Gastronomie HSG
ZurückDie Gastronomie HSG, zentral gelegen an der Dufourstrasse 50, ist weit mehr als nur ein Restaurant; sie ist der gastronomische Dreh- und Angelpunkt für Tausende von Studierenden und Mitarbeitenden der renommierten Universität St. Gallen. Als Hauptverpflegungsstätte, betrieben von der Genossenschaft Migros Ostschweiz, spielt sie eine entscheidende Rolle im täglichen Campusleben. Das Angebot reicht von frühmorgendlichem Frühstück über ein vielfältiges Mittagessen bis hin zu Snacks am Nachmittag und deckt damit die Bedürfnisse während eines langen Unitages ab. Doch die Meinungen über die Mensa gehen weit auseinander, was sich in einer durchschnittlichen Bewertung von 3,4 Sternen widerspiegelt. Für potenzielle Gäste, seien es neue Studierende oder Besucher der Universität, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Stärken und Schwächen dieses Betriebs.
Das kulinarische Angebot im Überblick
Das grundlegende Versprechen der Gastronomie HSG ist es, eine vielfältige Auswahl an frisch zubereiteten Speisen anzubieten, die ausgewogen, saisonal und wann immer möglich regional sind. Die offizielle Webseite wirbt mit täglichen Menüs, einem reichhaltigen Salat- und Dessertbuffet sowie regelmässigen Themenwochen, die für Abwechslung auf der Speisekarte sorgen sollen. Das Angebot umfasst explizit auch vegetarische Gerichte, was einem modernen Ernährungsbewusstsein Rechnung trägt. Die Öffnungszeiten sind auf den akademischen Alltag zugeschnitten: Von Montag bis Freitag ist von 07:00 bis 19:30 Uhr geöffnet, samstags von 08:00 bis 17:00 Uhr. Optionen für «Dine-in» und «Take-out» bieten Flexibilität für den schnellen Imbiss zwischen den Vorlesungen oder eine entspannte Mahlzeit vor Ort. Ein wesentlicher Pluspunkt ist die Barrierefreiheit, die durch einen rollstuhlgerechten Eingang gewährleistet wird.
Positive Stimmen und unbestreitbare Vorteile
Trotz der teils harschen Kritik gibt es auch zufriedene Kunden. Einige Stimmen heben hervor, dass das Essen für eine Mensa schmackhaft und der Preis absolut angemessen sei. In diesen Bewertungen wird oft das Personal gelobt, das als engagiert und freundlich wahrgenommen wird. Ein zentraler, nicht zu unterschätzender Vorteil ist die schiere Bequemlichkeit. Für Studierende ist die Gastronomie HSG das naheliegendste Restaurant in der Nähe, was lange Wege und Zeitverlust erspart. Die Möglichkeit, bereits morgens einen Kaffee zu bekommen und bis in den frühen Abend eine warme Mahlzeit zu erhalten, ist ein Service, der den anspruchsvollen Alltag an der HSG erheblich erleichtert.
Ein detaillierter Blick auf die Kritikpunkte
Die Mehrheit der online verfügbaren Rückmeldungen zeichnet jedoch ein kritisches Bild. Die Kritik lässt sich in mehrere Hauptbereiche unterteilen, die zusammengenommen den Eindruck eines unausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnisses erwecken.
Preisgestaltung und Portionsgrössen: Ein heikler Punkt
Der wohl am häufigsten genannte Kritikpunkt sind die Preise, die von vielen als überhöht empfunden werden. Beträge von 7 CHF für eine kleine Portion Pasta oder 9 CHF für etwa 150 Gramm Risotto werden als unangemessen für eine universitäre Einrichtung angesehen, in der die meisten Kunden ein begrenztes Budget haben. Der Unmut wird durch den direkten Vergleich mit anderen Bildungseinrichtungen verstärkt. So wird berichtet, dass das ebenfalls von Migros betriebene Catering an der nahegelegenen Fachhochschule Ost (FHO) durchweg günstigere Preise für Mahlzeiten, Getränke und Snacks anbietet. Diese Preisdifferenz führt zu Unverständnis und dem Gefühl, an der HSG unverhältnismässig stark zur Kasse gebeten zu werden. Eng damit verbunden ist die Kritik an den Portionsgrössen. Selbst in positiven Rezensionen wird angemerkt, dass die Portionen grösser sein könnten. Viele Studierende berichten, von einer Standardportion nicht satt zu werden, was den geforderten Preis noch fragwürdiger erscheinen lässt.
