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Bergrestaurant Jatzmeder, Berghostel Rinerhorn

Bergrestaurant Jatzmeder, Berghostel Rinerhorn

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Landwasserstrasse 49, 7277 Davos, Schweiz
Park Restaurant Schweizerisches Restaurant
8.2 (488 Bewertungen)

Das Bergrestaurant Jatzmeder am Rinerhorn in Davos war über viele Jahre ein zentraler Anlaufpunkt für Wanderer, Skifahrer und Familien. Direkt an der Bergstation der Rinerhornbahn gelegen, bot es nicht nur eine bequeme Einkehrmöglichkeit, sondern auch eine beeindruckende Aussicht auf die Bündner Bergwelt. Heute jedoch stehen Besucher vor verschlossenen Türen. Die offizielle Information lautet "dauerhaft geschlossen", was das Ende einer Ära für die Gastronomie am Rinerhorn markiert und bei vielen Stammgästen Bedauern auslöst.

Ein Rückblick auf die Glanzzeiten des Jatzmeder

Um die Bedeutung des Jatzmeder zu verstehen, muss man sich seine Stärken vor Augen führen. Das Restaurant war weit mehr als nur ein Ort zum Essen gehen; es war ein umfassendes Bergerlebnis. Besonders für Familien bot es einen erheblichen Mehrwert, der es von anderen Bergrestaurants abhob.

Ein Paradies für Familien

Einer der grössten Pluspunkte war zweifellos das Angebot für Kinder. Während viele Bergrestaurants sich auf die kulinarische Versorgung konzentrieren, schuf das Jatzmeder eine Umgebung, in der sich auch die jüngsten Gäste wohlfühlten. Direkt neben der grossen Sonnenterrasse befand sich ein weitläufiger Spielplatz, der mit einer Hüpfburg, Trampolinen und sogar einer kleinen Zipline ausgestattet war. Ein besonderes Highlight war der Streichelzoo, der Kinderherzen höherschlagen liess. Diese durchdachte Ausrichtung machte das Restaurant zu einem idealen Ausflugsziel und qualifizierte es als äusserst familienfreundliches Restaurant. Eltern konnten auf der Terrasse entspannen und die Aussicht geniessen, während ihre Kinder sicher und gut unterhalten spielten.

Lage, Aussicht und Ambiente

Die Lage direkt an der Bergstation war unschlagbar praktisch. Ohne lange Fussmärsche erreichte man das Restaurant und konnte sofort auf der grosszügigen Sonnenterrasse Platz nehmen. Von dort aus bot sich ein Panoramablick über zahlreiche Bündner Bergspitzen, der bei schönem Wetter schlichtweg atemberaubend war. Das Ambiente war rustikal und gemütlich, wie es sich für ein Bergrestaurant gehört. Mit über 300 Sitzplätzen im Innen- und Aussenbereich fand sich auch an gut besuchten Tagen meist ein Platz. Das Personal wurde in vielen Bewertungen als überaus freundlich und hilfsbereit beschrieben, was massgeblich zu einer positiven Restaurantbewertung beitrug. Spezielle Events wie Fondue- und Raclette-Abende oder der "Spaghetti Plausch" im Winter, oft in Verbindung mit Nachtskifahren und Nachtschlitteln, sorgten für zusätzliche Anziehungskraft.

Die kritische Betrachtung: Nicht alles war perfekt

Trotz der vielen positiven Aspekte gab es auch wiederkehrende Kritikpunkte, die in einer ehrlichen Analyse nicht fehlen dürfen. Diese Schwächen trübten das Gesamterlebnis für einige Besucher und waren häufig Gegenstand von Diskussionen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Der wohl am häufigsten genannte Kritikpunkt war das hohe Preisniveau. Zwar ist es allgemein bekannt, dass die Preise in Bergrestaurants aufgrund der aufwendigen Logistik höher sind, doch im Jatzmeder empfanden viele Gäste die Kosten als überzogen. Ein konkretes Beispiel aus einer Bewertung verdeutlicht dies: Zwei Mandelstangen, eine kleine Portion Pommes Frites und zwei 5-Deziliter-Getränke kosteten zusammen 36 Schweizer Franken. Auch ein Preis von 5 Franken für einen halben Liter Mineralwasser wurde als zu hoch empfunden. Solche Preise machten einen Familienausflug schnell zu einer kostspieligen Angelegenheit und führten dazu, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis oft als mässig bewertet wurde.

Betriebskonzept und Infrastruktur

Das Jatzmeder wurde als Selbstbedienungsrestaurant geführt. Die Bestellung wurde zwar an den Tisch geliefert, was ein angenehmer Service war, doch das Konzept der Selbstbedienung entspricht nicht jedermanns Vorstellung von einem entspannten Esserlebnis. Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Mangel war die Erreichbarkeit der Toiletten. Diese befanden sich im Untergeschoss und waren nur über eine steile Treppe zugänglich. Für ältere Menschen, Personen mit eingeschränkter Mobilität oder Familien mit kleinen Kindern stellte dies eine erhebliche Hürde dar und war ein klarer Nachteil in der Infrastruktur.

Das Ende einer Ära: Die Gründe für die Schliessung

Die Nachricht von der dauerhaften Schliessung des Bergrestaurants Jatzmeder und des zugehörigen Berghostels Rinerhorn kam für viele überraschend. Betrieben von den Davos Klosters Bergbahnen AG, war das Haus eine feste Grösse in der Region. Recherchen deuten darauf hin, dass wirtschaftliche Überlegungen und ein erheblicher Investitionsstau zu dieser Entscheidung führten. Der Betrieb eines so grossen Hauses in dieser Höhenlage ist mit enormen Kosten verbunden. Vermutlich standen die notwendigen Investitionen in die veraltete Infrastruktur in keinem Verhältnis mehr zum erzielbaren Ertrag. Die Schliessung ist somit ein bedauerliches, aber aus unternehmerischer Sicht nachvollziehbares Resultat der wirtschaftlichen Realitäten in der Berggastronomie. Die Zukunft des Gebäudes ist derzeit ungewiss und hinterlässt eine spürbare Lücke im Angebot am Rinerhorn.

Fazit: Was vom Jatzmeder in Erinnerung bleibt

Das Bergrestaurant Jatzmeder wird vielen als ein Ort mit zwei Gesichtern in Erinnerung bleiben. Auf der einen Seite stand das fantastische Angebot für Familien, die unvergleichliche Aussicht und die gemütliche Atmosphäre, die es zum besten Restaurant für einen unkomplizierten Tag am Berg machten. Auf der anderen Seite standen die hohen Preise und infrastrukturelle Mängel, die das Erlebnis schmälerten. Seine Schliessung ist ein Verlust für die Tourismusdestination Davos, insbesondere für Familien, die hier einen einzigartigen Ort der Begegnung und des Vergnügens fanden. Es bleibt die Erinnerung an ein Restaurant in der Nähe der Bergstation, das über Jahrzehnte hinweg die Landschaft am Rinerhorn prägte und unzähligen Gästen als Ausgangspunkt oder Ziel ihrer Bergabenteuer diente.

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