkeit und Kapazität

Die Lage direkt am Wanderweg war Segen und Fluch zugleich. Für Wanderer war sie ideal, aber für Personen, die nicht gut zu Fuss sind oder einfach nur für ein schnelles Mittagessen vorbeikommen wollten, war die Erbalp praktisch unerreichbar. Man musste sich das Erlebnis verdienen, sei es durch einen einstündigen Fussmarsch oder eine anspruchsvolle Mountainbike-Tour. Ausserdem deutet die Beschreibung als "kleine Alm" darauf hin, dass die Sitzplatzkapazität begrenzt war. An sonnigen Wochenendtagen konnte es sicherlich schnell voll werden, was zu Wartezeiten oder gar zur Abweisung von Gästen geführt haben könnte.

Begrenzte Auswahl

Die Speisekarte wurde zwar für ihre Qualität gelobt, war aber laut den Beschreibungen nicht sehr umfangreich. Wer eine grosse Auswahl an verschiedenen Gerichten oder spezielle diätetische Optionen suchte, war hier möglicherweise an der falschen Adresse. Die Erbalp war kein Ort für ausgedehntes Essen gehen im klassischen Sinne, sondern eine spezialisierte Hütte mit einem klaren Fokus. Für die meisten war dies ein Vorteil, für einige wenige könnte es jedoch eine Einschränkung gewesen sein.

Fazit: Eine unvergessene Institution

Die Erbalp in Davos war mehr als nur ein Restaurant; sie war eine Institution auf dem Berg. Sie verkörperte das, was viele in den Alpen suchen: unverfälschte Natur, ehrliche Gastfreundschaft und einfache, aber köstliche Gerichte, die mit Liebe zubereitet werden. Der legendäre Kaiserschmarren, die herzliche Art der südtiroler Gastgeber und die atemberaubende Panoramaaussicht schufen ein Gesamterlebnis, das in den Erinnerungen vieler Wanderer und Einheimischer weiterlebt. Die aktuelle Schliessung ist ein grosser Verlust für die Region. Es bleibt die Hoffnung, dass dieses Juwel vielleicht eines Tages wieder seine Türen öffnet. Bis dahin sollten alle, die eine Wanderung in dieser Gegend planen, den Status der Erbalp vorab genau prüfen, um Enttäuschungen zu vermeiden, und sich an den vielen positiven Erinnerungen erfreuen, die dieser besondere Ort geschaffen hat.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen