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Berggasthaus First

Berggasthaus First

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Bergstation First, 3818 Grindelwald, Schweiz
Restaurant Unterkunft
8.6 (1908 Bewertungen)

Auf 2.167 Metern über Meer, direkt in der Bergstation der Firstbahn gelegen, thront das Berggasthaus First über Grindelwald. Es ist mehr als nur ein Restaurant; es ist ein alpiner Knotenpunkt, der Unterkunft, Gastronomie und den Ausgangspunkt für unzählige Bergabenteuer vereint. Die Anreise per Gondel ist bereits ein Erlebnis für sich und stimmt auf das ein, was Besucher erwartet: eine Welt der Kontraste, in der atemberaubende Schönheit auf betriebsame Realität trifft und kulinarische Erfahrungen stark von den eigenen Erwartungen und Entscheidungen abhängen.

Das unschlagbare Kapital: Panorama und Atmosphäre

Der unbestrittene Hauptdarsteller im Berggasthaus First ist die Aussicht. Von der weitläufigen Sonnen-Terrasse aus entfaltet sich ein Panorama, das in den Bewertungen einstimmig als "traumhaft" und "unglaublich" beschrieben wird. Der Blick schweift über die imposanten Gipfel der Berner Alpen, darunter die weltberühmte Eigernordwand. An diesem Ort einen Kaffee zu trinken oder eine Mahlzeit einzunehmen, ist ein gastronomisches Erlebnis, das primär von der majestätischen Umgebung geprägt wird. Es ist diese Kulisse, die das Gasthaus zu einem Magneten für Touristen aus aller Welt macht und die Grundlage für unvergessliche Momente legt. Die Atmosphäre wird als besonders beschrieben, ein Gefühl, dem Himmel ein Stück näher zu sein, weit weg vom Alltag im Tal. Für viele ist allein dieser Anblick die Reise wert.

Übernachten über den Wolken

Das Berggasthaus bietet zudem die Möglichkeit, die Magie des Berges auch nach der letzten Talfahrt der Gondel zu erleben. Als Herberge verfügt es über verschiedene Zimmerkategorien, von Doppel- und Familienzimmern bis hin zu einfacheren Schlafsälen für Gruppen. Gäste, die hier übernachten, berichten von einer besonderen Ruhe und Sauberkeit. Die Erfahrung, den Sonnenuntergang und -aufgang in fast völliger Abgeschiedenheit zu erleben, während die Tagesgäste längst verschwunden sind, ist ein exklusives Privileg. Eine Bewertung hebt hervor, wie "sehr sauber und ruhig" die Unterkunft sei, was sie zu einem attraktiven Rückzugsort für Wanderer und Ruhesuchende macht. Es ist die perfekte Basis für frühmorgendliche Wanderungen, beispielsweise zum berühmten Bachalpsee, bevor die Menschenmassen eintreffen.

Die kulinarische Zerreissprobe: Zwei Welten unter einem Dach

Wo das Panorama einstimmig begeistert, spaltet das kulinarische Angebot die Gemüter. Der Grund dafür liegt in der klaren Trennung des gastronomischen Konzepts. Es gibt einen grossen Selbstbedienungsbereich und ein bedientes À-la-carte-Restaurant – zwei Erfahrungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Das Dilemma der Selbstbedienung

Der Selbstbedienungsbereich ist auf hohen Durchsatz und schnelle Abfertigung ausgelegt, was an einem derart frequentierten Ort nachvollziehbar ist. Doch gerade hier häufen sich die kritischen Stimmen, die ein deutliches Missverhältnis zwischen Preis, Anspruch und gebotener Qualität beklagen. Ein Gast beschreibt seine Erfahrung mit "6 Chicken Nuggets mit Pommes" als äusserst negativ. Die Konsistenz sei "mehr als fragwürdig" gewesen, und die Entdeckung, dass das Geflügel aus Brasilien stamme und potenziell mit Antibiotika belastet sein könnte, war für ihn ein Schock – insbesondere in einem Schweizer Bergrestaurant, wo man regionale Produkte und hohe Qualität erwartet. Andere Gäste berichten von "latschigen und total weichen" Pommes und einer Currywurst, die kalt und nur einseitig gebraten war. Diese Schilderungen zeichnen das Bild einer Küche, die dem Anspruch an eine authentische Schweizer Küche nicht gerecht wird.

