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Cry d’Er Restaurant – L’Atelier Gourmand

Cry d’Er Restaurant – L’Atelier Gourmand

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Cry d'Er, 3963 Crans-Montana, Schweiz
Restaurant
7.4 (15 Bewertungen)

Das Cry d'Er Restaurant - L'Atelier Gourmand, das einst auf dem Gipfel des Cry d'Er in Crans-Montana thronte, ist ein Fallbeispiel für ein Restaurant mit enormem Potenzial und ebenso grossen Widersprüchen. Obwohl dieser spezielle Betrieb inzwischen dauerhaft geschlossen ist, hinterlässt er ein Erbe aus gemischten Erfahrungen, das es wert ist, beleuchtet zu werden. Die Lage allein, mit einem atemberaubenden 360-Grad-Panorama über die Walliser Alpen, versprach ein erstklassiges Esserlebnis, doch die Realität für die Gäste war oft eine Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Welten.

Ein Haus, zwei Gesichter: Gourmet-Anspruch und Kantinen-Realität

Die grundlegende Spaltung des gastronomischen Konzepts war eine der auffälligsten Eigenschaften des Cry d'Er. Es gab eine klare Trennung zwischen dem bedienten Bereich, dem „L'Atelier Gourmand“, und dem Selbstbedienungsbereich, was zu extrem unterschiedlichen Bewertungen führte.

L'Atelier Gourmand: Die feine Seite des Gipfels

Gäste, die im bedienten Bereich Platz nahmen, berichteten von sehr positiven Erfahrungen. Ein Gast beschrieb das Essen als „superfein“ und war so angetan, dass er während seines einwöchigen Aufenthalts täglich zurückkehrte. Die Speisekarte wurde als klein, aber exquisit wahrgenommen, und die Terrasse bot eine Kulisse, die ihresgleichen sucht. Speziell der „Burger Cry d'Er“ wurde als „herrlich“ gelobt. In diesem Teil des Lokals schien das Versprechen eines hochwertigen Bergrestaurants eingelöst zu werden, unterstützt von einem als „sehr freundlich“ beschriebenen Servicepersonal.

Der Selbstbedienungsbereich: Ein kulinarischer Tiefpunkt

Im starken Kontrast dazu stand der Selbstbedienungsbereich. Hier fielen die Urteile oft vernichtend aus. Ein Besucher beschrieb die Atmosphäre als reines „Kantinenambiente“ und bezeichnete sein Curry-Poulet-Reis als „ungeniessbar, trocken, unappetitlich serviert“. Es war laut seiner Aussage das schlechteste auswärts gegessene Mahl in 60 Jahren. Ein anderer Gast bestätigte diese Beobachtung und kritisierte, dass verschiedene Gerichte wie Suppe, Lasagne und Gulasch kalt serviert wurden – ein unverzeihlicher Fehler in einem Skigebiet, wo Gäste nach einer wärmenden Mahlzeit suchen. Diese Erfahrungen deuten auf erhebliche Mängel in der Küchenorganisation und Qualitätskontrolle hin.

Service und Organisation: Zwischen Freundlichkeit und Chaos

Ein wiederkehrendes Thema in den Berichten über das Cry d'Er war der Service, der von zuvorkommend bis katastrophal reichte. Während einige die Freundlichkeit der Mitarbeiter lobten, beschrieben andere ein Bild des kompletten Zusammenbruchs. Ein besonders frustrierter Gast berichtete von einer langen Warteschlange trotz zahlreicher freier Tische und verliess das Restaurant nach einer Stunde, ohne überhaupt etwas bestellen zu können, weder Essen noch Getränke. Er kritisierte ein Personal, das „einen Aufstand macht“, und das offensichtliche Fehlen einer Führungsperson wie eines Oberkellners oder Direktors. Diese chaotischen Zustände, die als „chaotisches Treiben“ beschrieben wurden, trugen massgeblich zum negativen Gesamteindruck bei und liessen Zweifel an der Professionalität des Managements aufkommen.

Mehr als nur ein Restaurant: Die legendäre Apres-Ski-Bühne

Trotz der erheblichen Mängel im Tagesgeschäft hatte das Cry d'Er eine andere, äusserst erfolgreiche Facette: die Apres-Ski-Partys. Diese Veranstaltungen wurden von einem Gast als eine „Sensation“ beschrieben. Mit einem DJ und einer pulsierenden Atmosphäre verwandelte sich die Location am Nachmittag in einen Hotspot für Feiernde. Dies zeigt, dass der Ort als Event-Location funktionierte und ein Publikum anzog, das mehr als nur ein kulinarisches Erlebnis suchte. Für manche Gäste, die in Ruhe essen wollten, war der laute DJ jedoch eher eine Störung, die sowohl sie als auch das Personal vom Wesentlichen ablenkte.

Fazit: Ein Standort mit Lehren für die Zukunft

Das Cry d'Er Restaurant - L'Atelier Gourmand war ein Ort der Extreme. Die spektakuläre Aussicht und die erfolgreichen Partys standen im Widerspruch zu einem oft enttäuschenden Essen und einem unorganisierten Service. Die durchschnittliche Bewertung von 3,7 Sternen spiegelte diese Inkonsistenz wider. Die Schliessung dieses Konzepts markiert das Ende einer Ära, aber nicht das Ende der Gastronomie an diesem privilegierten Standort. Es ist ein klares Zeichen dafür, dass eine erstklassige Lage allein nicht ausreicht, um in der anspruchsvollen Welt der Berg-Restaurants zu bestehen. Die Betreiber haben die Chance, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und an diesem Ort ein kohärenteres und qualitativ hochwertigeres Erlebnis zu schaffen, das der einzigartigen Umgebung gerecht wird.

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