Qualität der Speisen: Zwischen Anspruch und Wirklichkeit
Während die offizielle Kommunikation von Frische und Qualität spricht, stehen die Erfahrungen einiger Gäste dazu im Widerspruch. Es gibt Berichte über Speisen, deren Qualität und Zubereitung zu wünschen übrig lassen. Konkret werden Beispiele genannt wie Spaghetti, die alt schmeckten und mit einer kaum vorhandenen Bolognese-Sauce serviert wurden, oder ein Risotto, das als geschmacklos und lauwarm beschrieben wird. Auch Fleischgerichte, wie ein Schweinebraten, wurden als «kaum geniessbar» kritisiert. Diese Einzelerfahrungen deuten auf mögliche Schwankungen in der Küchenleistung hin und untergraben das Vertrauen in ein durchgehend hohes Niveau. Selbst bei einfachen Produkten wie Sandwiches wird von liebloser Zubereitung berichtet, bei der Zutaten nicht sorgfältig verteilt, sondern als Ganzes im Brötchen platziert wurden.
Service und Rahmenbedingungen
Kleinere, aber dennoch ärgerliche Details runden das negative Bild ab. So wird erwähnt, dass Besteck nicht selbstverständlich bereitliegt, sondern explizit erfragt werden muss. Dies mag trivial erscheinen, trägt aber in der Summe zu einem Gefühl mangelnder Serviceorientierung bei. Ein weiterer, struktureller Kritikpunkt ist die Rolle der Gastronomie HSG als exklusiver Catering-Partner für Veranstaltungen an der Universität. Organisatoren von Events sind verpflichtet, das Catering der Migros zu nutzen, was als eine Form des Monopols empfunden wird und die freie Wahl des Anbieters verhindert. Diese Regelung wird von einigen als unverschämt kritisiert und trägt zum Gesamtbild eines Betriebs bei, der seine marktbeherrschende Stellung auf dem Campus möglicherweise zu stark ausnutzt.
Fazit: Bequemlichkeit versus Preis-Leistung
Die Gastronomie HSG präsentiert sich als ein Ort mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite steht ein unbestreitbar praktischer und zentraler Dienstleister, der mit langen Öffnungszeiten und einem breiten Basisangebot den Alltag von Studierenden und Mitarbeitenden erleichtert. Die Bemühungen um saisonale und vegetarische Gerichte sowie die Durchführung von Themenwochen zeigen den Willen, mehr als nur eine simple Kantine zu sein. Auf der anderen Seite steht eine lautstarke und detaillierte Kritik, die sich vor allem am Preis-Leistungs-Verhältnis entzündet. Die als zu hoch empfundenen Preise, kombiniert mit oft als zu klein bewerteten Portionen und einer schwankenden Lebensmittelqualität, führen bei vielen zu Enttäuschung. Der Vergleich mit anderen Mensen und das Gefühl einer Monopolstellung im Catering-Bereich verstärken diesen Eindruck. Für neue Besucher der Universität St. Gallen bedeutet dies: Wer ein schnelles, unkompliziertes und direkt auf dem Campus verfügbares günstiges Essen sucht, findet in der Gastronomie HSG eine funktionale Lösung. Wer jedoch ein überzeugendes kulinarisches Erlebnis erwartet und grossen Wert auf ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis legt, könnte enttäuscht werden und sollte eventuell externe Restaurants in Betracht ziehen.