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Wasserngrat Gipfel des Genusses

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Bissedüriweg 16, 3780 Saanen, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
9.2 (317 Bewertungen)

Auf dem Bissedüriweg in Saanen, auf einer Höhe von rund 1.920 Metern, befand sich ein Restaurant, das mehr als nur ein Ort zum Essen war: das Wasserngrat, auch bekannt als „Gipfel des Genusses“. Dieser Name war nicht nur Marketing, sondern für viele Jahre ein Versprechen, das eingelöst wurde. Heute steht fest, dass dieses spezielle Bergrestaurant seine Türen in seiner bekannten Form dauerhaft geschlossen hat. Die offizielle Webseite kündigt einen Neubau an, was das Ende einer Ära markiert. Für unzählige Besucher, die hier speisten, feierten und die Aussicht genossen, ist dies ein Anlass, auf die vielen Facetten dieses hochalpinen Treffpunkts zurückzublicken – auf seine Stärken ebenso wie auf seine Schwächen.

Ein Panorama, das seinesgleichen sucht

Der wohl am häufigsten genannte und unbestreitbar grösste Vorzug des Wasserngrat war seine Lage. Die Aussicht von der grosszügigen Sonnenterrasse wurde in den höchsten Tönen gelobt und als „umwerfend“ und „grandios“ beschrieben. Von hier oben bot sich ein atemberaubendes Panorama auf die umliegende Bergwelt der Schweizer Alpen, das bei jedem Wetter seinen Reiz hatte. Die Anreise per Sessellift war bereits Teil des Erlebnisses und machte das Restaurant auch für Gäste zugänglich, die nicht zu Fuss aufsteigen wollten oder konnten. Ein Besucher merkte positiv an, dass die Bergstation nur wenige Meter vom Eingang entfernt lag, was den Zugang sogar mit einem Kinderwagen ermöglichte. Diese leichte Erreichbarkeit trug massgeblich zur Beliebtheit bei.

Ambiente zwischen Alpen-Chic und Party-Vibes

Das Innere des Restaurants wurde als „modernem Alpenchique“ entsprechend beschrieben – eine stilvolle, aber dennoch gemütliche Einrichtung, die zum Verweilen einlud. Lange Holztische förderten eine kommunikative und gesellige Atmosphäre, bei der man leicht mit Tischnachbarn ins Gespräch kam. Doch das Ambiente war wandelbar. An manchen Tagen sorgte ein DJ für eine ausgelassene Stimmung, was einige Gäste als „coole Vipes“ lobten. An anderen Tagen verwandelte sich der Ort in eine romantische Kulisse für besondere Anlässe. Eine Besucherin schwärmte von einer „Traumhochzeit“, die sie dort miterleben durfte. Diese Flexibilität machte das Wasserngrat zu einem begehrten Ort für Events aller Art, von Firmenanlässen bis hin zu privaten Feiern, was ihm sogar einen „Swiss Location Award“ einbrachte.

Ein Blick auf die Speisekarte und den Service

Ein Gourmet-Erlebnis auf fast 2.000 Metern Höhe zu schaffen, ist eine Herausforderung, der sich das Wasserngrat stellte. Die Speisekarte bot eine Mischung aus gutbürgerlichen und raffinierten Gerichten. Gault&Millau erwähnte Klassiker wie Bergsuppe mit Wienerli, Fondue Moitié-Moitié und Simmentaler Rindsentrecôte. Aber auch asiatische Suppe mit Crevetten fand sich auf der Karte, was eine gewisse kulinarische Bandbreite andeutet. Besonders beliebt waren die Meringues mit „Gebsi Nidle“ (Doppelrahm) als süsser Abschluss. Das Preisniveau wurde als moderat (Stufe 2 von 4) und für die Lage als angemessen empfunden. Das Essen und Trinken schien insgesamt von guter Qualität zu sein, wie die Bezeichnung „grossartiges Essen“ in einer Bewertung unterstreicht.

Licht und Schatten beim Personal

Der Service war ein Punkt, bei dem die Meinungen auseinandergingen, was auf eine gewisse Inkonsistenz schliessen lässt. Viele Gäste erlebten das Personal als ausserordentlich positiv. Eine Besucherin hob eine Mitarbeiterin namens Vanessa namentlich hervor und beschrieb sie als „Top Gastgeberin“, die stets freundlich, unkompliziert und aufmerksam agierte, selbst wenn viel los war. Begriffe wie „sehr freundliche Bedienung“ und „super nett“ fallen in mehreren positiven Rückmeldungen. Demgegenüber steht jedoch auch die Kritik, die Bedienung könnte „etwas spontaner und motivierter auftreten“. Diese Diskrepanz in den Wahrnehmungen deutet darauf hin, dass die Servicequalität stark von der Tagesform oder dem jeweiligen Personal abhing, was für ein Restaurant dieser Preisklasse ein relevanter Kritikpunkt ist.

Die kritische Perspektive: Mehr als nur Genuss?

Trotz der überwiegend positiven Resonanz mit einer Durchschnittsbewertung von 4,6 Sternen gab es auch fundamentale Kritik. Ein Gast äusserte den schweren Vorwurf, das Restaurant würde seine Umgebung „zum eigenen Vorteil ausbeuten“ und warf den Betreibern Oberflächlichkeit vor. Diese Kritik zielt auf eine tiefere Ebene ab: die Frage nach der Nachhaltigkeit und dem Respekt vor der Natur, die das Kapital eines jeden Bergrestaurants ist. Ob diese Kritik gerechtfertigt war, lässt sich schwer beurteilen, doch sie stellt einen wichtigen Kontrapunkt zur glanzvollen Fassade dar und regt zum Nachdenken über den kommerziellen Betrieb in sensiblen alpinen Zonen an.

Barrieren und Einschränkungen

Ein weiterer, ganz praktischer Nachteil war die mangelnde Barrierefreiheit. Die Information, dass der Eingang nicht rollstuhlgerecht war, schloss eine wichtige Personengruppe von vornherein aus. In der heutigen Zeit ist dies ein erheblicher Mangel, der bei einem geplanten Neubau hoffentlich berücksichtigt wird. Für ein Ausflugsziel, das von seiner Zugänglichkeit lebt, war dies eine klare Einschränkung.

Ein Fazit und der Blick nach vorn

Das Wasserngrat „Gipfel des Genusses“ war zweifellos ein Ort mit vielen Stärken. Die einzigartige Lage, die stilvolle Atmosphäre und ein oft gelobtes kulinarisches Angebot machten es zu einem Highlight in der Region Gstaad-Saanen. Es war ein Ort für den schnellen Kaffee nach der Wanderung, das ausgedehnte Mittagessen mit Freunden und für unvergessliche Feste wie Hochzeiten. Doch das Bild war nicht makellos. Schwankungen im Service, der Mangel an Barrierefreiheit und die tiefgreifende Kritik am Umgang mit der Natur zeigten, dass auch auf dem Gipfel des Genusses nicht alles perfekt war. Mit der permanenten Schliessung des alten Gebäudes und der Ankündigung eines Neubaus geht eine Ära zu Ende. Man darf gespannt sein, ob das zukünftige Projekt die Stärken des Vorgängers beibehält und gleichzeitig dessen Schwächen adressiert, um einen neuen, vielleicht noch besseren „Gipfel des Genusses“ für die Zukunft zu schaffen.

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