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Restaurant de l’hôtel de ville

Restaurant de l’hôtel de ville

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Pl. Hôtel de Ville 3, 1867 Ollon, Schweiz
Französisches Restaurant mit Haute Cuisine Restaurant Unterkunft
9 (406 Bewertungen)

Das Restaurant de l'hôtel de ville in Ollon, an der Place Hôtel de Ville 3 gelegen, ist ein Betrieb mit zwei Gesichtern. Es residiert in einem historischen Gebäude, das sowohl als Hotel als auch als Restaurant fungiert und auf den ersten Blick mit einer hohen Durchschnittsbewertung von 4.5 Sternen aus über 260 Rezensionen beeindruckt. Doch bei genauerer Betrachtung der Gästeerfahrungen offenbart sich ein komplexes Bild aus kulinarischen Höhenflügen und tiefen Enttäuschungen im Service, was eine differenzierte Restaurantbewertung erforderlich macht.

Ein Haus mit historischem Charme und modernen Auszeichnungen

Seit April 2022 wird das Haus von Audrey Feutren-Halgand, einer talentierten Chef-Pâtissière, und Grégory Halgand, einem erfahrenen Chefkoch, geleitet. Das Paar hat eine beeindruckende berufliche Laufbahn in mehreren Michelin-Sterne-Restaurants in Frankreich und der Schweiz vorzuweisen. Ihr Engagement wurde schnell belohnt: 2023 erhielt das gastronomische Restaurant einen Michelin-Stern, und Gault&Millau zeichnete Grégory Halgand als "Entdeckung des Jahres 2024 in der Romandie" aus. Diese Anerkennungen haben das Haus auf die kulinarische Landkarte der Schweiz gesetzt und ziehen eine internationale Klientel an. Das Gebäude selbst, dessen Grundmauern auf das späte 18. Jahrhundert zurückgehen, strahlt einen unbestreitbaren historischen Charme aus und bietet sechs Doppelzimmer sowie ein Dreibettzimmer, die als stilvoll, renoviert und gepflegt beschrieben werden.

Die Zimmer: Rustikale Eleganz mit einem akustischen Haken

Die Unterkünfte des Hotels erhalten durchweg positives Feedback. Gäste beschreiben die Zimmer als sehr sauber, ansprechend und rustikal eingerichtet. Sie bieten eine angenehme Atmosphäre für einen Aufenthalt. Ein Detail, das potenzielle Übernachtungsgäste jedoch bedenken sollten, ist die unmittelbare Nähe zur Dorfkirche. Deren Glocken schlagen viertelstündlich, was für lärmempfindliche Personen, besonders nachts, zu einer Störung der Ruhe führen kann. Abgesehen von diesem externen Faktor scheint die Qualität der Zimmer ein verlässlicher Pluspunkt des Hauses zu sein.

Das kulinarische Erlebnis: Zwischen Hochgenuss und Enttäuschung

Die Küche unter der Leitung von Grégory Halgand bietet zwei verschiedene Konzepte: eine Brasserie für ein ungezwungeneres Essen gehen und ein gastronomisches Restaurant für ein gehobenes Abendessen am Wochenende. Die Speisekarte ist saisonal ausgerichtet und verspricht eine kreative französische Küche. Einige Gäste schwärmen von einem absoluten "kulinarischen Hochgenuss" und loben das tolle gutes Essen. Die Menüs, wie das "Menu Découverte" oder das "Menu Dégustation", zeugen von hohem Anspruch, mit Gerichten wie Langustinen, reifem Schweizer Fleisch und kunstvollen Desserts von Audrey Feutren-Halgand.

