Mulania Brasserie
ZurückDie Mulania Brasserie an der Via Murschetg 17 in Laax positioniert sich als ein Haus mit hohem kulinarischem Anspruch, das von Gault&Millau mit 16 Punkten ausgezeichnet wurde und auch im Guide MICHELIN Erwähnung findet. Unter der Leitung von Küchenchef Sascha Meyer und seiner Partnerin Yvonne Marx hat das Lokal kürzlich einen Konzeptwechsel von Fine Dining zu einer gehobenen Brasserie-Küche vollzogen. Dieser Schritt zielt darauf ab, sowohl anspruchsvolle Geniesser als auch Wintersportler anzusprechen, die nach einem Tag auf der Piste eine qualitativ hochwertige Mahlzeit suchen. Doch die Erfahrungen der Gäste zeichnen ein komplexes Bild, das zwischen kulinarischer Exzellenz und erheblichen Mängeln im Service schwankt.
Ein Gourmet-Erlebnis mit zwei Gesichtern
Unbestritten ist die hohe Qualität der Küche, die in vielen Berichten gelobt wird. Gäste beschreiben die Speisen als exquisit und heben die erstklassige Güte der verwendeten Zutaten hervor. Das kulinarische Erlebnis scheint für viele der Hauptgrund für einen Besuch zu sein. Die Speisekarte bietet eine Mischung aus französischen Brasserie-Klassikern wie Moules et Frites, Boeuf Bourguignon und Entrecôte Café de Paris sowie Bündner Spezialitäten wie Capuns und Quark-Pizokels. Ein besonderer Fokus liegt auf Meeresfrüchten und Fisch aus Wildfang, die als Spezialität des Chefs gelten. Kunden loben die Kreativität, die sich auch in kleinen "Zwischendurch"-Häppchen manifestiert und das Essen zu einer inspirierenden Erfahrung macht. Die Weinauswahl wird als passend und die geschmacklichen Erlebnisse unterstreichend beschrieben, was auf ein sorgfältig kuratiertes Angebot schliessen lässt.
Allerdings trüben einige schwerwiegende Berichte dieses positive Bild. Ein Gast bezeichnete die bestellte Fischsuppe und den Hummer als "knapp essbar, aber nicht geniessbar" und empfand die Mahlzeit als geschmacklos. Diese Erfahrung steht im krassen Gegensatz zu den zahlreichen Lobeshymnen und wirft Fragen bezüglich der Konsistenz der Küchenleistung auf. Wenn ein Gericht die Erwartungen nicht erfüllt, wird der hohe Preis schnell zum zentralen Ärgernis.
Der Service: Zwischen Perfektion und Enttäuschung
Der wohl grösste Kritikpunkt und die Ursache für die stärksten Meinungsverschiedenheiten ist der Kundenservice. Während einige Gäste von einem "perfekten Service" und "sehr freundlichen Mitarbeitern" schwärmen, berichten andere von zutiefst negativen Erfahrungen. Insbesondere der Küchenchef, Herr Meyer, wird in mehreren Bewertungen als "extrem steif, unfreundlich und arrogant" beschrieben. Ein Gast fühlte sich von oben herab behandelt und empfand die Interaktion als so unangenehm, dass er von einer Geld- und Zeitverschwendung sprach.
Ein anderer Vorfall schildert, wie ein potenzieller Gast bei dem Versuch, persönlich einen Tisch zu reservieren, schroff und gehässig abgewiesen wurde. Ihm wurde mitgeteilt, dass sowohl für den aktuellen als auch für den nächsten Tag alles ausgebucht sei, obwohl ein anderer Mitarbeiter dies kurz darauf verneinte. Der Gast verliess das Lokal mit dem Gefühl, aufgrund seiner Kleidung – Jeans und Lederjacke – unerwünscht zu sein. Solche Erlebnisse schaffen eine Atmosphäre der Exklusivität, die schnell in Arroganz umschlagen und potenzielle Kunden dauerhaft verprellen kann.
Selbst in positiveren Berichten wird die Freundlichkeit des Chefs bemängelt. Ein Gast bemerkte, dass Herr Meyer, nachdem er den Service übernommen hatte, an Freundlichkeit "noch einiges zulegen könnte" und ein "trockenes Danke ohne Lächeln" für ein Restaurant dieses Niveaus nicht ausreiche. Für ein Haus, das im Guide MICHELIN gelistet ist, erwarten Gäste zu Recht in jeder Beziehung eine Superleistung, die eben auch einen herzlichen und professionellen Service umfasst.
Das Preis-Leistungs-Verhältnis auf dem Prüfstand
Die Preise im Restaurant bewegen sich im oberen Segment. Mit einer Vorspeise für 42 CHF und einem Hauptgang für 68 CHF oder Gesamtrechnungen, die sich auf 160 bis 200 CHF pro Person belaufen können, sind die Erwartungen entsprechend hoch. Einige Gäste empfinden das Preis-Leistungs-Verhältnis als stimmig, da die aussergewöhnliche Qualität der Speisen den Preis rechtfertige.
Diese Wahrnehmung kippt jedoch sofort, wenn die Leistung nicht stimmt. Die Erfahrung mit dem als geschmacklos empfundenen Essen für 200 CHF ist ein drastisches Beispiel. Auch kleinere Servicefehler, wie eine vergessene Portion Bärlauchrisotto, die weder nachgeliefert noch durch eine Alternative ersetzt wurde, wiegen bei solchen Preisen schwer. Zwar wurde in diesem Fall mit einem offerierten Glas Wein und zwei Espressi eine Geste der Wiedergutmachung gezeigt, der negative Eindruck eines unaufmerksamen Service bleibt jedoch haften. Die finanzielle Investition in einen Abend im Mulania ist somit auch ein Wagnis: Man kann ein exzellentes kulinarisches Erlebnis erhalten, aber auch mit einem Gefühl der Enttäuschung nach Hause gehen.
Was Sie vor einem Besuch wissen sollten
Die Mulania Brasserie ist ein Restaurant in Laax, das kulinarisch viel zu bieten hat. Die gehobene Küche von Sascha Meyer hat das Potenzial, zu begeistern. Potenzielle Gäste sollten sich jedoch der gemischten Bewertungen bewusst sein. Die Chance auf ein herausragendes Essen ist gross, doch das Risiko eines unterkühlten bis unfreundlichen Serviceerlebnisses besteht ebenfalls.
- Adresse: Via Murschetg 17, 7032 Laax, Schweiz
- Öffnungszeiten: Das Restaurant hat dienstags und mittwochs geschlossen. An den anderen Tagen öffnet es am Nachmittag, was es auch zu einer Option für einen späten Lunch oder frühen Après-Ski-Genuss macht.
- Reservierung: Eine Reservierung ist dringend empfohlen. Angesichts der geschilderten Erfahrungen ist eine telefonische oder Online-Buchung der persönlichen Anfrage vor Ort vorzuziehen.
- Erreichbarkeit: Das Lokal verfügt über einen rollstuhlgerechten Eingang.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Mulania Brasserie ein Ort für Feinschmecker ist, die bereit sind, für eine potenziell brillante Küchenleistung ein hohes finanzielles und emotionales Risiko einzugehen. Wer jedoch gleichbleibend herzliche Gastfreundschaft als unverzichtbaren Teil eines gelungenen Restaurantbesuchs betrachtet, könnte hier enttäuscht werden. Die Qualität des Abends scheint stark von der Tagesform des Personals, insbesondere des Chefs, abzuhängen.