Ciao Chao

Ciao Chao

Zurück
Chaunt da San Bastiaun 1, 7503 Samedan, Schweiz
Bar Café Restaurant
9 (424 Bewertungen)

In der Gastronomie-Landschaft von Samedan existierte bis vor Kurzem ein Ort, der eine bemerkenswerte Brücke zwischen zwei kulinarischen Welten schlug: das Restaurant Ciao Chao. Der Name selbst war bereits ein Programm – eine spielerische Verbindung des italienischen Grusses «Ciao» mit dem asiatischen «Chao», was die kühne Fusion auf der Speisekarte widerspiegelte. Obwohl dieses Lokal inzwischen dauerhaft geschlossen ist, lohnt sich ein Rückblick auf das Konzept, das bei Einheimischen und Gästen grossen Anklang fand und eine Lücke in der lokalen Szene hinterlässt.

Ein mutiges kulinarisches Konzept

Ciao Chao positionierte sich als ein Ort, der sich bewusst von der traditionellen Bündner Küche abhob, die in der Region Engadin stark vertreten ist. Statt Gerstensuppe und Capuns setzte man hier auf eine gewagte Kombination aus italienischer Küche und authentischem asiatischem Streetfood. Diese Ausrichtung zog ein Publikum an, das offen für neue Geschmackserlebnisse war. Die Betreiber beschrieben ihr Konzept als eine Feier des Essens und der Gemeinschaft, inspiriert von der neapolitanischen Pizzakunst und der Vielfalt der asiatischen Küche. Die Grundlage bildete dabei stets der Anspruch, alles hausgemacht und ohne verarbeitete Lebensmittel zuzubereiten, was von den Gästen durchweg honoriert wurde.

Die Speisekarte war das Herzstück dieser Philosophie. Auf der einen Seite fanden sich kreative Pizzen, deren luftiger und bekömmlicher Teig gelobt wurde. Namen wie «Picasso» oder «Lola» deuten auf eine verspielte und unkonventionelle Herangehensweise hin, die bei den Besuchern sehr gut ankam. Auf der anderen Seite standen hochgelobte asiatische Gerichte. Insbesondere das Gon Bao Chicken, Crispy Beef und eine Auswahl an Sushi wurden in den Bewertungen immer wieder als herausragend bezeichnet. Diese Dualität erlaubte es den Gästen, an einem Abend zwischen einer perfekt gebackenen Pizza und einem würzigen chinesischen Klassiker zu wählen – ein in der Region einzigartiges Angebot.

Ambiente und Service als Erfolgsfaktoren

Das Restaurant befand sich im ersten Stock an der Chaunt da San Bastiaun 1 und bot ein Ambiente, das als gepflegt, exklusiv und dennoch gemütlich beschrieben wurde. Die Inneneinrichtung, sichtbar auf zahlreichen Fotos ehemaliger Gäste, zeigte einen modernen und einladenden Stil, der den Rahmen für ein gelungenes kulinarisches Erlebnis schuf. Es war nicht nur ein Ort zum Essen gehen, sondern auch eine Plattform für Kunst und Kultur, mit gelegentlichen Partys und Events, was dem Lokal eine zusätzliche dynamische Note verlieh.

Ein weiterer, entscheidender Faktor für die hohe Kundenzufriedenheit war der Service. Die Mitarbeiter wurden übereinstimmend als aussergewöhnlich herzlich, freundlich und zuvorkommend beschrieben. Diese persönliche und qualifizierte Betreuung trug massgeblich dazu bei, dass sich die Gäste wohlfühlten und gerne wiederkamen. In einer Branche, in der die Servicequalität oft den Unterschied macht, scheint Ciao Chao hier alles richtig gemacht zu haben.

Die Kehrseite der Innovation

Trotz der überwältigend positiven Resonanz und einer durchschnittlichen Bewertung von 4.5 Sternen bei über 270 Rezensionen gab es auch Aspekte, die auf potenzielle Herausforderungen hindeuteten. Einige Gäste gaben zu, anfangs aufgrund der bunten und vielfältigen Speisekarte skeptisch gewesen zu sein. Ein solch breites Angebot kann leicht den Eindruck von mangelnder Spezialisierung erwecken. Ciao Chao schaffte es jedoch offensichtlich, diese Skepsis durch hohe Qualität und frische Zubereitung zu widerlegen. Dennoch bleibt die Tatsache, dass ein Fusionskonzept nicht jedermanns Sache ist. Wer ein traditionelles gutes Restaurant mit lokaler Spezialisierung suchte, wurde hier bewusst nicht fündig. Ein Gast formulierte es treffend: «Kein Ort für eine Bündner Gerstensuppe». Dies war keine Schwäche, sondern eine klare Positionierung, die aber naturgemäss eine bestimmte Zielgruppe ausschloss.

Das grösste Manko aus heutiger Sicht ist jedoch die permanente Schliessung des Betriebs. Die Gründe dafür sind nicht öffentlich dokumentiert, doch die Schliessung eines so beliebten und hoch bewerteten Restaurants ist immer ein Verlust für die lokale Gastronomie. Die offizielle Webseite des Lokals gab bekannt, dass die Türen am 21. April schliessen würden, und verwies ehemalige Kunden an andere Betriebe des Teams in Celerina, St. Moritz und Silvaplana. An der ehemaligen Adresse hat mittlerweile das Restaurant Mamà eröffnet, das auf süditalienische Küche und Engadiner Spezialitäten setzt.

Das Erbe von Ciao Chao

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Ciao Chao mehr als nur ein Restaurant war; es war ein mutiges Experiment, das bewies, dass auch in einer von Tradition geprägten Region wie dem Engadin Platz für innovative Gastronomie-Konzepte ist. Die Kombination aus erstklassiger Pizza, authentischem asiatischen Essen und einem herausragenden Service schuf ein Alleinstellungsmerkmal. Die Preise wurden von den Gästen als fair und der hohen Qualität angemessen empfunden, was das Gesamtpaket abrundete.

Für potenzielle Kunden ist die wichtigste Information, dass dieses kulinarische Kapitel in Samedan abgeschlossen ist. Der Blick zurück zeigt jedoch ein klares Bild: Ciao Chao war ein sehr gutes Restaurant, das für seine Frische, Kreativität und Gastfreundschaft geschätzt wurde. Es hat die lokale Szene bereichert und wird vielen, die das Besondere suchten, in Erinnerung bleiben.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen