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Berggasthaus Parsennhütte

Berggasthaus Parsennhütte

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Parsennhütte, 7265 Davos, Schweiz
Restaurant
8 (400 Bewertungen)

Das Berggasthaus Parsennhütte in Davos war über Jahrzehnte eine feste Institution in der Schweizer Alpenlandschaft und ein zentraler Anlaufpunkt im Herzen des Parsenn-Skigebiets. Mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 1903 zurückreicht, gehörte es zu den ältesten Bergrestaurants der Alpen und hat Generationen von Skifahrern, Wanderern und Naturfreunden bewirtet. Aktuell ist die Hütte jedoch geschlossen; aufgrund von umfassenden Wartungsarbeiten an der Parsennbahn bleibt der Betrieb auch im Sommer 2025 ausgesetzt. Die Wiedereröffnung ist für die Wintersaison 2025/26 geplant, beginnend mit einem Wochenendbetrieb ab voraussichtlich 14. November. Diese vorübergehende Schließung bietet eine Gelegenheit, die vielfältigen Facetten dieses legendären Ortes zu beleuchten – ein Ort, der für seine Vorzüge ebenso wie für seine umstrittenen Aspekte bekannt war.

Ein kulinarisches Zentrum mit zwei Gesichtern

Die Parsennhütte positionierte sich geschickt, um den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Gäste gerecht zu werden. Das Konzept umfasste sowohl ein großes Selbstbedienungsrestaurant als auch einen bedienten Bereich, was den Besuchern Flexibilität bot. Wer schnell wieder auf die Piste wollte, fand im SB-Bereich eine unkomplizierte und zügige Verpflegung. Für diejenigen, die ein ruhigeres und gehobeneres kulinarisches Erlebnis suchten, stand das bediente Restaurant zur Verfügung, in dem regionale und saisonale Gerichte serviert wurden. Diese Zweiteilung war ein klares Plus und ermöglichte es, sowohl Familien und Gruppen als auch anspruchsvollere Einzelgäste anzusprechen.

Die Speisekarte selbst erntete häufig Lob und zeigte, dass ein Bergrestaurant mehr als nur die üblichen Standards bieten kann. Besonders hervorgehoben wurden in vielen Berichten die Schnitzel, die für ihre beachtliche Größe bekannt waren, sowie eine als ausgezeichnet beschriebene asiatische Suppe. Diese Gerichte deuten auf eine Küche hin, die traditionelle Hüttenkost mit kreativen und internationalen Einflüssen verband. Die Portionen galten als großzügig, was nach einem langen Tag im Schnee besonders geschätzt wurde. Die positiven Rückmeldungen zur Qualität des Essens, insbesondere im bedienten Bereich, etablierten die Hütte als eine verlässliche Adresse für gutes Essen in den Bergen.

Die Kehrseite der Medaille: Qualitäts- und Atmosphärenschwankungen

Trotz der vielen positiven Stimmen gab es auch deutliche Kritik, die ein uneinheitliches Bild zeichnet. Während viele Gäste von der hohen Qualität der Hauptgerichte schwärmten, gab es Berichte über enttäuschende Ausreißer. Ein besonders negatives Beispiel waren Chicken Nuggets, die als qualitativ minderwertig beschrieben wurden. Solche Erfahrungen trüben den Gesamteindruck und deuten auf mögliche Inkonsistenzen in der Küchenleistung hin, insbesondere zwischen dem Selbstbedienungs- und dem A-la-carte-Bereich. Es scheint, dass das kulinarische Erlebnis stark davon abhing, was man bestellte und in welchem Teil des Restaurants man sich befand.

Ein noch größerer Streitpunkt war das Ambiente, genauer gesagt die musikalische Untermalung. Die Parsennhütte war bekannt für ihre stimmungsvolle Außenbar, an der oft laute Partymusik lief. Für viele gehörte dies zum perfekten Après-Ski-Erlebnis dazu. Genres wie Ballermann-Hits und Schlager sorgten für eine ausgelassene Stimmung und machten die Hütte zu einem Hotspot für Feierfreudige. Für andere Gäste war genau das ein erheblicher Störfaktor. Berichte über zu laute Musik, die ein entspanntes Mittagessen oder ein ruhiges Gespräch unmöglich machte, waren keine Seltenheit. Diese polarisierende Atmosphäre führte dazu, dass die Parsennhütte für die einen die "geilste Hütte" war, während andere sie gerade wegen des Lärms mieden. Die Gastronomie bot hier also zwei völlig unterschiedliche Welten: die eines Party-Treffpunkts und die eines traditionellen Bergrestaurants, die nicht immer harmonisch koexistierten.

Service und Lage als unbestrittene Stärken

Ein Aspekt, der fast durchweg positiv bewertet wurde, war die Bedienung. Das Personal wurde oft als freundlich, schnell und effizient beschrieben, selbst in Stoßzeiten. In einem großen und hochfrequentierten Betrieb wie der Parsennhütte ist ein funktionierender Service entscheidend, und hier schien das Team seine Aufgaben souverän zu meistern. Diese Professionalität trug maßgeblich dazu bei, dass viele Besucher trotz kleinerer Mängel immer wieder gerne zurückkehrten.

Strategisch perfekt gelegen

Die Lage der Parsennhütte war unbestreitbar einer ihrer größten Trümpfe. Direkt an der Piste und an der Talstation der Parsennhüttenbahn gelegen, war sie sowohl für Skifahrer als auch für Fußgänger mühelos erreichbar. Diese zentrale Position machte sie zu einem natürlichen Treffpunkt und zu einer idealen Raststätte während eines Skitages. Die große Sonnenterrasse bot zudem einen spektakulären Panoramablick auf die umliegende Bergwelt, was den Aufenthalt zusätzlich aufwertete. Die Möglichkeit, in der Hütte auch zu übernachten, machte sie zudem zu einem attraktiven Basislager für mehrtägige Aufenthalte im Skigebiet. Die Zimmer wurden als hüttentypisch, aber sauber und ausreichend geräumig beschrieben, was das Angebot abrundete.

Ein historisches Erbe im Wandel

Die Parsennhütte ist mehr als nur ein Restaurant; sie ist ein Stück Davoser Geschichte. Seit ihrer Eröffnung 1905 hat sie zahlreiche Umbauten und Erweiterungen erlebt, wurde von einer Lawine zerstört und wieder aufgebaut und passte sich stets den Bedürfnissen eines wachsenden Tourismus an. Sie überlebte wirtschaftlich schwierige Zeiten und wurde nach dem Bau der Parsennbahn wieder zum Zentrum des Gebiets. Diese reiche Vergangenheit verleiht dem Ort eine besondere Bedeutung, die über die tägliche Gastronomie hinausgeht. Die aktuelle Schließung für Wartungsarbeiten ist nur ein weiteres Kapitel in dieser langen Geschichte. Es bleibt abzuwarten, in welcher Form die Parsennhütte in der Wintersaison 2025/26 zurückkehren wird und ob sie es schafft, ihre Stärken zu bewahren und gleichzeitig ihre Schwächen, wie die inkonsistente Küchenqualität und die polarisierende Atmosphäre, in den Griff zu bekommen. Für die Davoser Bergwelt bleibt sie ein unverzichtbarer, wenn auch manchmal widersprüchlicher, kulinarischer Ankerpunkt.

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