Hinzu kommt eine als überzogen empfundene Preisgestaltung. Ein Beispiel, das genannt wird: 31 Franken für eine Gerstensuppe, eine Gulaschsuppe und zwei kleine "Weggli". Solche Preise werden von manchen Besuchern als "Abriss" empfunden, insbesondere wenn die Qualität nicht stimmt. Ein weiterer Kritikpunkt war die mangelnde Preistransparenz, bei der zwei unterschiedliche Preise ausgezeichnet waren und selbstverständlich der höhere verrechnet wurde. Solche Vorkommnisse können das Gefühl hinterlassen, dass die Lage ausgenutzt wird, was das Gesamterlebnis erheblich trübt. Ein Gast fasst seine Enttäuschung mit dem Vorsatz zusammen, nächstes Mal lieber eigene Sandwiches mitzunehmen.

Die Alternative: Das bediente Restaurant

Im Gegensatz dazu stehen positivere Kommentare über "leckeres Essen". Diese stammen höchstwahrscheinlich von Gästen des bedienten Restaurants. Hier wird laut offizieller Webseite Wert auf regionale Spezialitäten und eine sorgfältigere Zubereitung gelegt. Die Speisekarte listet Gerichte wie Kalbssteak, Lachsfilet oder Rindshuftsteak auf, die ein höheres Niveau versprechen. Wer also ein qualitativ hochwertigeres Mahl sucht und bereit ist, dafür tiefer in die Tasche zu greifen, findet hier eine deutlich bessere Option. Für ein entspanntes Essen gehen mit Bedienung am Tisch ist dies die empfohlene Wahl, um den Enttäuschungen des Selbstbedienungsbereichs zu entgehen.

Der Service: Zwischen Herzlichkeit und Belastungsgrenze

Auch beim Personal zeigt sich ein widersprüchliches Bild. Auf der einen Seite gibt es herausragendes Lob, wie die namentliche Erwähnung der Mitarbeiterinnen Ruxandra und Mirka. Ein Gast fühlte sich durch ihren "netten und zuvorkommenden Service" vom ersten Moment an "willkommen und umsorgt", und das auf eine "ehrliche Art und Weise", die heute selten sei. Hier wird das Motto "der Kunde ist noch König" gelebt, was beweist, dass im Berggasthaus First exzellente Gastfreundschaft möglich ist.

Auf der anderen Seite wird berichtet, dass das Personal zu Spitzenzeiten, wenn das Haus voller Gäste ist, "ein wenig überfordert" wirken kann. Dies kann zu längeren Wartezeiten bei Bestellungen führen. Diese Beobachtung ist nicht unüblich für ein Ausflugs-Restaurant dieser Grösse und Lage, sollte aber von Besuchern einkalkuliert werden, die während der Stosszeiten einkehren. Es zeigt die betrieblichen Herausforderungen, an einem so exponierten Ort konstant hohe Servicequalität zu liefern.

Fazit: Für wen eignet sich das Berggasthaus First?

Das Berggasthaus First ist ein Ort der Extreme. Sein Wert liegt unzweifelhaft in seiner spektakulären Lage. Die Erfahrung, die ein Gast macht, hängt jedoch massgeblich davon ab, mit welchen Erwartungen er anreist und welche Bereiche des Hauses er nutzt.

  • Für den Panorama-Geniesser und Tagesausflügler: Die Terrasse ist ein absolutes Muss für ein Getränk mit unbezahlbarer Aussicht. Wer Hunger hat, sollte sich der Qualitäts- und Preisproblematik im Selbstbedienungsbereich bewusst sein oder direkt das bediente Restaurant ansteuern.
  • Für den anspruchsvollen Esser: Wer auf der Suche nach gutem Essen und einem stimmigen gastronomischen Erlebnis ist, sollte den Selbstbedienungsbereich meiden und eine Reservierung im À-la-carte-Restaurant in Betracht ziehen.
  • Für den Wanderer und Bergsteiger: Als Start- oder Endpunkt für Touren ist das Gasthaus ideal gelegen. Für eine schnelle Stärkung mag die Selbstbedienung praktisch sein, doch die Mitnahme eigener Verpflegung ist eine überlegenswerte Alternative.
  • Für den Übernachtungsgast: Es bietet eine einmalige Chance, die Bergwelt in aller Ruhe zu erleben. Die Zimmer gelten als sauber und ruhig. Für das Abendessen empfiehlt sich definitiv das bediente Restaurant, um den Aufenthalt abzurunden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Berggasthaus First von seiner Lage lebt. Es bietet die Bühne für unvergessliche alpine Momente, doch im Bereich der Gastronomie, insbesondere im Selbstbedienungssektor, besteht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem Potenzial des Ortes und der erlebten Realität vieler Gäste.

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