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Berggasthof und Restaurant Gurnigelbad ist geschlossen

Berggasthof und Restaurant Gurnigelbad ist geschlossen

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Gurnigelbad 152, 3099 Rüti bei Riggisberg, Schweiz
Restaurant
7.8 (231 Bewertungen)

Der Berggasthof und das Restaurant Gurnigelbad, gelegen an der Adresse Gurnigelbad 152 in Rüti bei Riggisberg, ist ein Ort mit einer tiefgreifenden und wechselvollen Geschichte, der jedoch für Gäste und Laufkundschaft dauerhaft geschlossen ist. Diese Information ist entscheidend für jeden, der einen Ausflug in die malerische Gantrisch-Region plant. Die Schliessung beendet vorläufig ein langes Kapitel der Gastfreundschaft an diesem traditionsreichen Ort, der einst ein Aushängeschild der Schweizer Hotellerie war. Aktuellen Informationen zufolge wurde die Liegenschaft seit Anfang 2023 als Unterkunft für Asylsuchende genutzt, deren Betrieb jedoch per Ende April 2025 eingestellt wird. Die zukünftige Nutzung des Gebäudes bleibt ungewiss, was die Lücke in der lokalen Gastronomielandschaft weiter vertieft.

Ein Haus mit grosser Vergangenheit

Die Geschichte des Gurnigelbads ist weitaus älter und prachtvoller, als es der Name "Berggasthof" vermuten lässt. Bereits im 16. Jahrhundert wurden die schwefel- und eisenhaltigen Quellen erwähnt, die den Grundstein für einen florierenden Kurbetrieb legten. Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich hier eines der grössten und bekanntesten Kurhotels der Schweiz, das Gäste aus ganz Europa und sogar Übersee anzog. Das damalige Grand Hotel war ein Treffpunkt für Adlige und die Oberschicht, eine wahre "Stadt im Walde", wie es in einem Buch von Christian Raaflaub beschrieben wird. Nach einem Brand im Jahr 1902 und dem Abriss des zweiten Hotelbaus 1946 blieb das heutige Gebäude als Zeuge dieser grossen Ära zurück. Diese historische Tiefe verlieh dem Ort einen besonderen Charakter, den auch einige Gäste in der jüngeren Vergangenheit noch spürten und in ihren Bewertungen als "tolles Haus mit einer langen Tradition" beschrieben.

Kulinarische Höhen und Tiefen im Rückblick

Die kulinarischen Erfahrungen im Restaurant Gurnigelbad waren, den hinterlassenen Gästemeinungen nach zu urteilen, von starken Kontrasten geprägt. Auf der einen Seite gab es grosses Lob für die Qualität der Produkte. Ein Gast schwärmte von einem kalten Teller mit Fleisch und Käse, bei dem "alles nur vom Besten" war, begleitet von "grossartig gebackenem Brot". Dies deutet auf eine bodenständige, aber qualitativ hochwertige Schweizer Küche hin, die sich auf exzellente regionale Zutaten stützte. Andererseits stand diesem Lob eine erhebliche Kritik gegenüber. Eine Besucherin bemängelte die "extrem enttäuschenden" Portionsgrössen bei ihrem späten Mittagessen. Obwohl das Essen gut geschmeckt habe, sei sie mit ihrer Begleitung nicht satt geworden. Diese Diskrepanz zwischen Geschmack und Sättigungswert ist ein kritischer Punkt für jedes gute Essen und suggeriert eine mögliche Inkonsistenz in der Küchenleistung oder Preisgestaltung. Die Speisekarte wurde als klein beschrieben, was in einem abgelegenen Berggasthaus oft ein Zeichen für Frische ist, aber auch die Auswahl einschränkt.