Allerdings stehen diesen Lobeshymnen auch deutlich kritische Stimmen gegenüber. Ein Gast berichtete von einer sehr negativen Erfahrung mit der Fleischqualität; ein bestelltes Entrecôte sei sehnig gewesen. Problematischer als der Mangel am Gericht selbst war jedoch die Reaktion des Personals auf die Reklamation. Anstelle einer Entschuldigung oder einer kundenfreundlichen Lösung sah sich der Gast mit einer belehrenden Haltung konfrontiert. Solche Vorfälle deuten auf eine mangelnde Konsistenz in der Qualitätskontrolle und im Umgang mit Kritik hin, was das Gesamterlebnis erheblich trüben kann.

Der Service: Eine Frage der Tagesform

Der Service ist wohl der umstrittenste Aspekt des Restaurant de l'hôtel de ville. Während einige Besucher die herzliche Gastfreundschaft der Inhaber Audrey und Grégory hervorheben und sich "wie bei Freunden" fühlen, zeichnen andere Berichte ein gegenteiliges Bild. Es gibt wiederholte Klagen über einen unfreundlichen Empfang und eine als "nicht sehr nett" beschriebene Chefin. Ein besonders schwerwiegender Kritikpunkt ist der als extrem langsam empfundene Service, mit Wartezeiten von über einer Stunde zwischen den Gängen. Ein solch schleppender Ablauf kann ein ansonsten gutes Mittagessen oder Abendessen ruinieren und zeugt von organisatorischen Schwächen, besonders wenn das Restaurant gut besucht ist.

Ein kritisches Auge auf das Frühstück

Für Hotelgäste ist das Frühstück oft ein entscheidender Teil des Aufenthalts, und hier scheint das Hôtel de Ville erhebliche Mängel aufzuweisen. Kritisiert wird zum einen der späte Beginn um 8:15 Uhr, was für Frühaufsteher oder Geschäftsreisende unpraktisch ist. Zum anderen wird die Auswahl als sehr begrenzt beschrieben, wobei explizit das Fehlen von Früchten, Käse und Aufschnitt bemängelt wurde. Besonders alarmierend ist die Erfahrung eines Gastes, bei dem das Frühstück aufgrund eines geschlossenen Restaurants in einen benachbarten "Kiosk" ausgelagert wurde. Dieses Erlebnis wurde als "katastrophal" beschrieben, mit fragwürdiger Qualität der Speisen und einem Gefühl, nicht willkommen zu sein. Dies ist ein gravierender Servicemangel, der den Wert einer Übernachtung deutlich mindert.

Wichtige praktische Informationen

Ein Blick auf die Öffnungszeiten zeigt eine ungewöhnliche Regelung: Das Restaurant ist mittwochs und freitags geschlossen. Diese Schliesstage sollten potenzielle Besucher unbedingt im Voraus prüfen, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Das Haus bietet Sitzgelegenheiten im Freien, was bei gutem Wetter ein zusätzlicher Anreiz ist. Reservierungen sind möglich und angesichts der gemischten Erfahrungen und der Popularität durch die Auszeichnungen dringend zu empfehlen.

Fazit: Ein Ort der Kontraste

Das Restaurant de l'hôtel de ville in Ollon ist eine Adresse, die polarisiert. Auf der einen Seite stehen ein historisches Ambiente, schöne und saubere Zimmer sowie eine ambitionierte, preisgekrönte Küche, die das Potenzial für ein herausragendes kulinarisches Erlebnis in der Tradition der Schweizer Küche bietet. Auf der anderen Seite stehen jedoch schwerwiegende und wiederholt genannte Mängel in zentralen Bereichen: Der Service ist unbeständig und kann von herzlich bis unfreundlich reichen, die Wartezeiten können übermässig lang sein, und das Frühstücksangebot scheint für ein Hotel dieser Preisklasse unzureichend. Die Erfahrung in diesem Haus scheint stark von der Tagesform des Teams und den Umständen abzuhängen. Wer einen Besuch plant, sollte sich auf eine Wundertüte einstellen: Es könnte ein unvergesslicher Abend werden – oder eine herbe Enttäuschung.

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