Krone Forch
ZurückDer Gasthof Krone Forch an der General Guisan-Strasse 1 war über viele Jahre eine feste Grösse in der Region, ein Ort, der Erinnerungen schuf und dessen Türen nun dauerhaft geschlossen sind. Die Schliessung markiert das Ende einer Ära für ein Restaurant, das in seiner Geschichte sowohl Höhepunkte strahlender Gastfreundschaft als auch Tiefpunkte enttäuschender Erfahrungen erlebte. Eine Analyse der Vergangenheit zeigt ein komplexes Bild eines Betriebs, der für seine idyllische Lage und seine traditionelle Atmosphäre geschätzt wurde, aber zuletzt mit spürbaren Schwankungen in Qualität und Service zu kämpfen hatte.
Ein Ort mit Geschichte und Potenzial
Das Gebäude selbst, ein historischer Gasthof aus dem Jahr 1783, ist seit 1970 im Besitz der Gemeinde Küsnacht und steht unter Denkmalschutz. Diese lange Geschichte verlieh der Krone eine besondere Aura. Ältere Bewertungen und Berichte zeichnen das Bild eines fast schon idealtypischen Ausflugslokals. Gäste schwärmten von der "wunderschönen Lage", die sich perfekt für eine Einkehr nach einem Spaziergang im nahen Wald eignete. Besonders der Biergarten unter alten, schattenspendenden Ahornbäumen wurde als "urig und gemütlich" beschrieben – ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen konnte. Familien schätzten zudem den Spielplatz, der es den Kindern ermöglichte, sich auszutoben, während die Eltern das Ambiente genossen.
In diesen Glanzzeiten, die sich vor allem in den Rezensionen von vor fünf bis acht Jahren widerspiegeln, schien das kulinarische Angebot der Krone über jeden Zweifel erhaben. Ein Gast, der nach einem Familienanlass seine Eindrücke teilte, sprach von einem selten erlebten, exzellenten Essen, das er mit fünf Sternen bewertete. Er hob hervor, dass die Qualität der Speisen und die Professionalität der Bedienung selbst seine eigenen hohen Ansprüche als Service-Mitarbeiter übertroffen hätten. Die damaligen Betreiber, die Familie Schiess, die den Gasthof seit 1985 führte, wurde namentlich für ihre Freundlichkeit gelobt. Diese Berichte zeugen von einer Zeit, in der das Restaurant ein Garant für ein herausragendes gastronomisches Erlebnis war, bei dem sowohl die gutbürgerliche Küche als auch der Service auf höchstem Niveau agierten.
Die ersten Risse im Fundament
Doch das einst so positive Bild begann in den letzten Jahren vor der Schliessung zu bröckeln. Neuere Bewertungen zeichneten ein deutlich widersprüchlicheres Bild. Während die Schönheit des Biergartens weiterhin unbestritten blieb, häuften sich kritische Stimmen bezüglich des Services und des Preis-Leistungs-Verhältnisses. Ein Gast beschrieb die Bedienung als "recht wortkarg und nicht gerade kundenorientiert". Diese Erfahrung stand im scharfen Kontrast zu dem früher so gelobten zuvorkommenden Personal. Ein anderer Besucher empfand die Stimmung im Restaurant gar als "sehr angespannt", was einem gemütlichen Essen gehen natürlich abträglich ist.
Diese negativen Serviceerfahrungen wurden oft von konkreten Beschwerden über das Angebot begleitet. So wurde ein mit Wasser verdünnter Eistee als absolutes No-Go bezeichnet. Ein anderer Gast bemängelte einen Aperol Spritz, der zwar geschmacklich in Ordnung, aber für den Preis von fast 12 CHF pro Glas viel zu klein bemessen war. Solche Details mögen geringfügig erscheinen, doch sie kratzten am Image der Krone und liessen bei den Gästen den Eindruck entstehen, dass an der Qualität gespart wurde, während die Preise auf hohem Niveau blieben. Ein Abendessen für zwei Personen, das mit 83 Franken zu Buche schlug, wurde als überteuert empfunden und führte zu dem Fazit: "Für diesen hohen Preis lohnt sich der Besuch nicht."
Das Ende einer Ära und der Blick nach vorn
Die Familie Schiess beendete ihre Tätigkeit im Gasthof Ende April 2022 und ging in den Ruhestand. Daraufhin folgte eine kurze Zwischennutzung durch Tenba Sagangtsang, der das Lokal als "Zambale" mit einer Mischung aus tibetischen Spezialitäten und Schweizer Küche für eine Übergangszeit wiedereröffnete. Doch dies war nur ein Intermezzo. Die permanente Schliessung war die logische Konsequenz aus dem Zustand des Gebäudes. Eine von der Gemeinde Küsnacht in Auftrag gegebene Studie ergab, dass eine umfassende Sanierung unumgänglich war, um den Gasthof zukunftsfähig zu machen. Die letzte grosse Sanierung lag bereits im Jahr 1980, und seither waren die Installationen veraltet.
Die Zukunft der Krone Forch liegt nun in einer umfassenden Renovation, für die ein Baukredit von 7,2 Millionen Franken bewilligt wurde. Das Projekt sieht vor, den historischen Charakter des Gebäudes zu bewahren und es gleichzeitig modernsten Ansprüchen anzupassen. Geplant sind neben einem neuen Gastraum auch sieben Gästezimmer, was das Angebot erheblich erweitern wird. Eine besondere Herausforderung und gleichzeitig eine Chance ist die Freilegung und Restaurierung historischer Bausubstanz, wie etwa lehmverputzte Holzständerwände und ein wertvolles Wandbild aus der Entstehungszeit um 1783. Diese Massnahmen sollen die reiche Geschichte des Hauses wieder sichtbar machen und das Ambiente für zukünftige Gäste bereichern. Das Ziel ist es, die Krone Forch als beliebtes Ausflugsrestaurant neu zu beleben und ihr wieder den Glanz vergangener Tage zu verleihen. Für die vielen ehemaligen Stammgäste bleibt die Hoffnung, dass das neue Kapitel der Krone an die besten Zeiten anknüpfen kann – mit exzellenter Küche, herzlichem Service und einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.