Asmara Restaurant
ZurückDas Asmara Restaurant in der Zähringerstrasse 40 in Bern ist ein Lokal, das bei seinen Gästen starke und überwiegend positive Eindrücke hinterlässt. Es hat sich auf die eritreische Küche spezialisiert, die eng mit der äthiopischen verwandt ist und ein gemeinschaftliches Esserlebnis in den Mittelpunkt stellt. Doch bevor man in den Genuss der Speisen kommt, steht man vor einer Besonderheit, die das Restaurant von vielen anderen unterscheidet: seiner Lage.
Ein versteckter Zugang und das Ambiente
Mehrere Besucher beschreiben den ersten Eindruck als gewöhnungsbedürftig. Der Eingang zum Restaurant teilt sich den Zugang mit einer Tiefgarage, was zunächst einen etwas ungewöhnlichen, von manchen als "shady" empfundenen Eindruck erwecken kann. Das Lokal selbst befindet sich im Untergeschoss und wird durch Kellerfenster beleuchtet. Dieses Ambiente wird von Gästen als weniger geeignet für ein romantisches Abendessen oder formelle Anlässe beschrieben. Es ist ein schlichter, funktionaler Raum, in dem der Fokus eindeutig nicht auf einer aufwendigen Dekoration, sondern auf dem kulinarischen Angebot liegt. Wer also ein Restaurant in Bern mit elegantem Flair sucht, wird hier möglicherweise nicht fündig. Wer sich jedoch auf das Erlebnis einlässt, wird oft positiv überrascht.
Die kulinarische Erfahrung: Authentizität auf dem Teller
Sobald das Essen serviert wird, tritt das unkonventionelle Ambiente in den Hintergrund. Die Küche ist der unbestrittene Star des Asmara Restaurants. Gäste loben wiederholt den "unglaublich leckeren" und "fantastischen" Geschmack der Gerichte. Die Grundlage vieler Speisen ist Injera, ein weiches, schwammartiges und leicht säuerliches Fladenbrot, das aus Teffmehl hergestellt wird. Es dient gleichzeitig als Teller und Besteck: Man reisst Stücke vom Injera ab und greift damit die verschiedenen Eintöpfe und Beilagen.
Die Speisekarte, die online bei Lieferdiensten eingesehen werden kann, bietet eine gute Auswahl an traditionellen Gerichten. Dazu gehören:
- Zighni: Ein würziger Rindfleischeintopf, der oft als Nationalgericht gilt und mit der scharfen Gewürzmischung Berbere zubereitet wird.
- Tibsi: Gebratene Fleischstücke (oft Lamm oder Rind) mit Zwiebeln, Paprika und Gewürzen. Es gibt sowohl scharfe (Keyh) als auch milde (Tsada) Varianten.
- Kitfo: Eine Art Tatar aus magerem, gehacktem Rindfleisch, das mit gewürzter Butter (Niter Kibbeh) und Mitmita (einer weiteren scharfen Gewürzmischung) verfeinert wird.
- Derho: Ein Hühnereintopf, der ebenfalls in einer reichhaltigen, würzigen Sauce langsam gegart wird.
Diese Fleischgerichte werden typischerweise auf einer grossen Injera-Platte serviert, umgeben von verschiedenen vegetarischen Beilagen wie Linsenpüree (Shiro), Kichererbseneintopf, Weisskohl oder Spinat. Diese Art des Servierens macht das Essen gehen zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis, da sich alle am Tisch von derselben Platte bedienen.
Starke Präsenz von veganen und vegetarischen Optionen
Ein besonders hervorzuhebender Punkt ist das Angebot für Gäste, die auf Fleisch verzichten. Die vegane Optionen werden explizit gelobt und als "fantastisch" beschrieben. Die eritreische Küche ist traditionell reich an fleischlosen Gerichten, die während der Fastenzeiten der orthodoxen Kirche entwickelt wurden. Gerichte wie Shiro (ein Brei aus Kichererbsenmehl) oder verschiedene Gemüse- und Linseneintöpfe ("Wots") sind von Natur aus oft vegan und fester Bestandteil der Speisekarte. Dies macht das Asmara Restaurant zu einer ausgezeichneten Wahl für gemischte Gruppen, in denen verschiedene Ernährungsweisen berücksichtigt werden müssen.
Service und praktische Aspekte
Das Asmara Restaurant bietet eine bemerkenswerte Flexibilität, die den modernen Bedürfnissen der Kunden entgegenkommt. Neben dem klassischen Dine-in-Erlebnis gibt es auch die Möglichkeit, das Essen als Essen zum Mitnehmen (Takeaway) zu bestellen, was von Gästen, die vielleicht nur das Essen ohne das spezielle Ambiente geniessen möchten, gerne genutzt wird. Darüber hinaus werden auch Lieferservice und Abholung am Strassenrand (Curbside Pickup) angeboten, was den Zugang zu den authentischen Speisen weiter erleichtert.
Ein weiterer grosser Vorteil sind die aussergewöhnlich langen und durchgehenden Öffnungszeiten. Das Lokal ist an sieben Tagen in der Woche von 11:30 Uhr bis 00:30 Uhr geöffnet. Diese Konstanz ist ein erheblicher Pluspunkt und bietet sowohl für ein spätes Mittagessen als auch für ein nächtliches Verlangen nach einem warmen, würzigen Mahl eine verlässliche Anlaufstelle.
Was zukünftige Gäste wissen sollten
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Asmara Restaurant ein Geheimtipp Restaurant für Liebhaber von authentischer, geschmacksintensiver Küche ist. Es ist ein Ort, der beweist, dass man ein Buch nicht nach seinem Einband – oder ein Restaurant nicht nach seinem Eingang – beurteilen sollte.
Stärken:
- Hervorragende und authentische Küche: Die Qualität und der Geschmack der Speisen werden durchweg als exzellent bewertet.
- Vielfältige Optionen: Eine breite Auswahl an Fleischgerichten sowie hochgelobte vegetarische und vegane Speisen.
- Flexible Dienstleistungen: Dine-in, Takeaway, Lieferservice und Abholung sind verfügbar.
- Grosszügige Öffnungszeiten: Täglich von mittags bis nach Mitternacht geöffnet.
Schwächen:
- Ungewöhnliches Ambiente: Die Lage im Untergeschoss mit Zugang durch eine Tiefgarage ist nicht jedermanns Sache und für besondere Anlässe weniger geeignet.
- Fokus auf das Wesentliche: Wer ein stilvolles Interieur und eine romantische Atmosphäre erwartet, könnte enttäuscht werden.
Für alle, die auf der Suche nach einem unvergesslichen kulinarischen Erlebnis sind und dabei mehr Wert auf den Inhalt des Tellers als auf die Eleganz des Raumes legen, ist das Asmara Restaurant eine klare Empfehlung und eine Bereicherung für das gastronomische Angebot, wenn man gut essen in Bern möchte.