Altes Bad Pfäfers
ZurückDas Alte Bad Pfäfers ist weit mehr als nur ein Restaurant; es ist eine Institution, die Gastronomie, Geschichte und Natur auf eine Weise verbindet, die in der Schweiz nur selten zu finden ist. Eingebettet am Eingang der mystischen Taminaschlucht, wo das berühmte 36,5 Grad warme Thermalwasser entspringt, bietet dieser Ort ein vielschichtiges Erlebnis, das weit über ein gewöhnliches Essen gehen hinausgeht. Doch bei aller Faszination, die von diesem historischen Ort ausgeht, gibt es einen wesentlichen und kritischen Punkt, den jeder potenzielle Besucher kennen muss: Das Alte Bad Pfäfers ist bis auf Weiteres geschlossen. Diese Tatsache überschattet die vielen positiven Aspekte und stellt die grösste Enttäuschung für Interessierte dar.
Ein Blick auf das gastronomische Versprechen
Wenn das Restaurant in Betrieb ist, steht es für eine authentische und rustikale Schweizer Küche, die von Besuchern durchweg gelobt wird. In den Rezensionen ist oft von "ausgezeichnetem, preisgünstigem Essen" und einer "hervorragenden Bedienung" die Rede. Das Ambiente wird als "fantastische historische Umgebung" beschrieben, was das kulinarische Esserlebnis zusätzlich bereichert. Die Speisekarte konzentrierte sich auf gutbürgerliche und regionale Köstlichkeiten, ergänzt durch Weine aus der nahen Bündner Herrschaft. Die Räumlichkeiten boten für jeden Anlass den passenden Rahmen: von der gemütlichen Gaststube für ein saisonales Mittagessen über ein Selbstbedienungs-Bistro für den schnellen Imbiss bis hin zum festlichen Belle Époque-Saal, der Platz für bis zu 120 Personen bei Banketten und Feierlichkeiten bot. Auch die Organisation von Anlässen für grössere Gruppen, wie eine Gruppe von 28 Personen bestätigte, funktionierte reibungslos mit "super Kommunikation". Diese positiven Rückmeldungen zeichnen das Bild eines Gastronomiebetriebs, der hohe Qualität in Service und Küche in einem unvergleichlichen historischen Ambiente bot.
Mehr als nur eine Mahlzeit: Eine Reise in die Vergangenheit
Der eigentliche Star des Ortes, wie ein Besucher es treffend formulierte, ist jedoch das Gebäude selbst und seine tiefgreifende Geschichte. Das Alte Bad Pfäfers ist das älteste erhaltene Barockbad der Schweiz und seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1240 zurück, als die Heilquelle entdeckt wurde. Ein Restaurantbesuch hier war immer auch eine kulturelle Entdeckungsreise. Das Gebäude beherbergt mehrere Museen, die kostenlos zugänglich sind:
- Das Museum Badgeschichte, das die Entwicklung des Badens von den Anfängen bis heute dokumentiert.
- Das Museum Kloster Pfäfers, das die enge Verbindung zum nahegelegenen Benediktiner-Kloster aufzeigt.
- Eine Paracelsus-Gedenkstätte, die dem berühmten Arzt gewidmet ist, der 1535 als erster Badearzt hier wirkte.
Besucher konnten über mehrere Stockwerke in die Vergangenheit eintauchen, die alte Küche, historische Stuben und Zimmer und sogar den beeindruckenden, selbsttragenden Holzdachstuhl aus dem Barockbau von 1624 erkunden. Diese Verbindung von Gastronomie und lebendiger Geschichte machte das Alte Bad Pfäfers zu einem einzigartigen Ausflugsrestaurant.
Lage und Erreichbarkeit
Die Lage in der Taminaschlucht ist spektakulär, aber auch eine Herausforderung. Das Restaurant ist nicht direkt mit dem Auto erreichbar, was den besonderen Charakter des Ortes unterstreicht. Besucher haben zwei Möglichkeiten: eine malerische, etwa 90-minütige Wanderung mit einem Anstieg von rund 200 Höhenmetern oder eine bequeme Fahrt mit dem Schluchtenbus ab Bad Ragaz Post. Diese eingeschränkte Erreichbarkeit trug zur ruhigen und abgeschiedenen Atmosphäre bei, könnte aber für manche Besucher als Nachteil empfunden werden. Für Wanderer und Naturliebhaber war es jedoch der perfekte Abschluss oder Höhepunkt einer Tour durch die Schlucht.
Der entscheidende Nachteil: Die Schliessung
Trotz der herausragenden Bewertungen und des einzigartigen Konzepts ist die Realität ernüchternd. Sowohl die bereitgestellten Informationen als auch die offizielle Webseite bestätigen, dass der Betrieb "bis auf Weiteres geschlossen" ist. Die Datenlage ist hierzu uneinheitlich, da teils von einer temporären Schliessung, teils von einer permanenten die Rede ist. Die offizielle Kommunikation spricht von einer unbestimmten Schliessungsdauer aufgrund eines Pächterwechsels. Für potenzielle Kunden ist dies die wichtigste und zugleich negativste Information. Jede Planung eines Besuchs, einer Feier oder auch nur eines einfachen Mittagessens ist derzeit unmöglich. Es ist enttäuschend, dass ein Ort mit solch hohem Ansehen und kultureller Bedeutung der Öffentlichkeit gastronomisch nicht zur Verfügung steht. Dies macht alle positiven Aspekte – das exzellente Essen, den guten Service und das historische Flair – vorerst irrelevant. Interessenten, die eines der guten Restaurants der Region suchen, müssen sich anderweitig orientieren und können nur hoffen, dass dieser historische Schatz bald wieder mit neuem Leben erfüllt wird. Es wird dringend empfohlen, vor jeder Anreise die offizielle Webseite zu konsultieren, um über eine mögliche Wiedereröffnung informiert zu sein.