Bergrestaurant @Paradise
ZurückEine Institution in der Gastronomieszene von Zermatt, das Bergrestaurant @Paradise im Weiler Findeln, hat eine bemerkenswerte Geschichte, die von exzellenter Küche, herzlicher Gastfreundschaft und einer absolut unvergleichlichen Aussicht geprägt war. Die ursprüngliche Information, dass das Lokal permanent geschlossen sei, erweist sich nach aktueller Recherche als überholt. Das Restaurant hat unter neuer Führung wiedereröffnet und setzt die Tradition der gehobenen Bergkulinarik fort. Die neuen Gastgeber sind der ehemalige Skirennfahrer Elia Zurbriggen und seine Frau Loredana, die zusammen mit Küchenchef Markus Pössenberger eine neue Ära einläuten. Das Lokal bleibt somit ein zentraler Anlaufpunkt für Feinschmecker und Bergfreunde, hat jedoch eine Transformation durchlaufen, die sowohl positive als auch herausfordernde Aspekte mit sich bringt.
Eine neue Vision für das Paradies
Unter der Leitung von Elia und Loredana Zurbriggen präsentiert sich das @Paradise mit einer frischen, jungen Philosophie. Sie beschreiben ihre Küche als eine Fusion aus Altbekanntem und Neuentdecktem, zubereitet mit Liebe und einer exotischen Note. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die traditionelle Schweizer Küche mit internationalen Einflüssen zu bereichern und den Gästen ein einzigartiges Gourmet-Erlebnis auf 2'230 Metern Höhe zu bieten. Die Speisekarte spiegelt diesen Anspruch wider und bietet kreative Gerichte wie eine "Spiced Ingwer-Rüebli Suppe", "Hackfleisch auf Pitabrot" oder einen "Spicy Alpen Egli Hotpot". Gleichzeitig werden Klassiker wie das Käsefondue, das von einem "Weltmeister"-Käser bezogen wird, weiterhin gepflegt. Dieser Spagat zwischen Tradition und Innovation ist das neue Markenzeichen des Hauses.
Die unveränderte Stärke: Lage und Ambiente
Was sich nicht geändert hat und weiterhin das Herzstück des Erlebnisses ausmacht, ist die spektakuläre Lage. Das Restaurant bietet eine atemberaubende, direkte Aussicht auf das Matterhorn, die von der grosszügigen Sonnenterrasse mit rund 100 Plätzen oder dem gemütlichen Innenraum mit 50 Plätzen genossen werden kann. Diese Kulisse allein macht einen Besuch zu einem unvergesslichen Ereignis. Die Atmosphäre wird als herzlich und einladend beschrieben, ein Verdienst der neuen Gastgeber, die sichtlich bemüht sind, eine persönliche und warme Umgebung zu schaffen. Das Lokal ist nicht nur ein Ort zum Essen, sondern ein Ziel, um sonnenverwöhnte Momente in den Alpen zu geniessen, sei es für einen Kaffee am Morgen, ein ausgedehntes Mittagessen oder einen "Zvieri" am Nachmittag.
Kulinarische Highlights und Service
Die Küche unter Chef Markus Pössenberger, der seit Dezember 2023 das Zepter schwingt, erhält viel Lob für ihre Kreativität und Qualität. Gerichte wie die "Findlerknödel" oder die "Älpler-Bucatini" zeigen eine eigenständige Interpretation der alpinen Küche. Die hohe Bewertung von 4.9 Sternen aus über 550 Rezensionen aus der Vergangenheit setzt eine hohe Messlatte, doch die neuen Betreiber scheinen entschlossen, diesem Ruf gerecht zu werden. Die Gäste loben in aktuellen Kommentaren weiterhin das sehr gute Essen, das freundliche Personal und die tolle Bedienung. Die Empfehlung, unbedingt zu reservieren, besteht weiterhin, was auf eine hohe Nachfrage und Beliebtheit hindeutet. Der Service wird als zuvorkommend und liebevoll beschrieben, was wesentlich zum positiven Gesamteindruck beiträgt.
Kritische Betrachtung und Herausforderungen
Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch Punkte, die potenzielle Gäste berücksichtigen sollten. Die exklusive Lage im Weiler Findeln bedeutet, dass das Restaurant Zermatt nicht einfach zu erreichen ist. Im Winter ist es hauptsächlich über die Skipisten zugänglich, im Sommer erfordert es eine Wanderung. Diese Abgeschiedenheit ist Teil des Reizes, stellt aber für Besucher ohne Ski oder mit eingeschränkter Mobilität eine Hürde dar. Das Lokal ist zudem nicht barrierefrei. Ein weiterer Punkt, der in manchen Kritiken anklingt, ist der Schichtwechsel beim Service. Um der hohen Nachfrage gerecht zu werden, werden Tische oft in zwei Schichten vergeben. Wer ein ausgedehntes, mehrgängiges Gourmetmenü bucht, kann diesem Zeitdruck entgehen, für andere kann es jedoch das Gefühl der Gemütlichkeit schmälern.
Preisniveau und Erwartungen
Mit einem Preisniveau von 2 wird das Lokal als mittelpreisig eingestuft. Für Zermatter Verhältnisse mag dies zutreffen, dennoch bewegt man sich im Bereich der gehobenen Gastronomie. Die kreative und anspruchsvolle Küche rechtfertigt die Preise, doch Gäste sollten sich auf ein entsprechendes Budget für dieses Essen mit Aussicht einstellen. Die Speisekarte ist bewusst eigen und kreativ gestaltet, was nicht jedermanns Geschmack treffen mag. Wer ein klassisches, bodenständiges Bergrestaurant mit einfachen Gerichten sucht, findet hier möglicherweise nicht das Gewünschte. Das @Paradise positioniert sich klar als eine moderne, anspruchsvolle Alternative zur traditionellen Pistenverpflegung.
Zusammenfassung und Ausblick
Das Bergrestaurant @Paradise bleibt auch unter neuer Führung ein Juwel in der Zermatter Gastronomielandschaft. Die Kombination aus einer der weltweit schönsten Aussichten, einer innovativen und hochwertigen Küche sowie einem herzlichen Service macht es zu einer Top-Empfehlung. Die neuen Gastgeber, Elia und Loredana Zurbriggen, haben erfolgreich eine neue Identität für das Lokal geschaffen, die auf einer Fusion von Tradition und Moderne basiert. Die Herausforderungen wie die eingeschränkte Erreichbarkeit und der mögliche Zeitdruck durch Tischreservierungen in Schichten sind reale Faktoren, die in die Planung eines Besuchs einfliessen sollten. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte bei Weitem. Für alle, die ein besonderes kulinarisches Erlebnis suchen und bereit sind, dafür den Weg auf sich zu nehmen, ist das @Paradise eine der besten Restaurant-Optionen, die Zermatt zu bieten hat.