Die zwei Gesichter der Bedienung

Noch deutlicher als beim Essen fielen die Unterschiede bei der Beurteilung des Services aus. Die Bedienung scheint das Potenzial gehabt zu haben, den Aufenthalt unvergesslich zu machen – im Guten wie im Schlechten. Mehrere Gäste lobten den Service überschwänglich. Insbesondere eine Mitarbeiterin, Elisabeth Brönnimann, wurde namentlich für ihren "super freundlichen", aufmerksamen und netten Service hervorgehoben. Auch andere Besucher beschrieben die Bedienung als "sehr freundlich und aufmerksam". Solche positiven Erfahrungen sind das Herzstück eines jeden gastfreundlichen Betriebs.

Im scharfen Kontrast dazu steht jedoch eine äusserst negative Erfahrung, die ein Gast schilderte. Nach einer Autopanne mit überhitzten Bremsen wurde der Person nicht nur verwehrt, auf dem Parkplatz anzuhalten, sondern sie sei sogar angeschrien und beschimpft worden. Ein solches Verhalten, insbesondere in einer Notsituation, ist in der Gastronomie inakzeptabel und wirft ein sehr schlechtes Licht auf die damalige Betriebskultur. Diese extremen Gegensätze in den Bewertungen deuten auf eine erhebliche Inkonsistenz in der Servicequalität und im Umgang mit Menschen hin, was für potenzielle Kunden ein erhebliches Risiko dargestellt hätte.

Lage, Ambiente und die Rolle als Ausflugsziel

Unbestritten war die Lage des Berggasthofs eine seiner grössten Stärken. "Sehr abgelegen von allem", umgeben von "Wald ohne Ende", bot er einen idealen Ausgangs- und Endpunkt für Wanderungen in der Gantrisch-Region. Die Terrasse mit Landschaftsblick war ein zentrales Merkmal und lud zum Verweilen ein. Die abgeschiedene Position machte den Ort zu einem Rückzugsort für Naturliebhaber und Ruhesuchende. Gleichzeitig war er aber auch ein beliebter Treffpunkt für Gruppen, wie die Vermietung der "Stockhütte" für Teamevents zeigt. Die Zugänglichkeit per Auto oder Motorrad machte ihn zu einem klassischen Ziel für einen Sonntagsausflug. Diese Vielseitigkeit, sowohl ein Ort der Ruhe als auch ein belebter Treffpunkt zu sein, war ein wesentlicher Teil seines Reizes.

Zusammenfassende Bewertung der ehemaligen Gasterfahrungen

Obwohl das Restaurant Gurnigelbad nicht mehr besucht werden kann, zeichnen die hinterlassenen Spuren ein klares Bild eines Ortes mit signifikanten Vor- und Nachteilen.

  • Positive Aspekte: Die wunderschöne, ruhige Lage inmitten der Natur war ideal für Wanderer und Ausflügler. Einige Gäste erlebten eine aussergewöhnlich herzliche und aufmerksame Bedienung. Bei bestimmten Gerichten, wie den kalten Platten, wurde eine hohe Produktqualität gelobt, die ein authentisches gutes Essen versprach.
  • Negative Aspekte: Der Betrieb ist dauerhaft geschlossen und die zukünftige gastronomische Nutzung ungewiss. Die Servicequalität war extrem unbeständig und reichte von exzellent bis hin zu inakzeptabel unfreundlichem Verhalten. Die Portionsgrössen beim Essen wurden teilweise als unzureichend empfunden und standen im Missverhältnis zu den Preisen.

Das Ende des Berggasthofs Gurnigelbad ist ein Verlust für die gastronomische Vielfalt im Naturpark Gantrisch. Die gemischten Rückmeldungen der letzten Jahre deuten jedoch darauf hin, dass der Betrieb mit Herausforderungen zu kämpfen hatte, die über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Landgasthöfe hinausgingen. Er bleibt ein Ort, der in der Erinnerung seiner Besucher sowohl für wundervolle Momente in den Bergen als auch für enttäuschende Erfahrungen steht.

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