Startseite / Restaurants / Berggasthaus Hochalp
Berggasthaus Hochalp

Berggasthaus Hochalp

Zurück
Dorfplatz 16, 9107 Urnäsch, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
9.2 (229 Bewertungen)

Das Berggasthaus Hochalp ist weit mehr als nur ein Ort zum Einkehren; es ist ein Erlebnis, das tief in der Appenzeller Tradition verwurzelt ist und durch eine Lage besticht, die ihresgleichen sucht. Wer sich auf den Weg hierher macht, sollte die Postadresse am Dorfplatz 16 in Urnäsch getrost als administrativen Vermerk betrachten. Das eigentliche Ziel liegt auf 1530 Metern über Meer, erreichbar nur zu Fuss oder im Winter mit Schneeschuhen, was den Besuch zu einer verdienten Belohnung macht. Seit dem Frühling 2021 wird das Gasthaus, das sich seit 1919 in Familienbesitz befindet, von der jungen Generation, Sämi und Simona Schmid, geführt. Dieser Generationenwechsel scheint sich in den jüngsten Erfahrungen der Gäste positiv niederzuschlagen.

Ein Panorama, das den Aufstieg belohnt

Der wohl am häufigsten genannte und eindrücklichste Aspekt eines Besuchs auf der Hochalp ist die phänomenale 360-Grad-Aussicht. Von hier oben überblickt man nicht nur die sanften Hügel des Appenzellerlandes und des Toggenburgs, sondern hat auch eine direkte Sicht auf das mächtige Säntismassiv, die markanten Churfirsten und bei klarer Sicht sogar bis zu den Glarner Alpen und dem Bodensee. Zahlreiche Besucher beschreiben die Lichtstimmung, besonders während des Sonnenuntergangs, als unvergesslich. Es ist diese Kulisse, die das Aussichtsrestaurant zu einem Magneten für Wanderer, Naturfreunde und Ruhesuchende macht. Die Anstrengung des Aufstiegs, beispielsweise vom Parkplatz Bruggerenwald in etwa 45 Minuten, wird mit jedem Blick in die Ferne reichlich entlohnt.

Die kulinarische Seite: Urchig und authentisch

Ein Berggasthaus wie die Hochalp definiert sich stark über seine Küche, und hier wird auf authentische Schweizer Küche gesetzt. Die Speisekarte ist bewusst klein gehalten, aber dafür mit "währschaften" und hausgemachten Spezialitäten gefüllt. Besonders hervorgehoben werden Gerichte wie Wurst mit Kartoffelstock und Sauerkraut, Appenzeller Chäshörnli oder ein klassisches "Vesper-Plättli" mit Fleisch, das vom Wirt Sämi Schmid selbst geräuchert wird, und Käse von der nahegelegenen Alp Nase. Dieser Fokus auf Regionalität und Handwerk ist ein klares Bekenntnis zur Qualität und Tradition. Wer hier gut essen möchte, findet ehrliche, bodenständige Gerichte, die nach einer langen Wanderung mit Einkehr genau das Richtige sind. Es wird Wert darauf gelegt, dass von der Salatsauce bis zum Speck möglichst viel hausgemacht ist und das Fleisch aus der Region bezogen wird.

Gastfreundschaft mit besonderem Charme

Die Atmosphäre im Inneren wird als "heimelig" und an Grossmutters Zeiten erinnernd beschrieben. Das junge, freundliche Personal trägt massgeblich zu diesem positiven Eindruck bei und sorgt dafür, dass sich die Gäste willkommen fühlen. Eine besonders bemerkenswerte Anekdote, die von Besuchern geteilt wurde, unterstreicht den besonderen Geist des Hauses: Selbst am Ruhetag (Montag) fanden Wanderer vor der Tür einen Korb mit gekühlten Getränken und einer Kasse des Vertrauens. Diese Geste zeugt von einer aussergewöhnlichen Gastfreundschaft und einem tiefen Vertrauen in die Gäste, das in der heutigen Zeit selten geworden ist.

Das Gasthaus positioniert sich zudem als sehr kinderfreundlich, was es zu einem idealen Ziel für Familienausflüge macht. Es ist ein Ort, an dem sich Einheimische, Gäste aus der ganzen Schweiz und auch aus dem Ausland treffen, was für eine lebendige und vielfältige Gästestruktur sorgt. Die Hochalp ist somit nicht nur ein Restaurant, sondern eine echte Alpwirtschaft mit Herz.

Kritische Töne und zu bedenkende Aspekte

Trotz des überwältigend positiven Echos gibt es auch Aspekte, die potenzielle Besucher kennen sollten. Eine ältere Bewertung aus einer Zeit vor dem jüngsten Wirte-Wechsel bemängelte den Service. Damals wurde von Selbstbedienung trotz weniger Gäste berichtet und von einer gewissen Unflexibilität, als es darum ging, für ein einzelnes Glas Wein eine neue Flasche zu öffnen. Solche Erfahrungen scheinen jedoch der Vergangenheit anzugehören, da neuere Berichte durchweg von herzlichem und zuvorkommendem Personal sprechen. Dennoch ist es gut zu wissen, dass der Betrieb, wie in vielen Bergrestaurants üblich, pragmatisch organisiert sein kann. Ein weiterer wichtiger Hinweis ist, dass auf der Hochalp nur Barzahlung möglich ist. Dies sollte bei der Tourenplanung unbedingt berücksichtigt werden, um vor Ort keine unangenehme Überraschung zu erleben.

Ein Ziel für jede Jahreszeit

Die Hochalp ist nicht nur im Sommer ein lohnendes Ziel. Im Winter verwandelt sich die Umgebung in ein Paradies für Schneeschuhwanderer. Die markierten Routen führen durch eine unberührte Winterlandschaft und bieten eine ganz andere, aber nicht weniger faszinierende Erfahrung. Die Einkehr in das warme, gemütliche Berggasthaus ist nach einer kalten Tour die perfekte Belohnung. Über das Jahr verteilt finden zudem verschiedene traditionelle Anlässe statt, wie der Berggottesdienst, die Jakobifeier oder die 1. August-Feier mit Höhenfeuer, die das kulturelle Leben der Region widerspiegeln. Für diejenigen, die das Erlebnis verlängern möchten, bietet das Gasthaus auch einfache Übernachtungsmöglichkeiten in Doppelzimmern und kleinen Massenlagern an, allerdings ohne Dusche, was den rustikalen Charakter unterstreicht.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Berggasthaus Hochalp ein herausragendes Beispiel für ein authentisches familienfreundliches Restaurant in den Schweizer Alpen ist. Die Kombination aus einer absolut spektakulären Aussicht, einer ehrlichen und schmackhaften regionalen Küche und einer spürbar herzlichen Gastfreundschaft macht es zu einem Muss für jeden, der die Appenzeller Bergwelt erleben möchte. Die kleinen Kritikpunkte aus der Vergangenheit scheinen durch den frischen Wind der neuen Generation an Wirten verweht zu sein. Wer eine Wanderung mit Einkehr plant und traditionelle Gerichte in einer unvergleichlichen Umgebung schätzt, wird auf der Hochalp definitiv fündig. Man sollte lediglich daran denken, genügend Bargeld einzupacken und sich auf ein Erlebnis einzulassen, das von Natur und Tradition geprägt ist.

Weitere Geschäfte, die Sie interessieren könnten

Alle anzeigen