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Auberge de la Charrue

Auberge de la Charrue

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Rte d'Echallens 1, 1032 Romanel-sur-Lausanne, Schweiz
Restaurant
8.6 (355 Bewertungen)

Die Auberge de la Charrue an der Route d'Echallens 1 in Romanel-sur-Lausanne war über Jahre ein fester Bestandteil der lokalen Gastronomieszene, ist jedoch mittlerweile dauerhaft geschlossen. Die Schliessung, die nach finanziellen Schwierigkeiten der Betreibergesellschaft erfolgte, hinterlässt eine Lücke und viele gemischte Erinnerungen bei den ehemaligen Gästen. Eine Analyse der zahlreichen Rückmeldungen und der verfügbaren Informationen zeichnet das Bild eines Restaurants mit klaren Stärken, aber auch unübersehbaren Schwächen.

Ein Ruf für Herzlichkeit und grosszügige Klassiker

Viele ehemalige Gäste schätzten die Auberge de la Charrue vor allem für ihre herzliche und einladende Atmosphäre. Der Service wurde oft als freundlich, aufmerksam und professionell beschrieben. Eine besondere Geste, die mehrfach positiv hervorgehoben wurde, war, dass der Küchenchef persönlich an die Tische kam, um sich nach dem Wohl der Gäste zu erkundigen. Diese persönliche Note trug massgeblich zum Gefühl bei, in einem traditionellen und gut geführten Gasthaus zu speisen. Das Ambiente wurde als das eines charmanten Dorfrestaurants wahrgenommen, das sowohl für ein ungezwungenes Mittagessen als auch für ein ausgedehnteres Abendessen geeignet war.

Kulinarisch hatte sich das Haus einen Namen mit spezifischen Gerichten der traditionellen Küche gemacht. Allen voran stand das Cordon Bleu vom Kalb. Dieses wurde von Gästen regelmässig als "riesig", "exquisit" und hausgemacht gelobt und galt als eines der Aushängeschilder des Hauses. Auch andere Fleischgerichte, wie beispielsweise das Rindersteak, wurden für ihre Zartheit und die Qualität des Fleisches gelobt. Dazu gab es Saucen, wie eine als köstlich beschriebene Pilzsauce, die das Angebot abrundeten. Die Speisekarte bot eine breite Auswahl von rund 80 verschiedenen Gerichten, darunter Klassiker der Waadtländer Bistros wie Rinder-Tatar und Eglifilets (Filets de Perches), aber auch Spezialitäten wie Froschschenkel oder Rindernierenzapfen. Ergänzt wurde das Angebot durch eine gut sortierte Weinkarte mit Schweizer, französischen und italienischen Weinen.

Praktische Vorzüge und besondere Angebote

Neben der Atmosphäre und bestimmten Gerichten punktete die Auberge auch mit praktischen Aspekten. Der grosse und für Restaurantgäste reservierte Parkplatz wurde als sehr praktisch empfunden und erleichterte das Essen gehen. Die Terrasse bot trotz der Nähe zur Strasse einen angenehmen Ort, um die Mahlzeiten im Freien zu geniessen. Zudem gab es spezielle Angebote wie Garnelen à discrétion, die bei Liebhabern von Meeresfrüchten gut ankamen und die Vielfalt des kulinarischen Angebots unterstrichen.

Kritikpunkte und inkonsistente Qualität

Trotz der vielen positiven Stimmen gab es auch wiederholt Kritik, die auf eine mangelnde Konstanz in der Küchenleistung hindeutet. Nicht alle Gäste teilten die Begeisterung für die Speisen. So wurde in einer detaillierten Rückmeldung eine ganze Reihe von Mängeln bei einem Familienessen aufgelistet. Die Eglifilets wurden als verkocht und trocken beschrieben, Schnecken als geschmacklos und das bestellte Fleisch als zu blutig serviert. Selbst der Krabbencocktail entsprach mit seiner ungewöhnlichen Präsentation – die Krabben waren um das Glas herum drapiert – nicht den Erwartungen.

Auch die Preisgestaltung bot Anlass zur Kritik. Während einige Gäste die Preise als angemessen für die gebotene Qualität und die grosszügigen Portionen empfanden, stuften andere das Preisniveau als hoch ein. Ein Risotto für 29 CHF wurde als eher teuer wahrgenommen. Besonders negativ fiel auf, dass Saucen zu den Fleischgerichten separat mit 6.50 CHF berechnet wurden, eine Praxis, die nicht bei allen Gästen auf Verständnis stiess. Ein weiterer kleiner, aber für Qualitätsbewusste wichtiger Kritikpunkt waren die Pommes Frites, die offenbar nicht hausgemacht waren, was als Verbesserungspotenzial gesehen wurde.

Ein polarisierendes Detail: Die Tischdekoration

Ein aussergewöhnlicher und für mindestens einen Gast sehr befremdlicher Aspekt war die Tischdekoration. Auf den Tischen waren Schiefertafeln mit Bibelversen oder Psalmen platziert. Was aus der Ferne wie allgemeine Sprüche oder Zitate wirken mochte, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als religiöse Botschaft. Diese Zurschaustellung eines spezifischen Glaubens an einem öffentlichen Ort wie einem Restaurant wurde als unangebracht empfunden und schockierte den Gast, der sich als Atheist identifizierte. Dieser Punkt verdeutlicht, dass die Gestaltung des Ambientes über das rein Ästhetische hinausgeht und die persönliche Weltanschauung der Gäste berühren kann, was in einem kommerziellen Betrieb zu Irritationen führen kann.

Fazit eines geschlossenen Kapitels

Die Auberge de la Charrue in Romanel-sur-Lausanne war ein Ort der Kontraste. Auf der einen Seite stand ein Gasthaus mit einer warmen, persönlichen Atmosphäre und Gerichten wie dem gefeierten Cordon Bleu, das viele Stammgäste anzog. Die Schweizer Küche wurde hier grosszügig und klassisch interpretiert. Auf der anderen Seite litten die Gäste unter einer offenbar schwankenden Küchenleistung, die von exzellent bis enttäuschend reichen konnte. Die Preispolitik und Details wie nicht hausgemachte Beilagen trübten für manche das Gesamtbild. Die Entscheidung, religiöse Texte als Dekoration zu verwenden, war ein mutiger, aber auch polarisierender Schritt, der nicht bei jedem Anklang fand. Mit der endgültigen Schliessung des Betriebs bleibt die Erinnerung an ein Restaurant, das viele positive Momente schuf, aber sein volles Potenzial aufgrund von Inkonsistenzen letztlich nicht immer ausschöpfen konnte.

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