Mikuriya

Mikuriya

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Kurhausstrasse 65, 8032 Zürich, Schweiz
Restaurant Sushi-Restaurant
9.4 (24 Bewertungen)

Im renommierten Hotel The Dolder Grand befindet sich ein gastronomisches Juwel, das sich von vielen anderen abhebt: das Mikuriya. Dieses Restaurant ist keine gewöhnliche Speisestätte; es ist ein exklusives Ziel für Liebhaber der authentischen japanischen Küche, das sich voll und ganz der Tradition des Omakase verschrieben hat. Der Name „Mikuriya“ selbst bedeutet „Küche, in der das Essen für besondere Gäste zubereitet wird“, und dieser Anspruch wird hier bis ins kleinste Detail gelebt. Geführt wird dieses intime Lokal von Chef Atsushi Hiraoka, einem Meister seines Fachs mit über 30 Jahren Erfahrung in Japan und der Schweiz, dessen Ruf ihm vorauseilt.

Ein intimes und persönliches kulinarisches Erlebnis

Das Konzept des Mikuriya ist auf höchste Exklusivität und persönlichen Kontakt ausgelegt. Mit nur sieben oder acht Sitzplätzen direkt an einer Theke erleben die Gäste hautnah, wie Chef Hiraoka mit höchster Präzision und Hingabe ein vielgängiges Menü zubereitet. Diese Nähe schafft einen kulinarischen Dialog zwischen Koch und Gast, eine Erfahrung, die in grösseren Restaurants kaum möglich ist. Die Atmosphäre wird als minimalistisch, elegant und sehr privat beschrieben; Gäste werden am Empfang des Hotels abgeholt und diskret in eine umgebaute Suite im vierten Stock begleitet, was dem Ganzen den Charakter eines geheimen Clubs verleiht. Das kulinarische Erlebnis dauert oft mehrere Stunden, in denen die Gäste auf eine Reise durch die Aromen und Texturen der japanischen Hochküche mitgenommen werden.

Die Begeisterung vieler Gäste ist greifbar. Einige beschreiben den Abend als „absolut episch“ und als ein „kulinarisches Feuerwerk“. Besonders hervorgehoben wird die Kunst von Chef Hiraoka. Ein Gast reiste ihm sogar extra aus Bern nach, nur um erneut von ihm bekocht zu werden, und bezeichnete sein Handwerk als unübertroffen in der Schweiz. Die Qualität, der Geschmack und die Harmonie der Gänge werden in den höchsten Tönen gelobt. Auch der Service findet grossen Anklang: Das Personal wird als herzlich, professionell und äusserst kompetent beschrieben, insbesondere was die Kenntnisse über Sake, Whisky und Tee betrifft. Die empfohlene Sake-Begleitung, zusammengestellt von der Sommelière Lisa Bader, wird als perfekte Ergänzung zu den Speisen angesehen und bietet Zugang zu exklusiven, direkt aus Japan importierten Sorten.

Die Kehrseite der Exklusivität: Preis und potenzielle Inkonsistenzen

Ein Besuch im Mikuriya ist zweifellos eine bedeutende Investition. Das Omakase-Menü hat einen stolzen Preis von rund 300 CHF pro Person, ohne Getränke. Eine Rechnung für zwei Personen kann mit Sake-Begleitung und Wasser schnell die Marke von 1.000 CHF erreichen. Bei einem derart hohen Preis sind die Erwartungen der Gäste naturgemäss extrem hoch – und hier zeigt sich ein gespaltenes Bild.

Während viele Besucher von einem perfekten Abend schwärmen, gibt es auch kritische Stimmen, die von einer enttäuschenden Erfahrung berichten. Eine detaillierte Bewertung schildert erhebliche Mängel, die in einem Gourmet-Restaurant dieses Kalibers nicht vorkommen dürften. So wurde die Frische einiger zentraler Zutaten bemängelt, darunter Abalone, die als bitter und beinahe verdorben beschrieben wurde, sowie ein Weissfisch im Sushi-Gang. Auch das hochgelobte A5-Wagyu-Rind konnte nicht überzeugen, da die dazugehörige Sauce als unausgewogen und mit einem unangenehmen Nachgeschmack empfunden wurde. Beide Hauptgerichte seien fast unberührt zurückgegangen.

Weitere Kritikpunkte betrafen die Zubereitung des Sushi-Reises, der als zu feucht, zu sauer und zerfallend beschrieben wurde. Selbst das Dessert wurde als mittelmässig und ohne Bezug zur japanischen Küche kritisiert. Solche Berichte deuten darauf hin, dass die Qualität möglicherweise nicht immer konstant auf dem höchsten Niveau liegt. Für einen Gast, der eine erhebliche Summe investiert, kann eine solche Erfahrung das Preis-Leistungs-Verhältnis stark in Frage stellen und zu grosser Enttäuschung führen.

Planung ist alles: Die Herausforderung der Reservierung

Wer sich selbst ein Bild vom Mikuriya machen möchte, muss sich auf eine erhebliche Wartezeit einstellen. Einen Tisch zu bekommen, ist notorisch schwierig. In Gästebewertungen ist von einer Vorlaufzeit von fünf bis sechs Monaten die Rede. Diese enorme Nachfrage unterstreicht den exklusiven Status des Restaurants, macht einen spontanen Besuch aber unmöglich. Die Öffnungszeiten sind zudem stark eingeschränkt – das Restaurant öffnet nur an wenigen Abenden in der Woche (typischerweise von Mittwoch oder Donnerstag bis Samstag), was die Verfügbarkeit weiter limitiert. Eine frühzeitige und sorgfältige Planung ist daher unerlässlich.

Fazit: Ein exklusives Wagnis für anspruchsvolle Gaumen

Das Mikuriya im Dolder Grand ist unbestreitbar ein Ort der Superlative. Es bietet die seltene Gelegenheit, die Kunst eines japanischen Meisters in einem äusserst intimen Rahmen zu erleben. Für viele ist es ein unvergessliches Abendessen, das seinen hohen Preis durch Perfektion in Produkt, Handwerk und Service rechtfertigt. Die Auszeichnung mit 17 Gault-Millau-Punkten bestätigt diesen hohen Anspruch. Gleichzeitig zeigen vereinzelte, aber detaillierte Kritiken, dass selbst in dieser Preisklasse das Risiko einer inkonsistenten Leistung besteht. Potenzielle Gäste sollten sich dieser Dualität bewusst sein: Sie buchen die Chance auf ein möglicherweise einmaliges kulinarisches Highlight, müssen aber auch bereit sein, den Premium-Preis für ein Erlebnis zu zahlen, das in seltenen Fällen den extrem hohen Erwartungen vielleicht nicht vollständig gerecht wird. Es ist ein Ziel für besondere Anlässe, für Kenner, die das Omakase-Ritual zelebrieren und bereit sind, sich voll und ganz auf das Wagnis einzulassen.

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