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Dorfbeiz im Hotel DISCHMA

Dorfbeiz im Hotel DISCHMA

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Promenade 128, 7260 Davos, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
8.4 (208 Bewertungen)

An der Promenade 128 in Davos befand sich einst ein Ort, der bei Einheimischen und Gästen gleichermassen für Gesprächsstoff sorgte: die Dorfbeiz im Hotel DISCHMA. Obwohl dieses Restaurant heute dauerhaft geschlossen ist, werfen die vielfältigen Erfahrungen seiner ehemaligen Besucher ein aufschlussreiches Licht auf seine Stärken und Schwächen. Es war ein Ort, der das Potenzial für einen wunderbaren Abend bot, aber auch die Gefahr einer Enttäuschung in sich barg. Eine Analyse der Rückmeldungen zeichnet das Bild eines Betriebs mit zwei sehr unterschiedlichen Gesichtern, insbesondere in Bezug auf die kulinarische Ausrichtung, den Service und die Preisgestaltung.

Ein Fokus auf authentische Bündner Küche

Das kulinarische Herzstück der Dorfbeiz war unbestreitbar die regionale Spezialitäten-Küche, die tief in der Tradition Graubündens verwurzelt war. Für viele Gäste war dies der Hauptgrund für einen Besuch. Die Speisekarte bot eine authentische Reise durch die Aromen der Alpen, wobei besonders drei Gerichte immer wieder hervorgehoben wurden: Gerstensuppe, Pizokel und Capuns. Diese Klassiker der Bündner Küche wurden von Kennern als aussergewöhnlich gut beschrieben. Ein Gast ging sogar so weit zu behaupten, er habe diese traditionelle Gerichte auf seiner gesamten Rundreise nirgendwo besser bekommen. Dies deutet darauf hin, dass die Küche ein hohes Mass an Handwerkskunst und ein tiefes Verständnis für die regionalen Produkte besass.

Die Capuns, eine Delikatesse aus in Mangoldblätter gewickeltem Spätzleteig, angereichert mit Kräutern und Trockenfleisch, waren offenbar ein Highlight. Ebenso die Pizokel, eine Art Bündner Spätzle, die oft mit Käse, Gemüse oder Speck serviert werden. Auch die wärmende Gerstensuppe fand grossen Anklang und wurde als geschmacklich hervorragend gelobt. Selbst Gäste, die nur eine Kleinigkeit wollten, konnten die Suppe problemlos teilen, was auf eine gewisse Flexibilität hindeutete. Für Liebhaber der Schweizer Küche war die Dorfbeiz somit eine erstklassige Adresse, um in die währschafte und ehrliche Kochkunst der Region einzutauchen. Die Portionen wurden zwar von manchen zuerst als klein empfunden, stellten sich aber als überraschend sättigend heraus, was für die Reichhaltigkeit der Speisen spricht.

Mehr als nur Tradition

Neben den traditionellen Pfeilern der Karte zeigte die Dorfbeiz auch eine kreative und moderne Seite. Besonders die "Tatar Wochen" waren ein wiederkehrendes Ereignis, das von Stammgästen hochgelobt wurde. Ein Gast beschrieb seine Erfahrung mit einer Vorspeisenportion Lachs-Tatar und einer asiatischen Variante als "Spitzenklasse". Die schöne Präsentation, die exzellente Würzung und der grossartige Geschmack zeugen davon, dass die Küche auch über den Tellerrand der traditionellen Rezepte hinausschauen konnte. Weiterhin wurde positiv vermerkt, dass die Speisekarte sowohl für Fleischliebhaber als auch für Vegetarier ansprechende Optionen bot, was die Auswahl für gemischte Gruppen erleichterte und das Restaurant einem breiteren Publikum zugänglich machte.

