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Schäferstube Saas-Fee

Schäferstube Saas-Fee

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Obere G. 32, 3906 Saas-Fee, Schweiz
Restaurant Schweizerisches Restaurant
9.4 (871 Bewertungen)

Die Schäferstube in Saas-Fee, gelegen an der Oberen Gasse 32, war über Jahre eine feste Grösse in der lokalen Gastronomie und ein Ziel für Besucher, die ein authentisches alpines Erlebnis suchten. Mit einer beeindruckenden durchschnittlichen Bewertung von 4.7 Sternen aus über 570 Rezensionen hatte sich das Lokal einen exzellenten Ruf erarbeitet. Umso bedauerlicher ist die Information, dass dieses geschätzte Restaurant seine Türen dauerhaft geschlossen hat. Was bleibt, ist die Erinnerung an unzählige Abende, die von einer besonderen Atmosphäre und einer engagierten Gastfreundschaft geprägt waren – aber auch eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Aspekten, die das Erlebnis gelegentlich trübten.

Ein Ambiente wie aus dem Bilderbuch

Der erste Eindruck beim Betreten der Schäferstube war für viele Gäste überwältigend. Das Interieur im Stil einer traditionellen Berghütte, dominiert von warmem Holz und rustikalen Dekorationselementen, schuf eine sofortige Wohlfühlatmosphäre. Besucher beschrieben das Ambiente als "richtig romantisch" und "sehr gemütlich". Besonders an kalten Winterabenden sorgte die heimelige Einrichtung für ein Gefühl von Geborgenheit, das perfekt zur umgebenden Bergwelt passte. Von der Sonnenterrasse aus bot sich zudem ein wunderschöner Blick auf die Walliser Alpen, was das Essen gehen hier zu einem ganzheitlichen Erlebnis machte. Es war genau die Art von Ort, die man nach einem langen Tag auf der Piste oder einer Wanderung suchte: authentisch, einladend und tief in der regionalen Kultur verwurzelt.

Herzlichkeit als Markenzeichen: Der Service

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Schäferstube war zweifellos das Team, angeführt von den passionierten Gastgebern Simone Zurbriggen und Daniel Kornhuber. Gäste fühlten sich vom ersten Moment an willkommen. Rezensionen heben immer wieder die aussergewöhnliche Freundlichkeit und Aufmerksamkeit des Personals hervor. Begriffe wie "herzlich", "zuvorkommend" und "super freundlich" sind in den Kommentaren allgegenwärtig. Simone und Daniel, die das Lokal mit spürbarem Herzblut führten, wurden oft namentlich erwähnt. Diese persönliche Note, bei der Wünsche "von den Lippen abgelesen" wurden, unterschied die Schäferstube von vielen anderen Betrieben und schuf eine loyale Stammkundschaft. Man kam nicht nur wegen des Essens, sondern auch wegen des Gefühls, bei Freunden zu Gast zu sein.

Das kulinarische Angebot: Zwischen Exzellenz und Kritik

Die Küche unter der Leitung von Daniel Kornhuber setzte auf eine Mischung aus bodenständiger, ehrlicher Handwerkskunst und kreativen Akzenten. Das Menü versprach ein hochstehendes kulinarisches Erlebnis, das oft auch eingelöst wurde. Viele Gäste schwärmten von der Qualität der Speisen, die vom Amuse-Bouche bis zum Dessert als "ausgezeichnet" und "exzellent" beschrieben wurden. Die Verwendung von hochwertigen, vermutlich regionalen Produkten war spürbar und bildete die Grundlage für geschmacklich überzeugende Gerichte.

Die Stärken auf dem Teller

Besonders die Lammgerichte, wie es der Name des Restaurants nahelegt, standen hoch im Kurs und wurden oft gelobt. Die Speisekarte bot eine ansprechende Auswahl an Walliser Spezialitäten und Gerichten der klassischen Schweizer Küche, die modern interpretiert wurden. Die Kreativität des Küchenchefs zeigte sich in Kombinationen wie gebeiztem Saiblingsfilet mit Algen und Kimchi oder einer Sellerie-Cremesuppe mit Zitronengras. Solche Gerichte bewiesen, dass traditionelle Alpine Küche nicht stehen bleiben muss, sondern sich weiterentwickeln kann. Auch die Weinkarte, mit einem Fokus auf Walliser Crus, fand Anklang und rundete das Angebot ab.

Die Schattenseiten: Wo es Verbesserungspotenzial gab

Trotz des hohen Niveaus war die Erfahrung nicht für alle Gäste durchweg perfekt. Einige Kritikpunkte wurden wiederholt geäussert und trüben das sonst so positive Gesamtbild. Ein wiederkehrendes Thema war die Konsistenz bei der Zubereitung. So wurde beispielsweise berichtet, dass das Lamm, eigentlich ein Aushängeschild des Hauses, gelegentlich "teilweise trocken" serviert wurde. Ein Gast merkte an, dass der trockene Teil des Fleisches geschickt unter dem Gemüse versteckt wurde, was den Eindruck einer bewussten Kaschierung erweckte.

Ein weiterer, und vielleicht der gravierendste Kritikpunkt, war das Preis-Leistungs-Verhältnis. Mehrere Besucher empfanden die Preise als "recht stolz". Insbesondere die Portionsgrössen des Hauptgangs wurden als "seeehr klein" beschrieben. Ein Gast berichtete von einer Rechnung über knapp 300 Franken für Suppe und Hauptgang für drei Personen mit einer Flasche Wein und kam zum Fazit, dass Preis und Leistung für ihn "nicht ganz gestimmt" hätten. Diese Einschätzung deutet darauf hin, dass die hohe Qualität der Zutaten und die aufwendige Zubereitung nicht immer in einem als fair empfundenen Verhältnis zur gebotenen Menge standen. Für ein Restaurant in einer gehobenen Tourismusdestination wie Saas-Fee ist diese Balance jedoch entscheidend für langanhaltenden Erfolg.

Zusätzlich gab es vereinzelte logistische Mängel. So wurde erwähnt, dass es im oberen Stock des Restaurants "ziemlich kalt" sein konnte, was den Genuss des Essens beeinträchtigte. Auch die Temperatur der Speisen selbst war nicht immer optimal; ein Gast bemerkte, dass sein Essen "nicht ganz so heiss" war, was möglicherweise auf das kühle Raumklima zurückzuführen war.

Ein Fazit zum Abschied

Die permanente Schliessung der Schäferstube hinterlässt eine Lücke in der Gastronomieszene von Saas-Fee. Es war ein Ort, der für seine unvergleichliche Atmosphäre, den ausserordentlich herzlichen Service und eine Küche, die oft zu begeistern wusste, geliebt wurde. Die Leidenschaft der Betreiber war in jedem Detail spürbar und machte das Abendessen hier zu einem besonderen Ereignis. Gleichzeitig zeigen die kritischen Stimmen, dass selbst bei hoher Gesamtqualität Details wie Portionsgrösse, Preisgestaltung und Raumklima das Gästeerlebnis massgeblich beeinflussen können. Die Geschichte der Schäferstube ist somit eine Erinnerung daran, was ein herausragendes Restaurant ausmacht: eine gelungene Synthese aus exzellentem Essen, einem einladenden Ambiente und einem Service, der Gäste wie Freunde behandelt – aber auch ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis, das zum Wiederkommen einlädt. Sie wird vielen in guter Erinnerung bleiben.

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