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Bistro National

Bistro National

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Ob. Str. 31, 7270 Davos Platz, Schweiz
Italienisches Restaurant Restaurant
9.4 (33 Bewertungen)

Das Bistro National an der Oberen Strasse 31 in Davos Platz war für eine gewisse Zeit ein bemerkenswerter Anlaufpunkt für Liebhaber der gehobenen italienischen Küche. Es brachte einen Hauch von der Insel Elba in die Schweizer Alpen, angetrieben von einem Team, das seine Leidenschaft für authentische Gerichte direkt in die Berge trug. Doch bei einer genaueren Betrachtung der verfügbaren Informationen und Gästebewertungen zeigt sich ein gemischtes Bild aus kulinarischen Höhepunkten und spürbaren Schwächen. Heute steht fest: Das Bistro ist dauerhaft geschlossen, was eine Analyse seiner Zeit zu einem Rückblick auf ein ambitioniertes, aber letztlich nicht dauerhaftes gastronomisches Angebot macht.

Das Konzept: Authentizität aus Elba

Der Kern des Bistro National war sein engagiertes Team aus Elba. Die Betreiber Federico und Giuseppe hatten bereits auf der italienischen Ferieninsel Erfahrungen in der Gastronomie gesammelt und wollten nun in Davos mit klassischen, authentischen Gerichten überzeugen. Dieser Ansatz versprach eine willkommene Abwechslung und füllte eine Lücke in der Davoser Restaurant-Szene, in der klassische Gerichte wie Spaghetti Vongole oder ein traditionelles Ossobuco schwer zu finden waren. Das Ambiente des Lokals, modern und stilvoll, unterstrich den Anspruch, ein besonderes kulinarisches Erlebnis zu schaffen. Das Bistro operierte zudem als reines Winter-Saisonlokal und blieb im Sommer geschlossen, was seinen exklusiven Charakter zusätzlich betonte.

Die Stärken: Frische, Leidenschaft und herausragender Service

Viele Gäste waren von der Qualität und der Hingabe, die sie im Bistro National erlebten, begeistert. In den positiven Bewertungen wird immer wieder der ausgezeichnete Service und die spürbare Leidenschaft des Teams hervorgehoben. Ein Gast beschrieb es als "ein wirklich italienisches Erlebnis, bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet". Diese Detailverliebtheit und die Frische der Zutaten schienen das Markenzeichen des Hauses zu sein. Besonders gelobt wurden spezifische Gerichte, die die Stärken der Küche zeigten:

  • Der Fenchelsalat: Ein hauchdünn geschnittener Fenchelsalat mit Orange und Oliven-Crumble wurde als besonderes Highlight erwähnt.
  • Hausgemachte Gnocchi: Die frische, hausgemachte Pasta und Gnocchi waren für viele ein Beweis für die hohe handwerkliche Qualität der Küche.

Die Mehrheit der Gäste war sich einig, dass das Essen mit Leidenschaft und stets frisch zubereitet wurde, was man schmecken konnte. Das Personal wurde als "sehr zuvorkommend" und freundlich beschrieben, auch wenn die Kommunikation laut einem Gast ausschließlich auf Englisch stattfand. Für viele rechtfertigte die hohe Qualität die gehobenen Preise und die eher kleinen Portionen, die als "jeden Franken wert" bezeichnet wurden.

Die Kehrseite: Kritik an Qualität und Preis-Leistung

Trotz der überwiegend positiven Resonanz gab es auch fundierte Kritik, die ein anderes Licht auf das Restaurant wirft. Ein Gast bewertete das kulinarische Angebot als ungenügend für eine als "gehoben" bezeichnete italienische Küche. Diese Kritikpunkte geben potenziellen Kunden, wäre das Lokal noch geöffnet, wichtige Anhaltspunkte:

  • Inkonsistente Zubereitung: Das Risotto wurde als "fade und fast kalt" beschrieben, was bei einem italienischen Klassiker ein erheblicher Mangel ist.
  • Enttäuschende Hauptgerichte: Die Pasta mit Wildschweinragout schmeckte laut der Bewertung ebenfalls fade und erinnerte eher an ein gewöhnliches Rindsragout.
  • Mangelnde Frische bei den Beilagen: Das gereichte Brot wurde als "sehr trocken (von gestern?)" empfunden und der gemischte Salat entsprach eher Kantinen-Niveau.

Diese Erfahrungen stehen im starken Kontrast zu den Lobeshymnen anderer Besucher und deuten auf eine mögliche Inkonsistenz in der Küchenleistung hin. Ein weiterer kritischer Punkt war das Preisniveau. Die Preise wurden durchweg als "sehr hoch" beschrieben. Während einige Gäste dies durch die Qualität gerechtfertigt sahen, war es für andere, insbesondere wenn die Leistung nicht stimmte, ein klares Manko. Kleine Portionen zu hohen Preisen funktionieren nur bei durchgehend exzellenter Qualität, und hier schien das Bistro National gelegentlich zu schwächeln.

Das Ende einer Ära in Davos

Die Kombination aus dem Status "CLOSED_TEMPORARILY" und "permanently_closed: true" in den Geschäftsdaten bestätigt letztlich das Ende des Bistro National. Obwohl es für sein Konzept und seine authentische Herangehensweise nominiert wurde, unter anderem für "Die schönsten Restaurants, Hotels und Bars 2024", konnte sich das Saisongeschäft offenbar nicht dauerhaft etablieren. Das Schicksal des Bistros ist ein Beispiel dafür, wie anspruchsvoll der Betrieb eines gehobenen Restaurants in einem saisonal geprägten Ort wie Davos sein kann. Es hinterlässt die Erinnerung an ein Lokal mit großem Potenzial, das viele Gäste für ein authentisches Abendessen begeisterte, aber letztlich nicht alle Erwartungen durchgehend erfüllen konnte.

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