Klubhaus Bar & Restaurant St. Gallen
ZurückDas Klubhaus Bar & Restaurant an der Klubhausstrasse 3 in St. Gallen ist ein Betrieb, der polarisiert. Es befindet sich in einem geschichtsträchtigen Gebäude aus dem Jahr 1888, das einst als Treffpunkt für Bahn- und Postangestellte diente und später jahrzehntelang als "Spanischer Klub" bekannt war. Seit 2022 wird es von neuen Pächtern betrieben, die ein panasiatisches Konzept mit moderner Küche und Sushi eingeführt haben. Diese Neuausrichtung in einem altehrwürdigen Haus verspricht ein spannendes Erlebnis, doch die Realität, wie sie von Gästen wahrgenommen wird, zeichnet ein sehr gemischtes Bild, das von grosser Begeisterung bis hin zu tiefer Enttäuschung reicht.
Einzigartiges Ambiente mit erheblichen Nachteilen
Einer der am häufigsten gelobten Aspekte des Klubhauses ist zweifellos sein besonderes Ambiente. Die Lage direkt hinter dem Hauptbahnhof St. Gallen ist äusserst zentral und bequem erreichbar. Das historische Gebäude selbst strahlt einen einzigartigen Charme aus, der durch die moderne Inneneinrichtung ergänzt wird. Das absolute Highlight ist die sogenannte "Secret Bar". Versteckt hinter einer antiken Standuhr, gelangt man durch Betätigen einer Klingel in eine kleine, exklusive Bar, die in der ehemaligen Kegelbahn des Hauses eingerichtet wurde. Dieses Detail ist aussergewöhnlich und verleiht dem Lokal einen Hauch von Exklusivität. Viele Besucher empfehlen, allein wegen dieser Bar vorbeizuschauen, und auch die Cocktails werden als gut bewertet.
Diese Einzigartigkeit hat jedoch ihre Schattenseiten, die das Erlebnis erheblich beeinträchtigen können. Ein wiederkehrender Kritikpunkt ist die miserable Akustik im Hauptspeisesaal. Wer einen ruhigen Abend für ein Gespräch oder ein romantisches Dinner plant, ist hier definitiv am falschen Ort. Der Lärmpegel wird als hoch beschrieben, was zwar für eine lebhafte Gruppe von Freunden passend sein mag, für andere jedoch als störend empfunden wird. Zusätzlich stehen die Tische sehr eng beieinander, was kaum Privatsphäre zulässt. Man sitzt quasi auf dem Schoss der Nachbarn, was den Komfort und die persönliche Atmosphäre stark einschränkt. Diese räumliche Enge, kombiniert mit der schlechten Akustik, schafft eine hektische und laute Umgebung, die nicht jedermanns Sache ist und dem ansonsten speziellen Ambiente schadet.
Die Küche: Ein Glücksspiel zwischen Qualität und Enttäuschung
Die Speisekarte des Klubhauses konzentriert sich auf moderne asiatische Gerichte, darunter Currys, Reis- und Nudelgerichte wie Phad Thai, Poke Bowls und Sushi. Das kulinarische Angebot ist also durchaus zeitgemäss und ansprechend. Auch die Portionsgrössen werden von einigen Gästen als grosszügig beschrieben, so dass mancher sogar Reste für den nächsten Tag mit nach Hause nehmen kann. Doch hier enden die Gemeinsamkeiten in den Bewertungen, denn die Qualität dessen, was auf den Teller kommt, scheint extremen Schwankungen zu unterliegen. Ein geplanter Restaurantbesuch wird so zu einem unkalkulierbaren Risiko.