Die grosse Kluft: Service und Ambiente

Während das Essen oft auf höchstem Niveau gelobt wurde, war der Service eine ganz andere Geschichte – und der wohl grösste Schwachpunkt des Betriebs. Die Erfahrungen der Gäste könnten hier nicht weiter auseinandergehen. Auf der einen Seite berichten Besucher von einem "tollen, zuvorkommenden Service" und einer "äusserst freundlichen" Begrüssung und Bedienung. Diese Gäste fühlten sich willkommen und gut aufgehoben, was zu einem rundum gelungenen Abendessen beitrug. Das Ambiente wurde in diesen Fällen als "gemütlich" beschrieben, auch wenn das Interieur von aussen als eher unscheinbar und innen als etwas dunkel wahrgenommen wurde. Für diese Besucher war die Atmosphäre stimmig und trug zum positiven Gesamterlebnis bei.

Auf der anderen Seite steht jedoch eine scharfe Kritik, die ein komplett gegenteiliges Bild zeichnet. Ein Gast, der zum Mittagessen einkehrte, fühlte sich von einer "nicht sehr freundlichen" Bedienung regelrecht "abgefertigt". Der Eindruck entstand, dass die Anwesenheit von Kunden eher als störend empfunden wurde. Diese fehlende Gastfreundschaft überschattete die an sich als qualitativ "ganz OK" bewertete Mahlzeit vollständig. Diese extreme Diskrepanz in der Servicequalität deutet auf ein erhebliches Managementproblem hin. Für einen potenziellen Kunden war ein Besuch in der Dorfbeiz offenbar ein Glücksspiel: Man konnte entweder einen charmanten und aufmerksamen Service erleben oder auf desinteressiertes und unfreundliches Personal treffen. Diese Unberechenbarkeit ist für jedes Restaurant, das auf wiederkehrende Gäste angewiesen ist, problematisch.

Das umstrittene Preis-Leistungs-Verhältnis

Ähnlich gespalten wie beim Service waren die Meinungen über das Preis-Leistungs-Verhältnis. Einige Gäste empfanden es als "TOP" und waren mit dem, was sie für ihr Geld bekamen, vollkommen zufrieden. Dies galt vermutlich vor allem dann, wenn sowohl das Essen als auch der Service überzeugten und der Abend zu einem stimmigen Gesamterlebnis wurde. In diesen Fällen schien der Preis für die gebotene Qualität und die authentischen Gerichte gerechtfertigt.

Jedoch gab es auch hier eine laute Gegenstimme, die eine "willkürliche" Preisgestaltung anprangerte. Während der Preis für eine grosse Portion Gerstensuppe als angemessen empfunden wurde, erschien ein Betrag von 9 Franken für einen kleinen, einfachen Blattsalat als Vorspeise als "viel zu teuer". Auch der Preis für Mineralwasser wurde als stattlich kritisiert. Die Endrechnung von rund 30 Franken für einen kleinen Salat, eine Suppe und ein Getränk wurde als schlechtes Geschäft empfunden. Diese Kritik legt nahe, dass die Preisstruktur nicht durchgehend nachvollziehbar war. Während die Hauptgerichte vielleicht fair kalkuliert waren, könnten die Preise für Beilagen, Vorspeisen und Getränke unverhältnismässig hoch angesetzt worden sein, um die Marge zu erhöhen – eine Praxis, die bei Gästen oft zu Unmut führt.

Ein Fazit aus der Vergangenheit

Die Dorfbeiz im Hotel DISCHMA ist ein Lehrstück darüber, wie ein Restaurant trotz einer exzellenten und authentischen Küche an grundlegenden Aspekten des Gastgewerbes scheitern kann. Die Leidenschaft für regionale Spezialitäten und die Fähigkeit, die Bündner Küche auf hohem Niveau zu präsentieren, waren unbestreitbar vorhanden. Es war ein Ort, an dem man das kulinarische Erbe von Davos geniessen konnte. Doch die Inkonsistenz im Service und die fragwürdige Preisgestaltung bei bestimmten Posten trübten das Gesamtbild erheblich. Die Tatsache, dass das Restaurant nun dauerhaft geschlossen ist, während das Hotel Dischma weiterhin Gäste empfängt, mag ein Indiz dafür sein, dass diese internen Schwächen letztlich nicht überwunden werden konnten. Für die Davoser Gastronomieszene bleibt die Dorfbeiz eine Erinnerung an ein Lokal mit grossem Potenzial, das seine Versprechen nicht immer einlösen konnte.

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