Amaru
ZurückIm renommierten Kulm Hotel in St. Moritz hat sich in der vergangenen Wintersaison ein gastronomisches Konzept namens Amaru als kulinarische Sensation erwiesen. Unter der Leitung der talentierten peruanischen Köchin Claudia Canessa bot dieses Restaurant ein Erlebnis, das von Gästen als "Offenbarung" und "absolut außergewöhnlich" beschrieben wurde. Obwohl es sich um ein temporäres Pop-up-Restaurant handelte, das derzeit geschlossen ist, hat es einen bleibenden Eindruck in der anspruchsvollen Gastronomieszene des Engadins hinterlassen und hohe Erwartungen für zukünftige Projekte an diesem Ort geweckt.
Das Herzstück des Amaru war zweifellos die Küche von Claudia Canessa. Sie brachte die authentischen und vielfältigen Aromen Perus in die Schweizer Alpen und kombinierte traditionelle Inka-Rezepte mit spanischen und asiatischen Einflüssen. Diese Fusion führte zu einer modernen, kreativen und mutigen Speisekarte, die von Streetfood inspiriert war, aber auf höchstem Niveau ausgeführt wurde. Gerichte wie das meisterhaft zubereitete Ceviche, bei dem roher Wolfsbarsch in der berühmten "Tigermilch" mariniert wurde, zeugten von technischer Präzision und einem tiefen Verständnis für Geschmacksharmonien. Die Gäste lobten die Kreationen als visuell beeindruckend und geschmacklich unvergesslich, eine wahre Geschmacksreise, die Leidenschaft und Perfektion widerspiegelte. Die Qualität war so überragend, dass viele Beobachter und Gäste dem Amaru das Potenzial für einen Michelin-Stern zusprachen – eine Auszeichnung, die als absolut verdient angesehen wurde.
Ein Zusammenspiel aus exquisiter Küche und herzlichem Service
Ein herausragendes kulinarisches Erlebnis hängt nicht nur vom Essen ab, sondern auch vom Service. Im Amaru wurde dieser Aspekt auf ein ebenso hohes Niveau gehoben. Eine Schlüsselfigur war der Chef de Service, Ruben, dessen Arbeit von den Gästen durchweg in den höchsten Tönen gelobt wurde. Seine herzliche, charmante und gleichzeitig hochprofessionelle Art sorgte dafür, dass sich die Besucher vom ersten Moment an wohl und umsorgt fühlten. Diese Art von Gastfreundschaft, die aufmerksam, aber unaufdringlich ist, trug maßgeblich dazu bei, einen Abend im Amaru zu einem besonderen Ereignis zu machen. Der Service wurde als exzellent und erstklassig beschrieben, was beweist, dass das Team perfekt auf die anspruchsvolle Gourmetküche abgestimmt war.
Ambiente und Design: Eine Flucht aus dem Alltag
Das Interieur des Amaru, entworfen vom britischen Künstler und Designer Luke Edward Hall, schuf eine Atmosphäre, die als einzigartig und "wie im Urlaub" empfunden wurde. Hall verwandelte den Raum in eine farbenfrohe und verspielte Welt, die einen bewussten Kontrast zur alpinen Umgebung bildete. Mit einer Mischung aus satten Farben, gemusterten Stoffen und einer beeindruckenden Deckenmalerei, die überdimensionale Engadiner Wildblumen darstellte, entstand ein Ambiente, das sowohl intim als auch einladend war. Dieser fantasievolle Rahmen ergänzte die lebendige peruanische Küche perfekt und machte das Fine Dining-Erlebnis zu einem Fest für alle Sinne. Der Name "Amaru" selbst, der sich auf eine mythische Riesenschlange der Inkas bezieht, unterstrich den mystischen und transportierenden Charakter des Konzepts.
Die kritische Betrachtung: Temporarität und praktische Einschränkungen
Der wohl größte Nachteil des Amaru ist seine Vergänglichkeit. Als Pop-up-Konzept war es nur für die Wintersaison geöffnet und ist derzeit geschlossen. Dies ist für potenzielle Gäste, die von den begeisterten Berichten hören, eine erhebliche Enttäuschung. Die Information, dass das Restaurant "dauerhaft geschlossen" oder "vorübergehend geschlossen" ist, kann verwirrend sein, spiegelt aber die Realität eines saisonalen Betriebs wider. Das Kulm Hotel hat angekündigt, für die kommende Wintersaison 2024/25 ein neues Konzept zu präsentieren, was die Hoffnung auf ein ähnlich hochkarätiges Erlebnis weckt, aber gleichzeitig bedeutet, dass das gefeierte Amaru in seiner bekannten Form nicht mehr existiert. Dies macht es zu einem exklusiven Geheimtipp für diejenigen, die es erleben durften, aber zu einem unerreichbaren Ziel für zukünftige Besucher.
Ein weiterer kritischer Punkt ist die mangelnde Barrierefreiheit. Das Fehlen eines rollstuhlgerechten Zugangs ist ein erheblicher Mangel, der einen Teil der potenziellen Kundschaft von vornherein ausschließt und nicht den modernen Standards eines Luxushotels entspricht. Darüber hinaus wurde in den Bewertungen der hohe Preis erwähnt. Zwar empfanden die Gäste das Erlebnis als jeden Franken wert, doch die Anmerkung, man solle vorsichtshalber "BIZ Kohle mitbringen", deutet auf ein Preisniveau hin, das klar im obersten Segment angesiedelt ist und für viele Budgets nicht in Frage kommt.
Fazit: Eine unvergessliche, aber flüchtige Erfahrung
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Amaru im Kulm Hotel ein Paradebeispiel für eine außergewöhnliche gastronomische Erfahrung war. Die Kombination aus der brillanten, kreativen Gourmetküche von Claudia Canessa, dem herausragenden Service unter Ruben und einem einzigartigen Ambiente schuf ein unvergessliches Gesamtkunstwerk. Die zahlreichen Fünf-Sterne-Bewertungen und die lobenden Worte der Kritiker sprechen für sich. Die positiven Aspekte, wie die vegetarischen Optionen und die exzellente Weinkarte, rundeten das Angebot ab. Dem gegenüber stehen jedoch die gewichtigen Nachteile: seine Existenz als zeitlich begrenztes Pop-up, der hohe Preis und die fehlende Barrierefreiheit. Für Feinschmecker, die auf der Suche nach einem einzigartigen kulinarischen Erlebnis sind, war das Amaru ein absolutes Muss. Nun bleibt die Spannung, welches Konzept das Kulm Hotel als Nächstes präsentieren wird, um das Erbe dieses gefeierten peruanischen Juwels fortzuführen.