Auf der negativen Seite stehen zahlreiche und detaillierte Berichte über gravierende Mängel in der Zubereitung. Ein Gast beschrieb sein Essen als teilweise ungeniessbar. Während der Tiefkühlfisch an sich von guter Qualität gewesen sei, waren die Beilagen eine Katastrophe: Die Kartoffeln schmeckten, als wären sie in reinem Salzwasser gekocht worden, und auch die Sauce war extrem versalzen. Ein anderer Gast erhielt seinen Fisch im Kern noch gefroren, ein Fehler, der zwar schnell behoben wurde, aber nicht hätte passieren dürfen. Ähnliche Erfahrungen wurden mit Vorspeisen gemacht, wie zum Beispiel halb gefrorenen Edamame und matschigen Frühlingsrollen, die offensichtlich direkt aus dem Tiefkühler kamen. Andere Gäste empfanden das Essen als geschmacklich bestenfalls durchschnittlich, vergleichbar mit einem einfachen Thai-Imbiss, jedoch zu deutlich höheren Preisen. Es fehle das "gewisse Etwas", die Finesse, die man in dieser Preisklasse erwarten würde. Ein weiteres Problem scheint die Temperatur der Speisen zu sein; Gerichte werden oft nur lauwarm serviert, was das kulinarisches Erlebnis weiter schmälert.
Servicequalität: Die Achillesferse des Klubhauses
Der wohl grösste und am häufigsten genannte Kritikpunkt ist die Servicequalität. Die Berichte über den Service sind alarmierend und zeichnen das Bild eines Betriebs mit massiven organisatorischen Problemen. Gäste berichten von extrem langen Wartezeiten, die jegliches akzeptable Mass überschreiten. Eine Wartezeit von über zwei Stunden auf den Hauptgang ist keine Seltenheit. In einem Fall warteten Gäste 30 Minuten nur auf die Speisekarte und verliessen das Restaurant nach zwei Stunden, ohne dass der Hauptgang überhaupt in Sicht war.
Das Personal wird dabei als unaufmerksam, überfordert, planlos und desinteressiert beschrieben. Entschuldigungen oder Erklärungen für die massiven Verzögerungen bleiben oft aus. Selbst bei einer geringen Gästeanzahl von unter 40 Personen scheint das Team überfordert zu sein. Dieses systematische Versagen im Service erstreckt sich auch auf die Grundlagen der Gastfreundschaft. So wurde berichtet, dass Gäste nach dem Essen über eine Stunde sitzen gelassen wurden, ohne dass jemand fragte, ob sie noch einen Kaffee, ein Dessert oder weitere Getränke wünschten. Auch Online-Reservationen scheinen nicht immer zuverlässig zu funktionieren, da Gäste trotz Reservierung keinen angemessenen Platz erhielten mit der Begründung, es sei "zu viel zu tun". Diese durchgehende Unprofessionalität im Service zerstört jegliches positive Ambiente und macht das Essen gehen zu einer frustrierenden Erfahrung.
Preis-Leistungs-Verhältnis in der Kritik
Angesichts der genannten Mängel in Küche und Service überrascht es nicht, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis von vielen Gästen als schlecht eingestuft wird. Die Preise im Klubhaus bewegen sich auf einem gehobenen Niveau, das eine entsprechende Qualität bei Speisen und Service voraussetzt. Wenn jedoch das Essen nur durchschnittlich schmeckt, teilweise ungeniessbar ist und der Service frustrierend langsam und unaufmerksam agiert, empfinden die Kunden die Kosten als überzogen und nicht gerechtfertigt. Die Aussage eines Gastes, das Essen sei "ein halbes Vermögen" für das, was es war, fasst die allgemeine Stimmung vieler enttäuschter Besucher treffend zusammen.
Fazit: Ein Ort der Gegensätze
Das Klubhaus Bar & Restaurant in St. Gallen ist ein Lokal mit zwei Gesichtern. Auf der einen Seite steht ein historisches Gebäude mit einem einzigartigen Charme und einer wirklich besonderen "Secret Bar", die einen Besuch wert sein kann. Die zentrale Lage ist ein weiterer Pluspunkt. Auf der anderen Seite stehen jedoch schwerwiegende und wiederholt auftretende Mängel, die einen Besuch zu einem Risiko machen. Potenzielle Gäste müssen sich auf eine laute, enge Atmosphäre, eine stark schwankende Essensqualität und vor allem auf eine inakzeptabel schlechte Servicequalität mit extremen Wartezeiten einstellen. Für einen Cocktail in der aussergewöhnlichen Bar mag es eine gute Wahl sein. Wer jedoch einen entspannten Abend mit durchgehend gutem Essen und aufmerksamem Service sucht, sollte sich unter den vielen anderen Restaurants in St. Gallen umsehen, da die Gefahr einer grossen Enttäuschung im Klubhaus derzeit erheblich scheint.